„Europas Straße von Hormus“: Ökonom fordert „heftigen Schlag“ gegen Putins Russland – EU-Sanktionen geplant

Stand: 11.09.2026, 22:00 Uhr

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Die EU bereitet neue Sanktionen gegen Russland vor. Experte Keupp begrüßt die Pläne – fordert aber ein noch härteres Vorgehen.

Brüssel/Berlin – Der Militärökonom Dr. Marcus Keupp hat die neu geplanten EU-Sanktionen gegen Russland befürwortet. „Ich habe bereits vor einem Jahr gesagt, dass die europäischen Strafmaßnahmen viel härter sein könnten“, sagte der Dozent an der Militärakademie ETH Zürich der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Er bezeichnete die bisherigen EU-Sanktionspakete als nicht ausreichend. Die Europäische Union sei erst jetzt dabei, „die eigene Furchtsamkeit vor Russland abzuwerfen und sich so etwas wie ein Rückgrat wachsen zu lassen“, sagte Keupp.

Putin vor einem russischen Kriegsschiff

Russlands Wirtschaft ist stark von der russischen Schattenflotte abhängig. © Philip Dulian/Gavriil Grigorov/dpa (Montage)

Darüber hinaus forderte er ein härteres Vorgehen gegen die russische Schattenflotte. „Europa hat auch eine Straße von Hormus. Sie heißt Skagerrak“, sagte Keupp. Die Meeresstraße liegt zwischen der Nordküste Dänemarks, der Südküste Norwegens und der schwedischen Westküste. Sie gehört zur Nordsee, verbindet diese aber mit der Ostsee. Sie gilt als wichtigste natürliche Meerenge und Schifffahrtsstraße für Schiffe, die vom Atlantik oder der Nordsee in die Ostsee fahren wollen.

Ökonom Keupp fordert härtere EU-Sanktionen gegen Russland

„Wenn Europa entscheiden würde, das Skagerrak zu schließen, wäre das für Russland ein heftiger Schlag. Aber für solch einen Schritt braucht man halt Rückgrat“, meint Keupp. Er findet, dass Europa angesichts „des russischen Staatsterrorismus“ deutlich stärker gegen das Russland unter Präsident Wladimir Putin vorgehen müsste. Denn: Der Kremlchef verstehe nur die Sprache der Stärke. „Und wenn er nicht versteht, dass auf solche Aktionen sofort eine entschlossene Abwehr folgt, dann macht er einfach weiter“, so der Experte.

Aus diesem Grund begrüßt er Deutschlands Ankündigung, nach dem gescheiterten russischen Drohnenangriff auf dem Leipziger Flughafen, härter gegen Russlands Schattenflotte vorzugehen. Die Bundesregierung hat noch keine konkreten Maßnahmen vorgestellt, laut Keupp sollte sich die Bundesrepublik – und andere EU-Staaten – ein Beispiel an Italien nehmen. „Die gehen viel rigoroser vor. Die Marine stoppt Schiffe, auf denen Hubschrauber mit Spezialkräften landen, und die Schiffe durchsuchen“, sagte Keupp. Die Europäer hätten die Mittel dafür. Es sei keine Frage des Könnens – sondern des Wollens.

Allerdings sei Europa von solch einer Einstellung weit entfernt. „Aber da müssen wir hin, wenn wir die europäische Verteidigung gegen das putinistische Russland ernst nehmen“, so der 48‑Jährige. Dieser Schritt würde Russlands Wirtschaft deutlich effizienter schaden, als alle vorherigen Sanktionspakete. Laut Keupp ist für Russlands Wirtschaft nur eines schlimmer als ein niedriger Ölpreis: „Wenn es gar kein Öl mehr auf dem Weltmarkt verkaufen kann.“

EU‑Außenbeauftragte Kallas kündigt neue Sanktionen gegen Russland an

Bereits im August – also vor dem Drohnenangriff in Leipzig – hatte die EU‑Außenbeauftragte Kaja Kallas neue EU-Sanktionen gegen Russland angekündigt. Beim vergangenen Treffen der EU-Außenminister in Irland sagte Kallas, dass Vorbereitungen liefen, um 1600 weitere Personen und Unternehmen mit Verbindungen zum militärisch-industriellen Komplex Russlands mit Strafmaßnahmen zu belegen. Möglicherweise würden noch weitere hinzukommen. (Quellen: Deutsche Presseagentur, eigene Recherche/ Jan-Frederik Wendt)