Fahrplanwechsel in Berlin und Brandenburg: Ab Mitte Dezember fahren mehr Züge an die Ostsee

Wer in Berlin und Brandenburg mit dem Zug unterwegs ist, muss sich zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember auf vielen Verbindungen umgewöhnen. Die vom Verkehrsverbund VBB jetzt präsentierten Neuerungen betreffen die Berliner S-Bahn nur wenig, aber den Regionalverkehr massiv. Ein Überblick über die wesentlichen Änderungen.

Berliner S-Bahn

Weil viele Waggons in die Werkstatt müssen, wird der Fuhrpark knapp. An zwei Stellen wird deshalb das Angebot etwas ausgedünnt: Die Verstärkerzüge von S1 und S5 im Berufsverkehr bilden keinen kompletten Fünfminutentakt mehr, sondern lassen einmal pro 20 Minuten eine Zehnminutenlücke. Das betrifft die S1 zwischen Zehlendorf und Nordbahnhof (bisher: Zehlendorf – Potsdamer Platz) und die S5 zwischen Mahlsdorf und Warschauer Straße.

Richtung Ostsee

Die Linien RE3 und RE5 fahren ab Dezember auf ihrer gesamten Strecke im Stundentakt, also von Berlin nordwärts nach Stralsund und Rostock. Die Deutsche Bahn setzt auf dem RE5 modernisierte Doppelstockwagen ein. Für den RE3 musste ein Ringtausch mit anderen Linien organisiert werden, weil Hersteller Stadler bestellte Züge nicht pünktlich liefern kann, sondern wohl erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 an den Start schickt.

Richtung Uckermark und Stettin

Für die bessere Verbindung zur Ostsee wird die Direktverbindung nach Schwedt geopfert. Von Berlin dorthin muss künftig immer in Angermünde in die Linie RB61 umgestiegen werden. Sie fährt im Stundentakt. Der Zeitpuffer dafür ist mit etwa zehn Minuten kalkuliert. Zusätzlich fährt zwischen Berlin und Angermünde künftig die neue Linie RE9. Die soll ab 2028, wenn der Ausbau der Strecke geschafft ist, nach Stettin verlängert werden.

Richtung Fläming und Wittenberg

Die Verstärkung der Linien RE3 und RE5 wirkt auch nach Süden: Der RE3 schafft eine stündliche Direktverbindung zwischen Berlin und Lutherstadt Wittenberg via Jüterbog. Der RE5 wird montags bis freitags tagsüber vom Südkreuz nach Ludwigsfelde verlängert. Allerdings ist laut VBB wegen der hohen Auslastung der Strecke kein genauer Stundentakt möglich.

Der RE4 fährt teilweise auf derselben Strecke – und im Stundentakt weiter nach Falkenberg (Elster). Allerdings ist das westliche Ende dieser Linie wegen der Generalsanierung der Strecke Richtung Hannover gekappt: Voraussichtlich bis Juli 2027 muss der RE4 in Wustermark enden. Nach Rathenow und Stendal geht es mit Ersatzbussen weiter. Ab Juli soll die Strecke wieder bis nach Nennhausen befahrbar sein. Von Oktober bis Dezember 2027 folgt allerdings eine Bahnhofssperrung in Spandau.

Richtung Frankfurt (Oder)

Auf dem RE1, der meistgenutzten Linie der Region, sollen ab dem Fahrplanwechsel zwei von drei stündlichen Zügen mit acht Teilen und 800 Sitzplätzen (statt aktuell 637) fahren. Ab Mitte Juli sollen alle drei Züge wieder bis in die Berliner Innenstadt fahren. Zurzeit endet einer von ihnen in Erkner, weil das Nadelöhr der Baustelle in Köpenick die Kapazität beschränkt. Der neue Regionalbahnhof Köpenick soll bis Ende 2027 fertig werden. Der VBB hofft, dass der RE1 dann wieder pünktlicher wird. Einzelne Züge sollen künftig von Frankfurt weiter nach Eisenhüttenstadt fahren.

Berlin, Stadtbild, Umbau des Bahnhofs Berlin-Köpenick zum Regionalbahnhof, 13.03. 2025, *** Berlin, Cityscape, Conversion of Berlin Köpenick station into a regional station, 13 03 2025, Copyright: xMatthiasxKochx
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In Berlin-Köpenick wird ein neuer Regionalbahnhof gebaut. Die Baustelle bremst den RE1 aus.

© imago/Matthias Koch

Einen Haken hat die Sache mit der Kapazität allerdings: Weil sich am Bahnhof Briesen der Bahnsteig nicht ohne Weiteres verlängern lässt, kann dort nur der eine kürzere Zug pro Stunde halten.

Richtung Spreewald und Cottbus

Am Montag steht der symbolische Spatenstich an, zum Fahrplanwechsel geht es dann richtig los: Die Strecke zwischen Lübbenau und Cottbus bekommt ein zweites Gleis. Dafür muss allerdings der stark genutzte RE2 aus Berlin bereits in Lübbenau enden. Von dort geht es zu den abgehängten Orten mit Ersatzbussen weiter.

Für die Mehrheit der Fahrgäste, die bis nach Cottbus fahren, dürfte sich eine schnellere Alternative anbieten: Der aus Berlin via Flughafen BER Richtung Spreewald fahrende RE20 endet künftig nicht mehr in Lübbenau, sondern fährt weiter über Calau nach Cottbus. Das ist ein Umweg, der aber nur etwa eine Viertelstunde ausmachen soll.

Parallel wird ein weiteres Nadelöhr auf der Strecke zwischen Berlin und Cottbus beseitigt: Am Bahnhof Königs Wusterhausen ist die Strecke auf ein paar Metern eingleisig, weshalb ein verspäteter Zug auch den Gegenverkehr aufhält. Der Engpass wird nächstes Jahr beseitigt.

In und um Potsdam

Die Idee, die Verstärker der RE7 von und nach Bad Belzig als umsteigefreien Uni-Anschluss nach Golm mit der RB23 zu kombinieren, muss baubedingt verschoben werden. Bis dahin bleibt als Trost, dass die RE7-Züge künftig nicht schon in Wannsee enden, sondern erst in der Berliner City.

Lausitz und Sachsen

Im Brandenburger Süden ändert sich einiges: Die Züge des RE13 aus Cottbus fahren ab Elsterwerda als S6 weiter nach Dresden. Auf den Linien RE15 und RE18 zwischen Hoyerswerda bzw. Cottbus und Dresden ändern sich die Fahrzeiten und es gibt werktags mehr Sitzplätze.