Ex-BND-Chef in U-HaftHanning hatte offenbar heiklen Kontakt nach China
08.10.2026, 14:25 Uhr
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Wo sind die Informationen gelandet, die der ehemalige BND-Präsident Hanning sich nach seiner Pension beschafft haben soll? Berichten zufolge unterhielt der 80-Jährige Verbindungen zu einem chinesischen Diplomaten.
Die Spionagevorwürfe gegen Ex-BND-Chef August Hanning betreffen auch dessen Kontakte nach China. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf mehrere mit dem Fall vertraute Quellen. Ermittler untersuchen demnach, ob die von Hanning illegal erworbenen Geheimdienstinformationen zu einem Mann aus dem chinesischen Geheimdienstapparat gelangt sein könnten. Die Bundesanwaltschaft wollte sich auf "Spiegel"-Anfrage nicht zu dem Fall äußern.
Ein Vorwurf der Bundesanwaltschaft lautet, dass Hanning "in einem intensiven Austausch mit einem Angehörigen eines anderen staatlichen Nachrichtendienstes" gestanden und diesen "über mehrere Jahre hinweg mit politischen Informationen" versorgt haben soll. Um welchen Staat es sich dabei genau handelt, teilte die Bundesanwaltschaft nicht mit, nach "Spiegel"-Informationen ist es China. Hanning kenne den hochrangigen chinesischen Militär und Diplomaten Wang Jianzheng, der mehrfach in Deutschland gedient habe.
Der ehemalige Geheimdienstler sei nach seiner Pensionierung mehrfach nach China gereist und habe Wang dort im Jahr 2017 offenbar bei einem offiziellen Empfang der ostchinesischen Stadt Huaibei getroffen. Dabei soll es unter anderem um Zusammenarbeit und wirtschaftliche Entwicklungen gegangen sein. Und auch zu weiteren Gelegenheiten sollen sich Wang und Hanning regelmäßig begegnet sein. Die Bundesanwaltschaft äußerte sich nicht, Wang selbst erklärte dem "Spiegel", sich zu den Vorwürfen nicht äußern zu können, und lange keinen Kontakt mehr zu Hanning gehabt zu haben. Wie lange genau, ließ er offen. Hannings Verteidiger wies die gesamten Vorwürfe des Generalbundesanwalts zurück.
Hanning sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Der ehemalige Geheimdienstler und sein früherer Büroleiter Manfred D. sollen nach Angaben des Generalbundesanwalts (GBA) vermutlich 2010 vereinbart haben, dass D. dem fünf Jahre zuvor aus dem Amt geschiedenen Hanning gegen Bezahlung fortlaufend wertvolle BND-Erkenntnisse besorgen solle. Diese Infos soll Hanning gewinnbringend bei seiner Beratertätigkeit verwertet haben.
Quelle: ntv.de, csi