Der Glasfaserausbau in der Feldkirchner Mozartstraße sorgt aktuell für Verwirrung. Kelag beruhigt, Arbeiten sollen weitergehen. Auch Magenta baut eine Trasse.
Der Glasfaserausbau in Kärnten schreitet schrittweise voran. Das Ziel des Großprojektes ist es, eine flächendeckende Breitbandversorgung sicherzustellen. Damit soll schnelles und leistungsfähiges Internet auch in ländlichen und abgelegenen Regionen Einzug halten.
Auch in der Feldkirchner Mozartstraße freut man sich auf schnelleres Internet, allerdings sorgt der Ausbau für einige Fragen, wie ein Besuch bei Gerhard und Hannelore Michenthaler zeigt. Das Ehepaar hat sich bei der Kleinen Zeitung gemeldet, die beiden beschäftigt eine große Frage: Wie geht es mit dem Glasfaserausbau in ihrer Straße weiter?
„Möchten Klarheit“
„Anfang des vergangenen Jahres hat die Kelag Connect begonnen zu graben und das Glasfaserkabel zu verlegen“, erzählt Gerhard Michenthaler. „Die Arbeiten wurden allerdings nie abgeschlossen, etwa im August 2025 hat man aufgehört. Wir sind noch nicht angeschlossen“, klagt der 79-Jährige. Für Verwunderung sorgt auch, dass das Telekommunikationsunternehmen Magenta kürzlich in der Straße vorbeigekommen sein soll. „Uns wurde mitgeteilt, dass Magenta im Oktober eine weitere Trasse aufgraben wird.“
Wir möchten einfach nur Klarheit und wissen, wie es weitergeht.
— Gerhard Michenthaler, Anrainer
Es fehle den Bewohnerinnen und Bewohnern der Mozartstraße an Transparenz. „Wir wollen auch niemandem etwas vorwerfen. Wir möchten einfach nur Klarheit und wissen, wie es weitergeht“, meint der pensionierte Ministeriumsmitarbeiter. Gezahlt haben die Michenthalers für den Ausbau übrigens noch nichts.
Kelag beruhigt
Antworten darauf hat die Kelag. Der Bau soll demnächst fortgesetzt werden. „Nach der ersten Bauphase startet jetzt die zweite Bauphase, die Vergabe an eine Baufirma ist vor Kurzem erfolgt“, heißt es von der Pressestelle des Energiekonzerns. Aktuell würden noch die „erforderlichen Abstimmungen“ mit der Stadtgemeinde erfolgen sowie die Detailplanung der Trasse ausgearbeitet werden.
Die bisherigen Arbeiten seien im Zusammenhang mit dem Ausbau der Fernwärme durch die BC Regionalwärme Gruppe GmbH gestanden. Mit diesem Unternehmen arbeite die Kelag zusammen. „Das aktuelle Projekt dient dazu, die mit der Regionalwärme mitverlegten Teilstücke zu verbinden und an unseren Glasfaser-Knotenpunkt beim Umspannwerk anzuschließen. Dieser Ausbau ist im Zeitraum drittes Quartal 2026 bis Ende 2027 geplant“, betont die Kelag. Die Arbeiten im vergangenen Jahr seien Teilprojekte im Zuge von jenen Fernwärmeausbauten des Kooperationspartners gewesen.

© KLZ / Andreas Hoi
Freie Provider-Auswahl möglich?
Im Bereich der Mozartstraße sollen die Inbetriebnahmen noch heuer erfolgen. Bürgermeister Martin Treffner (ÖVP) bestätigt, dass der Glasfaserausbau in Zusammenhang mit dem Fernwärmeausbau geschieht. Alle vom Ausbau betroffenen Feldkirchnerinnen und Feldkirchner sollen laut Kelag in den kommenden Tagen eine schriftliche Information zu den weiteren Schritten und zum geplanten Zeitablauf erhalten.
Wünschen würde sich Michenthaler jedenfalls einen „Lichtwellenleiter mit Open Access, sodass man sich seinen Internet-Provider selbst aussuchen kann“. Auch das sei nach Auffassung der Kelag kein Problem: „Die von uns errichteten Glasfasernetze werden als Open-Access-Netze betrieben, jeder Internet-Serviceprovider kann über unser Netz Kunden versorgen.“ Aktuell bieten 13 Internet-Serviceprovider ihre Dienste über die Netze der Kelag an. „Mit drei weiteren Anbietern sollen nach aktueller Planung bis Ende 2026 entsprechende Vereinbarungen abgeschlossen werden.“
Magenta-Projekt ist eigenständig
Losgelöst von den Aktivitäten der Kelag ist der privatwirtschaftliche Ausbau von Magenta – Auftraggeber dieses Vorhabens ist die Alpen Glasfaser GmbH. „Wir haben am 31. August offiziell in Feldkirchen gestartet“, heißt es vom Telekommunikationsanbieter. „Die Arbeiten beginnen im und rund ums ‚Musikerviertel‘ – dazu zählt auch die Mozartstraße – und werden danach sukzessive erweitert. Jeweils in Abstimmung mit der Gemeinde und den Grundstückseigentümern. Rund 3600 Glasfaseranschlüsse bei 27 Kilometern Trassenlänge werden errichtet.“ Die erste Ausbaustufe sei bis Herbst 2027 geplant. „Unmittelbar nach dem Tiefbau werden die ersten Kunden bereits aktiviert.“ Die zweite Ausbaustufe möchte man ab Herbst 2027 durchführen.
Dass zwei Glasfaserausbauten im selben Gebiet stattfinden, ist nicht ganz ungewöhnlich. Jeder Betreiber verfolgt eigene Ausbauplanungen und entscheidet, wo sich ein eigenes Netz wirtschaftlich lohnt.