Freizeitverkehr am Limit: Wie lassen sich Schweizer Strassen entlasten?

05.09.2026, 14:02

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Geht es für das Wochenende in die Berge oder mit der Familie in die Ferien, setzen sich 70 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer ins Auto. Nur gerade ein Drittel nutzt den öffentlichen Verkehr. Die Konsequenz: kilometerlange Staus, Ausweichverkehr durch die Dörfer und verstopfte Strassen.

Eine Studie der Hochschule Luzern hat deshalb untersucht, wie sogenannte Verkehrsspitzen reduziert und mehr Menschen in der Freizeit zum Umstieg auf den ÖV bewegt werden könnten.

Warum ist das Auto so beliebt?

Hört man sich in der Bevölkerung um, wird das Auto vor allem aus praktischen Gründen gewählt. Gepäck, mitreisende Kinder, eine mehrtägige Reise in eine ländliche Region und kein Umsteigen. «Das Auto ist bequemer, meist schneller und flexibler», sagt Studienleiter Widar von Arx.

Autokolonne auf der Autobahn bei Nacht, umgeben von Bergen.
Legende:

Stau in Donat-Ems (April 2026).

Keystone/ GIAN EHRENZELLER

Hinzu kommt: Wenn man wie beim Reisen häufig in Gruppen unterwegs ist, sei das Auto auch günstiger als der ÖV, weil man dann die Kosten durch mehrere Leute teilen könne. Wer ausserdem kein ÖV-Abo besitzt, fährt in neun von zehn Fällen mit dem Auto. Diese Faktoren gelte es zu verstehen, wenn der Freizeitverkehr verändert und mehr Leute mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs sein sollen, sagt von Arx.

Wie können Schweizer Strassen entlastet werden?

Die meisten Leute kommen mit dem Auto, also gilt es, auf der Strasse anzusetzen. Beispielsweise beim Parken. Laut Studie sind Menschen bereit, ihren Reisezeitpunkt anzupassen, wenn sie die Gewissheit haben, am Ziel dann einen Parkplatz zu bekommen. Das eröffne neue Möglichkeiten, Verkehrsspitzen zu glätten. «Dazu eignen sich digitale Parkplätze, um An- und Abreisen zu staffeln, oder Park-and-Ride-Anlagen, damit die Leute auf der letzten Meile umsteigen und nicht bis ins Dorf hineinfahren», sagt von Arx.

Beim ÖV geht es hingegen darum, praktische Nachteile zu beseitigen. Ein Tür-zu-Tür-Gepäckservice könnte dafür sorgen, dass bei Tagesreisen deutlich häufiger der Zug gewählt wird. Auch direkte Verbindungen machen den ÖV attraktiver: Ein zusätzlicher Umstieg senkt die Wahrscheinlichkeit, den Zug zu nehmen, um ein Drittel. Für den letzten Abschnitt einer Reise seien zudem gut aufeinander abgestimmte Mobilitätsangebote zentral.

Wer einen Tagesausflug macht, will die Zeit geniessen. Das heisst, die Zeit ist viel wichtiger als der Preis.

Warum lösen tiefere ÖV-Preise das Problem nicht? Dafür hat die Hochschule Luzern eine einfache Erklärung: Im Tourismusverkehr sind die Leute wenig preissensibel. «Wer einen Tagesausflug macht, will die Zeit geniessen. Das heisst, die Zeit ist viel wichtiger als der Preis», sagt Studienleiter von Arx . Wer beispielsweise viel Geld ausgebe für ein Skiticket, für den seien ein paar Franken mehr oder weniger für Auto oder Zug nicht entscheidend. Entsprechend schwierig sei es, die Leute in ihrer Freizeit über den Preis zu steuern.

So viel Kosten Auto und ÖV pro Kilometer

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Der Kostenvergleich zwischen Auto und Bahn ist komplex. Vereinfacht gesagt, kostet laut TCS das Autofahren in der Schweiz durchschnittlich rund 74 bis 76 Rappen pro Kilometer. Für Neufahrzeuge liegt der Preis höher. Autofahren wird insgesamt günstiger, je mehr Personen im Fahrzeug sitzen.

Im Zug muss je nach Strecke und Distanz mit 30 bis 70 Rappen pro Kilometer gerechnet werden. Das Bundesamt für Statistik geht laut neuesten Berechnungen von 52 Rappen aus. Mit Halbtaxabonnement oder GA wird der Kilometer deutlich günstiger.

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Tagesschau, 02.09.2026, 19:30 Uhr; noes