Stand: 26.08.2026, 19:00 Uhr
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Am 13. September darf Jan Kettler in Barnstorf zum ersten Mal bei einer Kommunalwahl seine Stimme abgeben. Besonders eine Entwicklung in seiner Heimatgemeinde beschäftigt den 18-Jährigen dabei.
Barnstorf – Mit 18 Jahren darf Jan Kettler am 13. September erstmals bei einer Kommunalwahl seine Stimme abgeben. Der Schüler aus Barnstorf interessiert sich für Politik – und hat klare Vorstellungen davon, wo seine Heimatgemeinde vor Herausforderungen steht. Kettler ist Schüler am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Twistringen, bald in der 13. Klasse, und darf erstmals bei einer Kommunalwahl mitentscheiden. Seine Stimme wird dabei nicht irgendwo in der Ferne abgegeben, sondern direkt in seiner Heimatkommune Barnstorf. Bei der Europawahl vor zwei Jahren durfte der damals 16-jährige Barnstorfer erstmals ein Kreuz setzen.
„Es ist schon etwas Besonderes“, sagt Kettler über seine erste Stimmabgabe bei einer Kommunalwahl. Schließlich habe er bislang keinen wirklichen Einfluss darauf gehabt, wer vor Ort politische Entscheidungen trifft. Jetzt könne er selbst mitbestimmen – und macht sich deshalb Gedanken darüber, welche Kandidaten die Probleme vor Ort am besten lösen könnten. Zur Wahl stehen ihm der amtierende Samtgemeindebürgermeister Alexander Grimm sowie seine beiden Kontrahenten Stefan Bruns und Thomas Heidemann.
Herausforderungen sieht Kettler in der Samtgemeinde einige
Herausforderungen sieht Kettler in der Samtgemeinde einige. Besonders beschäftigt ihn die Entwicklung des Barnstorfer Ortskerns. „Der Ortskern stirbt immer weiter aus“, beschreibt er seine Wahrnehmung. Immer mehr Geschäfte würden schließen. Gleichzeitig sieht der 18-Jährige Handlungsbedarf bei der Straßeninfrastruktur. Gerade nach den Glasfaserarbeiten gebe es zahlreiche geflickte Straßen, etwa auf dem Walsen. Auch der Moorweg sei aus seiner Sicht ein Beispiel dafür, dass etwas passieren müsse.
Seine Wahlentscheidung will Kettler deshalb nicht spontan treffen. Zum einen will er den MK-Talk in Barnstorf mit einbeziehen und sich vor der Wahl noch einmal intensiv mit den Programmen der Parteien und den Positionen der einzelnen Kandidaten auseinandersetzen. Erst danach will er entscheiden, wem er seine Stimme gibt.
Von einem Bürgermeister erwartet der junge Erstwähler vor allem Transparenz. Die Bürger müssten klar erkennen können, welche Ziele ein Bürgermeister verfolgt. Gleichzeitig reiche es nicht, Ziele lediglich zu benennen: „Er sollte sich dann natürlich aber auch für diese Ziele einsetzen.“
Besonders für Jugendliche sieht er eine Frage
Dabei hat Kettler nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung Barnstorfs im Blick. Die Stärkung der gewerblichen Struktur sei wichtig, sagt er, doch ebenso müssten die Bürger unterstützt werden. Besonders für Jugendliche sieht er eine Frage, die langfristig wichtiger werden könnte: Wie attraktiv bleibt Barnstorf für junge Menschen?
Aktuell gebe es durchaus Angebote, die Jugendliche ansprechen – allen voran das Freibad. Doch Kettler blickt auch mit Sorge auf die Zukunft. Wenn immer mehr Geschäfte verschwänden, könne der Ort für junge Menschen an Attraktivität verlieren. Zwar gebe es in Barnstorf Möglichkeiten für Ausbildung und Beruf, „aber es ist auch nicht so viel“. Für ihn stellt sich deshalb die Frage, wie lange Jugendliche in Zukunft noch gerne in der Gemeinde leben wollen oder können.
„Mit der Kommunalwahl können wir viel direkt lokal bewirken“
Gerade darin liegt für Kettler die Bedeutung der Kommunalwahl. Während Entscheidungen auf Bundesebene einen deutlich größeren politischen Rahmen betreffen, habe die Kommunalpolitik unmittelbare Auswirkungen auf den eigenen Alltag. „Mit der Kommunalwahl können wir viel direkt lokal bewirken“, sagt er.
Wie seine erste Wahl ausgehen wird, weiß Kettler noch nicht. Und auch die Entwicklung Barnstorfs in den kommenden Jahren bleibt für ihn eine offene Frage. Er sei gespannt auf das Ergebnis – vor allem aber darauf, was danach passiert. Entscheidend werde sein, ob sich in den ersten Monaten und Jahren tatsächlich Veränderungen zeigen oder ob die bekannten Probleme bestehen bleiben.