Stand: 26.08.2026, 19:00 Uhr
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Holger Nagl übernimmt heuer erstmals das Festzelt beim Freisinger Volksfest. Sein Konzept kam bei der Stadt gut an. Er setzt auf gutes Essen, Familienfreundlichkeit und eine moderne Ausstattung. Im Interview verrät er, was Gäste bei ihm erwarten dürfen.
Freising – Holger Nagl ist der neue Festwirt in Freising. Der 55-Jährige ist Wirt durch und durch. Von Anfang an arbeitet er als Restaurantfachmann im Landgasthof Hammerwirt in Mühldorf am Inn. Vor fast 40 Jahren hat sein Familienbetrieb das erste Zelt gekauft, seitdem sind es immer mehr geworden. Mittlerweile ist er Festwirt auf vier bis fünf Volksfesten im Jahr. Heuer kommt Freising dazu. Warum er sich dieser Herausforderung stellen möchte, was er den Gästen in Freising bieten möchte und worauf er sich selbst am meisten freut, verrät er im FT-Interview.
Herr Nagl, im April wurde öffentlich, dass Sie mit Jürgen Hanetzok Festwirt in Freising werden. Nehmen Sie uns doch einmal auf den Weg bis dahin mit.
Holger Nagl: Das Freisinger Volksfest war vergangenen Sommer offiziell ausgeschrieben, das habe ich entdeckt und war direkt interessiert. Im September habe ich mir auf dem Volksfest mein eigenes Bild vor Ort gemacht und ich hatte schnell einige Ideen, die wir mit unserem Zeltmaterial umsetzen könnten, um ein attraktives Festzelt bieten zu können. Ich bin nach wie vor sehr stolz, dass das Zeltkonzept bei der Stadt so gut angekommen ist, dass der Zuschlag erteilt wurde.
Nun sitzen Sie alleine hier. Was macht Ihr Freund und Kollege Hanetzok?
Der Grund ist sehr einfach. Jürgen leitet als Festwirt das Zelt am Volksfest Bad Reichenhall, das zeitgleich mit dem Freisinger Fest stattfindet. Die Arbeit wird einfach aufgeteilt. Er führt das Fest in Bad Reichenhall und ich in Freising.
Was stand denn im Konzept? Worauf dürfen sich Ihre Gäste in Freising freuen?
Ich weiß, unsere Küche ist stark, sie war immer mein Herzstück. Der wichtigste Punkt ist das Essen, das muss einfach gut sein. Außerdem steht der Familiengedanke stark im Vordergrund. Wir setzen auf Familienfreundlichkeit. So werden wir den dort befindlichen Sandkasten in unseren Biergarten integrieren. Damit sind die Kleinen versorgt. Wir haben eine sogenannte Skybar, ein zweistöckiges Zelt mit super Ausblick auf das Volksfest. Die wird sicherlich einige Jugendliche anziehen. Auch ganz neu ist das Weißbierkarussell. Und auch an die älteren Besucher ist gedacht. Wir haben eine moderne Soundanlage, mit der man die Musik gezielt steuern und so lautstärkenreduziert genießen kann. So ist eine Unterhaltung bei Kapellenklängen kein Problem. Es soll ein Fest für die ganze Stadt, für die ganze Familie, sein. Zudem bemühen wir uns, das erste plastikfreie Wiesenzelt zu werden.
Gibt es etwas, das auch für Sie neu ist?
Wir setzen auf Digitalisierung. Unser Kassensystem ist papierlos. Wir erhoffen uns dadurch einen Geschwindigkeitsgewinn, also dass die Gäste schneller ihre Bestellung erhalten, und natürlich spielt auch der ökologische Aspekt eine Rolle. Neu für uns ist, dass fast jede Bedienung mit einem Handy ausgestattet ist, mit dem sie die Bestellung aufgibt und an dem der Kunde bargeldlos bezahlen kann. Auch Tischreservierungen laufen bei uns übrigens digital. Die Gäste können sich auf einem Plan einen konkreten Tisch auswählen und direkt Zusatzleistungen mitbuchen.
Stichwort Bedienung: Wie groß ist Ihr Team?
Die Mannschaft ist wichtig, ohne die bin ich nichts. Es werden 250 bis 270 Mitarbeiter in unserem Festzelt am Freisinger Volksfest arbeiten. Es sind etwa täglich 50 Securitys, 140 Bedienungen und 40 Personen für die Küche und weitere Hilfskräfte und Reinigungspersonal beschäftigt. Natürlich hat Freising aktuell für uns einen besonderen Stellenwert. Wir stecken unsere ganze Schlagkraft rein. Wenn man etwas zum ersten Mal macht, dann gibt es vieles, das sich erst etablieren muss. Direkt eine gute Leistung abzuliefern, ist uns sehr wichtig.
Worauf freuen Sie sich in Freising am meisten?
Tatsächlich freue ich mich am meisten auf die Menschen, die man kennenlernt. Man wird mich oft im Zelt bei den Gästen im Gespräch sehen. Das ist auch das, was mir als Wirt am meisten Spaß macht: mich mit den Menschen zu unterhalten. Als Wirt muss man kontaktfreudig sein, und genau das macht mir Spaß. Und das spiegelt sich dann im Feedback wider. Wenn dann positive Kritiken kommen, nehme ich die viele Arbeit und den Aufwand gerne in Kauf. Nur so kann ich auch feststellen, ob meine Gäste zufrieden sind.
Gibt es auch etwas, das Ihnen Kopfzerbrechen bereitet?
Nicht auf Freising speziell bezogen, aber es gibt schon eine Sache, die mir Sorge bereitet. Ein Besuch auf einem Volksfest kann für eine Familie mit zwei Kindern schon mal schnell über 100 Euro kosten. Die Kosten für Strom, Lebensmittel, Personal und so weiter werden immer höher, weshalb unsere Preise auch steigen müssen, weil wir unsere Kosten sonst nicht reinbekommen. Ein Volksfestbesuch darf nicht zum Luxus werden. Das ist auch ein Thema, das uns im Gaststättenverband beschäftigt.
Mit Blick auf Ihre Küche: Worauf dürfen sich die Freisinger im Zelt einstellen?
Wichtig ist mir, dass wir täglich auch vergünstigte Mittagsangebote haben. Es wird eine gut bayerische Volksfestküche geben, mit vielen traditionellen Gerichten wie Schweinebraten, Schweinswürstl, Krustenbraten, Keulen, Hendl, Ente, Brotzeitbrettl und mehr. Natürlich stehen auf der Karte auch ein paar vegetarische Gerichte und Portionen für Kinder. Wir machen alles selbst, auch unsere Soßen sowie den Kraut- und Kartoffelsalat. Da findet man keine Konservierungsstoffe.
Und für viele wichtig: Was können Sie zum Bierpreis sagen?
Wir bewegen uns hier im bayerischen Mittelfeld bei 11,80 Euro zuzüglich Bedienungsgeld.
Was ist auf der Bühne geboten?
Wir werden im Umkreis von München das Zelt mit den meisten Oktoberfestkapellen sein. Insgesamt wird eine gute Mischung aus gemütlicher bayerischer Blasmusik, wie mit der Stadtkapelle, bis zur absoluten Partyband geboten. Es wird täglich etwas ruhiger losgehen, damit sich jeder noch unterhalten kann. Und dann wird die Stimmung langsam steigen, sodass am Ende alle auf den Bänken stehen. Am ersten Samstag beispielsweise spielen abends die Lokalmatadoren, die Partyband Zruck zu dir.