Gute Arbeit, keine Anerkennung? Dieser Fehler bremst Karrieren

Ratgeber

Fleiß allein reicht nicht: So fallen Sie im Job positiv auf

Für mehr Sichtbarkeit: Wer im Meeting früh das Wort ergreift, hat noch die volle Aufmerksamkeit der Teilnehmenden.
Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Sie arbeiten zuverlässig, liefern gute Ergebnisse – und trotzdem werden andere gelobt oder befördert? Gute Leistung fällt allein nicht automatisch auf. Eine Karriereexpertin erklärt, wie Beschäftigte ihre Arbeit sichtbar machen, ohne sich zu verbiegen.

Wer zuverlässig und gewissenhaft arbeitet, sollte nicht darauf vertrauen, dass die eigene Leistung irgendwann automatisch erkannt wird. „Wer im Stillen arbeitet, überlässt anderen die Deutung der eigenen Leistung“, sagt Stefanie Bickert, Job- und Karriereexpertin bei der Plattform Indeed.

Das entscheidende Stichwort lautet Sichtbarkeit. Dabei geht es laut Bickert nicht um unangenehme Selbstdarstellung, sondern darum, den eigenen Beitrag für andere greifbar zu machen.

Im Job sichtbar werden: Eigene Stärken kennen

Was kann ich besonders gut? Was unterscheidet mich von anderen? Wer diese Fragen beantworten kann, bekommt ein klareres Bild vom eigenen Profil.

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Ein Alleinstellungsmerkmal kann etwa eine Spezialisierung, besonderes Fachwissen oder eine schnelle Auffassungsgabe sein. Auch Teamfähigkeit und Organisationstalent können Beschäftigte hervorheben. „Wer weiß, wofür er steht, kann darüber langfristig sein Profil stärken“, sagt Bickert.

Im Job sichtbar werden: In Meetings früh das Wort ergreifen

Besonders schnell kann Zurückhaltung in Meetings zu Unsichtbarkeit führen. Bickert rät deshalb dazu, sich möglichst früh einzubringen.

Wer zu den ersten Personen gehört, die etwas sagen, senkt die eigene Hemmschwelle und hat zugleich noch die volle Aufmerksamkeit der Runde. Dabei braucht es keine bahnbrechende Idee.

Oft reicht es, an einen vorherigen Beitrag anzuknüpfen, eine weiterführende Frage zu stellen oder eine Verbindung zu einem früheren Thema herzustellen.

Wichtig ist auch die Wortwahl. Sätze wie „Ich bin kein Experte, aber ...“ oder „Nur mal so in den Raum geworfen ...“ machen den eigenen Beitrag kleiner.

Besser seien Formulierungen wie „Ein anderer Ansatz wäre ...“ oder „Ich würde vorschlagen ...“. Sie verändern laut Bickert, wie ein Beitrag wahrgenommen wird.

Im Job sichtbar werden: Eigene Karriereziele deutlich machen

Wer im Mitarbeitergespräch immer nur als „fleißig“ und „zuverlässig“ gelobt wird, kann laut Bickert schnell in der Rolle des verlässlichen Umsetzers landen. Strategische Aufgaben traut man der Person womöglich weniger zu – und der nächste Karriereschritt bleibt aus.

Deshalb sollten Beschäftigte wissen, wo sie im Unternehmen hinwollen und wie sie wahrgenommen werden möchten.

Wird etwa der eigene Fleiß gelobt, lässt sich dieser mit strategischem Denken verbinden: „Danke, ich leiste gern jeden Tag gute Arbeit, schaue aber auch genauso gern darauf, was uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird und was wir hier anstoßen können.“

Im Job sichtbar werden: Die eigene Leistung als Geschichte erzählen

„Zahlen und Fakten allein bleiben selten hängen, Geschichten schon“, sagt Bickert. Deshalb sollte man die eigene Arbeit in wenigen Sätzen verständlich darstellen können.

Die Karriereexpertin empfiehlt dafür ein „Drei-Schritte-Update“: Was war die Ausgangslage eines Projekts? Welches interessante Detail gab es? Und was kam am Ende dabei heraus? Wer diesen roten Faden im Kopf hat, kann die eigene Leistung auch in spontanen Gesprächen verständlicher und überzeugender vermitteln als mit einer bloßen Liste erledigter Aufgaben. (dpa/mp)

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