Stand: 03.09.2026, 20:00 Uhr
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Flughäfen und Airlines warnen vor Problemen bei der Einreise in Europa. Noch Anfang September endet eine wichtige EU-Ausnahme. Dann könnten Wartezeiten etwa in Frankfurt deutlich steigen.
Frankfurt – Flughäfen und Airlines schlagen Alarm: Das neue EU-Grenzkontrollsystem stellt den Reiseverkehr in den Schengenraum vor Probleme. Vertreter der Branche – unter anderem des Frankfurter Flughafens, der Fluggesellschaften Lufthansa und Condor sowie des Branchenverbands ADV – fordern, die am 6. September endenden Sonderregelungen der EU zu verlängern. Ohne diese Verlängerung, so die Warnung, seien extrem lange Wartezeiten für Reisende aus Nicht-EU-Ländern zu erwarten.
Um was geht es bei dem Thema, das den reibungslosen Ablauf etwa am Flughafen Frankfurt kräftig durcheinanderwirbeln könnte, genau? Seit Oktober 2025 setzt die EU ein digitales Grenzüberwachungssystem ein, das sogenannte Entry-Exit-System (EES), um ihre Außengrenzen besser zu sichern. Es gilt für alle Reisenden, die nicht aus dem Schengenraum stammen. Bei jeder Ein- oder Ausreise werden dabei Fingerabdrücke und andere körperliche Merkmale der Betroffenen aufgenommen und mit Datenbanken verglichen. Da diese Prozesse sehr zeitintensiv sind und zu erheblichen Verzögerungen führten, erlaubte die EU über den Sommer, die Kontrollen vorübergehend auszusetzen. Diese Ausnahmegenehmigung endet nun.
Wartezeiten für Transitreisende am Flughafen Frankfurt könnten sich verlängern
Die gute Nachricht dabei: Für EU-Bürger ändert sich nichts direkt. Allerdings könnten die Auswirkungen etwa am Frankfurter Flughafen spürbar werden. Fraport-Vorstand Dietmar Focke berichtete bei einer Podiumsdiskussion, dass bereits heute viele Transitreisende am Frankfurter Flughafen so lange an den Grenzkontrollen warten, dass sie ihren Anschlussflug zu verpassen drohen. Nur dank der geltenden Sonderregelungen habe der Flughafen im August noch gute Pünktlichkeitswerte erzielen können. Bei starkem Reiseaufkommen hätten Passagiere bis zu 90 Minuten warten müssen, so Fraport. Falle die Sonderregelung weg, sei mit noch längeren Wartezeiten und gravierenden Störungen des Flughafenbetriebs zu rechnen.
Flughafen Frankfurt von Thema besonders stark betroffen
Vor allem internationale Transitpassagiere der Lufthansa sind von den Problemen betroffen. Und die sind am Rhein-Main-Airport ein großes Thema. Der Flughafen Frankfurt ist einer der größten und wichtigsten Transitflughäfen in Europa und weltweit. Etwa die Hälfte bis zu zwei Drittel aller Fluggäste nutzten das Luftdrehkreuz zuletzt nicht als Start- oder Zielort, sondern steigen hier lediglich um. Bei Lufthansa heißt es mit Blick auf die nun anstehenden Änderungen: „EES funktioniert derzeit noch nicht in der erforderlichen Qualität und Verlässlichkeit.“ Personalvorstand Michael Niggemann und Condor-Geschäftsführer Peter Gerber kritisierten, dass es bislang keine Smartphone-App gibt, mit der Reisende die Grenzformalitäten im Voraus erledigen könnten. Die EU-Anwendung „Travel-2-Europe“, die genau das ermöglichen soll, wurde bisher lediglich in Schweden und Portugal eingeführt.
Das Bundesinnenministerium teilte derweil mit, dass die Bundespolizei gemeinsam mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex an der Einführung der App arbeite. Noch 2026 seien Testläufe an einem deutschen Flughafen geplant. Bundesweit soll die App dann 2027 verfügbar sein. Bis dahin seien jedoch «umfangreiche technische Integrationsarbeiten an den deutschen Grenzkontrollsystemen erforderlich».