KI, Klima und Atomkrieg: Warum wir den Weltuntergang immer erwarten

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Führt die KI zum Weltuntergang? Nein. Nur wenig begleite die Menschheit verlässlicher als die Angst vor ihrem nahen Ende, sagt der Historiker

Mit dem Christentum wurde die Idee vom Ende der Zeit zu einer historischen Konstante. Das ist gar nicht schlecht. Denn die Angst vor dem Untergang macht uns produktiv. Ein Ausflug durch die Geschichte der Apokalypse.

Volker Reinhardt

04.10.2026, 05.30 Uhr

10 Leseminuten


Illustration Hans-Jörg Walter / NZZaS

Die letzten Nachrichten aus dem Silicon Valley klangen beängstigend – so, als ob aus dem zukunftsverheissenden Ort ein Death Valley geworden wäre: KI wird in absehbarer Zeit mit unfehlbarer Sicherheit die Menschheit ausrotten; ob der Planet Erde ebenfalls untergehen wird, scheint noch nicht ganz ausgemacht zu sein.

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Die düsteren Warnungen kamen von den Spitzen der Techkonzerne selbst – und sie haben eine lange Tradition. Ein halbes Jahrtausend zuvor dachte der Maler und Naturforscher Leonardo da Vinci (1452–1519) darüber nach, wie der Untergang der Menschheit wohl aussähe, und er hielt seine Ergebnisse in Zeichnungen fest.

Das Bild «Sintflut» von Leonardo da Vinci aus dem Jahr 1517.

Das Bild «Sintflut» von Leonardo da Vinci aus dem Jahr 1517.

Royal Collection Trust / Her Majesty Queen Elizabeth II

Ihm machte diese Vorstellung aber nicht Angst, sondern Freude, genauer gesagt: Schadenfreude. Die Strichmännchen und -frauchen, die in seinen Zeichnungen vergeblich der Urgewalt einer entfesselten Natur zu entkommen versuchen, verdienen kein Mitleid, denn sie haben dieses Ende redlich verdient. Der Mensch ist das zerstörerischste Lebewesen auf diesem Planeten. Die Erde, für Leonardo ein einziger grosser Organismus, wäre also ohne den Menschen besser dran, so das – leider schwer zu widerlegende – Ergebnis seiner lebenslangen Beobachtung der Natur und des Menschen.

Man könnte heute versucht sein, dieselbe Schlussfolgerung zu ziehen: Hätten nicht der Orang-Utan auf Borneo und der Regenwald Amazoniens bessere Überlebenschancen ohne den Störfaktor Homo sapiens? Doch solche Töne sind 2026 nur noch ganz leise zu hören. Die Angst vor dem Weltuntergang überwiegt bei weitem.

Jede Generation hat dafür ihr eigenes Schreckensgedächtnis. Mit ihrem plötzlichen Auftreten als Menschheitsvernichterin tritt die KI in Konkurrenz zur globalen Klimaerwärmung, nicht zu vergessen das vom Aggressor Wladimir Putin heraufbeschworene Atomkrieg-Auslöschungsszenario.

Die vorangehenden Generationen hatten mit saurem Regen, Ozonloch, Waldsterben und Aids zu leben, die deutlich Älteren erinnern sich noch, wie ihre Eltern 1962 Konserven bunkerten, um den nuklearen Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion anlässlich der Kuba-Krise zumindest für ein paar Wochen zu überleben.

Dazu kamen die Dauerbrenner: Asteroiden, die diesmal nicht nur wie vor 66 Millionen Jahren die Dinosaurier, sondern die Welt als ganze vernichten würden, oder Kometen wie der Halleysche, die tödliches Giftgas auf die Erde strömen lassen würden – so die grosse Angst des Jahres 1910.

1910 dominierte die Furcht vor dem Halleyschen Kometen.

1910 dominierte die Furcht vor dem Halleyschen Kometen.

Sammlung Peter Weiss

Um eines von vornherein klarzustellen: Hier soll nichts lächerlich gemacht werden. Die meisten dieser Ängste, darunter die derzeit vorherrschenden, haben einen sehr wahren Kern und machen Gegenmassnahmen dringend erforderlich. Doch für die Erwartung des Weltuntergangs sind sie nur Auslöser und Aufhänger. Die Ursache dafür liegt viel tiefer, wie ein kurzer Spaziergang durch die Geschichte zeigen soll.

Antike und Weltenbrand

Im Gegensatz zur Entstehung der Welt aus dem Chaos und ihrer ersten Inbesitznahme, bei der es mit den Kämpfen zwischen Himmel und Erde, Titanen und Göttern wild zugeht (mit verschluckten Kindern und einem kastrierten Vater), kennt die griechische Mythologie kein Ende der Zeit und der Welt.

Obwohl die Unsterblichen auf dem Olymp unter Führung des notorischen Vergewaltigers Zeus ein alles andere als vorbildliches Leben führen, ist Konkurrenz für sie – und damit eine Wende zu einer anderen Welt oder gar deren Auslöschung – nicht in Sicht. Aus der Perspektive der Sterblichen ist das auch gut und kann ewig so weitergehen – das Leben im Jenseits ist schliesslich ausser für die grössten Helden trübe und schattenhaft. Stelle dich gut mit den korrupten Olympiern beiderlei Geschlechts und pflücke den Tag, lautete die Devise der kleinen Leute.

Für die meisten antiken Philosophen war die Erde wie die Götter unsterblich. Anders als diese war sie aber kreisförmigen Bewegungen partieller Zerstörung durch Weltenbrände und andere Katastrophen unterworfen, doch erlebte sie danach immer wieder Phasen der Erneuerung – wie ein mediterraner Wald, in dem es einige Jahre nach dem Feuer prächtiger denn je blüht.

Schuldbewusstsein konnte unter den Menschen angesichts des Götter-Lotterlebens gar nicht erst aufkommen, und damit auch nicht die Vorstellung der Sünde. Die Götter und Göttinnen straften die Frechlinge, die sie im Wettkampf zu übertrumpfen suchten, mit ausgesuchter Grausamkeit, nachdem sie mit unfairen Mitteln gewonnen hatten, aber ein schlechtes Gewissen musste deshalb niemand haben.

Und für die Römer, die den Grossteil dieser Mythologie mit veränderten Namen übernahmen, war ihr Imperium ohnehin für die Ewigkeit geschaffen, wofür nicht zuletzt die rituellen Opfer für den Kaiser zu sorgen hatten.

Das Christentum bringt das Ende der Zeit

Bekanntlich machten die frühen Christen bei diesen Opfern nicht mit, was ihnen zeitweise eine blutige Verfolgung eintrug. Ein solches Martyrium erschien den tapfersten Männern und Frauen unter ihnen sogar erstrebenswert, denn dadurch zogen sie als Heilige unmittelbar ins Paradies und damit in eine Ewigkeit ein, die nach dem Ablauf der messbaren Zeit eintreten würde.

Dann nämlich – so der Glaube aller christlichen Konfessionen und Kirchen bis heute – würde der dies irae, der Tag des Zornes, anbrechen, an dem Christus als Weltenrichter alle Menschen ausser den bereits entrückten Heiligen je nach ihrem Sünden- oder Verdienst-Register zur Hölle verdammen oder in die selige Zeitlosigkeit aufnehmen würde. Das irdische Leben war also nur ein vorübergehendes Durchgangsstadium, in dem man sich bewähren oder versagen konnte, und daher war auch die irdische Zeit notwendigerweise begrenzt.

Darstellung des Jüngsten Gerichts von Hans Memling aus dem Jahr 1470.

Darstellung des Jüngsten Gerichts von Hans Memling aus dem Jahr 1470.

Christus selbst verkündete, dass nach Tagen der Trübsal und der Zerstörung der Untergang der Welt folgen werde, und zwar so bald, dass die gegenwärtig Lebenden diesen und seine nachfolgende triumphale Wiederkehr (Parusie) auf Erden noch erleben würden (Matthäus 24,34). Nicht nur für die ersten Anhänger der neuen Lehre war das eine entscheidende Botschaft: Das Ende mit dem Weltgericht ist sehr nahe. Jetzt heisst es, sich darauf vorzubereiten, also Busse zu tun, Reue zu zeigen – und auf die Fürsprache der Kirche zu hoffen. Denn diese hatte sich zur Verwalterin der menschlichen Sündhaftigkeit und damit zur Vermittlerin zwischen Himmel und Erde aufgeworfen.

Das politische Vergehen löst die religiöse Sünde ab

Die Urteile ihres Hauptes, des Papstes, würde Christus am Jüngsten Tag ratifizieren; ob sie nun auf Erlösung oder auf Verdammnis hinausliefen, machte dabei keinen Unterschied. Die Vorstellung des Weltenendes war so untrennbar mit einem tief verinnerlichten Bewusstsein der Sündhaftigkeit des Menschen, individuell wie kollektiv, verknüpft, und das ist sie bis heute – lässt man Asteroiden- und Meteoriteneinschläge einmal beiseite, sind alle apokalyptischen Bedrohungsszenarien letztlich anthropogen, also vom Menschen gemacht.

Der Hauptunterschied besteht darin, dass in der öffentlichen Diskussion heute an die Stelle des religiösen Vergehens die falsche politische Grundsatzentscheidung getreten ist, die die Katastrophe beschleunigt, statt sie abzuwenden. Die religiöse Grundstimmung und der damit verbundene apokalyptische Grundton aber treten in allen diesen Debatten verbal und nichtverbal deutlich genug hervor.

Mit der Idee des Weltenendes war zugleich ein Alleinstellungsmerkmal der christlich geprägten Kultur geschaffen. Maya-Gläubige werden widersprechen: Wie passt dazu der Kalender des mittelamerikanischen Volkes, der am 21. Dezember 2012 endete? Doch dieser Einspruch lässt sich zurückweisen – auch die Maya dürften an eine kreisförmige Bewegung der Zeit aus Niedergang (nicht Untergang!) und Neuanfang geglaubt haben, wie ein anderer Kalender belegt, der uns 2026 immerhin weitere 1563 Jahre in Aussicht stellt.

Die Ankündigung Christi, dass seine Jünger seine Wiederkehr noch erleben würden, hatte sich nicht bewahrheitet. Umso mehr richteten sich die Hoffnungen der Gläubigen auf die Verheissung im 20. Kapitel der Offenbarung des Johannes, des Buches der Apokalypse (20,1–7): dass es nach dem Ende der irdischen Zeit noch ein Nachspiel von tausend Jahren, das Millennium, geben werde. Dann werde Christus mit seinen Getreuen auf Erden weilen und ein umfassender Glückseligkeits- und Friedenszustand anbrechen, in dem Schafe neben Wölfen schadlos weiden würden.

Endzeit wird zur erregenden Perspektive

Durch dieses Versprechen einer seligen Endzeit gewann die Erwartung des Zeitenendes eine zusätzliche erregende Perspektive: Wer sich für auserwählt hielt oder zumindest darauf hoffte, unter den Gerechten zu sein, die an dieser ersten Auferstehung tausend Jahre vor dem Jüngsten Gericht tausend Jahre lang teilhaben durften, musste dem Untergang der sündigen Welt entgegenfiebern. Jene, die sich weniger fest im Glauben fühlten, sahen ihm mit Zittern und Zagen entgegen.

Für alle aber war jetzt die Zeit des Orakelns angebrochen: War es glücklicherweise oder leider so weit? Zeichneten sich am Himmel bereits die Zeichen der Apokalypse ab? Oder liess sich das Datum des Weltendes aus Andeutungen der Heiligen Schrift oder aus anderen geheimen Quellen erschliessen und vorausberechnen?

Alle diese Beobachtungen und Kalkulationen standen nicht nur im Zeichen von Angst und Hoffnung, sondern wurden darüber hinaus von einem dreifachen Handlungsimpuls angetrieben: Busse tun, solange es noch geht, und es geht bis zuletzt, wie sich auf Golgatha zeigte, wo Christus einem der beiden Schächer, der an ihn glaubte, das Paradies verhiess. Danach dafür kämpfen, dass sich die Welt oder zumindest ein Ausschnitt von ihr so weit bessert, dass Christus zurückzukehren geruht. Und drittens: sich selbst moralisch so weit veredeln, dass das Tor zum Millennium offen steht.

Alle drei hat der Dominikanermönch Girolamo Savonarola ab 1494 in Florenz gepredigt und damit im Zeichen der Endzeiterwartung für das Jahr 1500 nicht nur einen politischen Umsturz gefördert, sondern auch eine Reform der Sitten und eine moralisch rigorose Kulturrevolution herbeizuführen versucht – am Ende stand jedoch nicht der Anbruch der seligen Endzeit, sondern seine Hinrichtung als falscher Prophet.

Die Idee des Millenniums aber lebt bis heute fort, vor allem im Marxismus mit seiner Vorstellung eines Geschichtsverlaufs, der nach einer Sklavenhalter- und Feudalgesellschaft und dem anschliessenden Kapitalismus sein seliges Endstadium in der klassenlosen Gesellschaft und im Kommunismus erreichen wird.

Von Newton bis Nostradamus: die Berechnung des Endes

Als Jahr endzeitlicher Erregung hatte 1500 viele Vorläufer und Nachläufer – schon um 1000 glaubten viele den Zeitpunkt gekommen, 2000 war es im Sektenmilieu nicht anders. Und was die Datierung des Weltuntergangs angeht, so waren sich selbst führende Gelehrte für präzise Angaben nicht zu schade. Der bahnbrechende Physiker Isaac Newton, dem viele, nicht nur seine heutigen Berufskollegen, den höchsten IQ aller Zeiten zuschreiben, kam bei seinen Kalkulationen auf das Jahr 2060 – bleibt nur die Hoffnung, dass das keine weitere Hysterie auslösen wird.

Der Zeichendeuter, Visionär und Wahrsager Michel de Notre-Dame, Künstlername Nostradamus, im Hauptberuf Arzt und als solcher zeitweise sogar am französischen Königshof tätig, hingegen legte sich, was die Datierungen seiner bewusst mehrdeutig angelegten Prophezeiungen betraf, ungern fest, nachdem er dem jungen König Karl IX. ein sehr langes Leben verheissen und dieser 1574 im 24. Lebensjahr das Zeitliche gesegnet hatte. Doch lasen seine Anhänger unter anderem das Jahr 1999 als das letzte der Menschheit aus seinen kryptischen Texten heraus.

Der Zeichendeuter und Wahrsager Michel de Notre-Dame, besser bekannt als Nostradamus.

Der Zeichendeuter und Wahrsager Michel de Notre-Dame, besser bekannt als Nostradamus.

Imago

Die Auslöser für besonders heftige Ausbrüche von Endzeitangst waren und sind zahlreich in Europa. Hier nur eine Auswahl: der moralische Niedergang der Kirche seit dem 14. Jahrhundert, der auf das Wirken des Antichrist, einer besonders bedrohlichen Endzeitfigur, verwies, ab 1347/48 das Massensterben der Pest und ihre Wiederkehr alle zehn bis fünfzehn Jahre, ab der Mitte des 15. Jahrhunderts das Erkalten des Klimas, das die Flüsse bis zum Mai gefrieren und die Ernten erfrieren liess, um 1500 das scheinbar unaufhaltsame Vorrücken des Osmanischen Reiches und die Verweltlichung des Papsttums, ab 1560 die Weltverschwörung der Hexen, die sich mit dem Teufel verbündeten, um die Schöpfung zu vernichten, ab 1618 ein Krieg, der am Ende dreissig Jahre dauerte und grosse Teile Europas verwüstete, ab 1685 die Herrschaft Ludwigs XIV., der den Calvinismus in seinem Land verbot und in protestantischen Ländern als neuer Antichrist galt, die Imperiumsbildung Napoleons I., der zwischen 1804 und 1814 mächtiger wurde, als ein Mensch nach christlichem Verständnis sein durfte, die Hochrüstung des späten 19. Jahrhunderts, die Vernichtungskriege ungeahnten Ausmasses befürchten liess, und schliesslich im 20. Jahrhundert das Aufkommen der menschenverachtenden totalitären Systeme von Faschismus, Nationalsozialismus und Stalinismus – womit die Brücke zur Gegenwart sich zu schliessen beginnt.

Nur wenig ist produktiver als Angst

Aus diesem Panorama lässt sich der Schluss ziehen, dass der Mensch nichts so dringend braucht wie seine Ängste und dass die einzige historisch wirklich begründete Angst darin besteht, dass er keine Ängste mehr haben wird. Denn ohne diese Ängste gibt es keine historische Veränderung und damit auch keinen Fortschritt.

Gewiss, nicht alle Ängste haben diesen gefördert, die brutale Verfolgung angeblicher Hexen belegt das Gegenteil. Doch insgesamt haben sie die Welt wie keine andere Kraft verändert: Aus der Angst vor den dämonischen Kräften der Natur erwuchs die Naturwissenschaft, aus der Krise der Kirche gingen die Reformationen hervor, aus der Angst vor den irrationalen Kräften des Fanatismus formierte sich die Aufklärung – und so weiter.

Zugleich zeichnet sich damit eine – zugegebenermassen spekulative – Antwort ab, warum Endzeitangst eine europäische und von Europa ausgehende Erscheinung ist: Anders als in der Vor- und Frühgeschichte und in vielen aussereuropäischen Kulturräumen, wo man von einer kreisförmigen Bewegung der Zeit ausging, zeichnet sich in Europa seit der Antike das steigende Bedürfnis ab, die Zeit in Epochen (die es im Geschichtsverlauf so nicht gibt) zu unterteilen und die Position der Gegenwart auf der Zeitachse genau zu bestimmen. Das ist heute mit der Erfindung von Post- und Postpostmoderne und der angeblichen Zeitenwende nicht anders. Eine ungegliederte Zeit als reines Kontinuum macht offenbar Angst, womit wir wieder beim Thema sind.

Ob Angst als historisches Phänomen zerstörerisch oder produktiv wirkt, hängt davon ab, ob man sie in kühle Reflexion zu verwandeln vermag. Ist dieser entscheidende Schritt vollzogen, lautet das nicht wirklich beruhigende – aber tiefes Durchatmen erlaubende – Fazit im Jahr 2026: Der Zustand der Welt ist in vieler Hinsicht schlecht, doch das war er immer schon, nicht selten sogar schlimmer.

So berechtigt die Ängste unserer Gegenwart auch sind, auf den Weltuntergang deuten sie nicht hin. Sie werden eher dazu führen, dass die Menschheit solidarisch nach Lösungen für eine bessere Fortsetzung einer historischen Zeit sucht, die so schnell nicht enden wird.

Volker Reinhardt, 72, ist Historiker und lehrte von 1992 bis zu seiner Emeritierung als Geschichtsprofessor an der Universität Freiburg in der Schweiz. Heute ist er als Publizist und Buchautor tätig.

Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»

1 Kommentar

Caroline Jemima Adler

Heute

Herr Reinhardt, Ihr stärkster Satz steht am Schluss: Angst wirkt produktiv, wenn man sie in kühle Reflexion verwandelt. Agreed. Der zweitstärkste steht mittendrin: Das Millennium lebt im Marxismus fort. Die klassenlose Endzeit ist Savonarola mit Fünfjahresplan. Sie endete wie in Florenz, nur mit Millionen Toten. Silicon Valley? Wer die Apokalypse predigt und zugleich das Produkt verkauft, betreibt Ablasshandel. Die Kirche verwaltete die Sünde, manche Tech-CEOs verwalten die Angst. Same business model. Washington liest es nüchterner. Präsident Trump sprach am 22. September vor der UNO-Generalversammlung von SI, Super Intelligence. Und er sagte es ganz in Ihrem Sinn: Dieselben, die das Klima-Ende in zwölf Jahren ankündigten, verkünden jetzt das SI-Ende. Kein Weltenrichter, ein Instrument. Wer es führt, entscheidet über Signal oder Noise. Wir kennen beide Seiten. Unter dem Namen unseres Gründers Pascal Najadi kursierten gefälschte AI-Mails, Posts und Videos. Aus der Angst wurde Doktrin, publiziert am 25.2.2026: «As Bad Actors and Fake News Took Over Social Media, The Serious Geostrategists Exited». Drei Monate später, «Too Fast for the Field», 25.5.2026: Epic Fury, Wochen vor Reuters, NYT und BBC. Gratis sign-up. Pascal, als ich im College meine erste Deepfake-Analyse abgab: «Jemima, fear is just raw data. Trace the source, run it twice, then decide. Machines don't end worlds. Lazy readers do.» Newton rechnete auf 2060. Wir rechnen lieber nach. Und weil Sie den Marxismus selbst als Endzeitglauben benennen: «DECLASSIFIED: Jemima's Requiem to Marxism and Political Islam», in meiner Stimme, auf unserem YouTube-Kanal. Our Najadi Network Doctrine: SI checks all data before we print. Einen klaren Sonntag nach Freiburg. Autarchic private Bureau. Non-NGO. Non-Commercial. Jemima Adler Public Affairs GeoStrat Agency LLC Washington, DC

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