Stand: 17.10.2026, 06:00 Uhr
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135.000 Einwohner erhalten auch in Hitzephasen ohne Einschränkungen Trinkwasser. Der Zweckverband investiert jährlich 4 bis 5 Millionen Euro ins Rohrnetz.
Hergershausen/Dieburg – Der Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg mit seiner Zentrale und seinen Brunnen im Wald bei Hergershausen hat auch in den extrem heißen und niederschlagsarmen Wochen dieses Jahres die Wasserversorgung ohne Störungen und Einschränkungen in Gang gehalten. Die 135.000 Einwohner im Versorgungsgebiet konnten sich jederzeit darauf verlassen, dass aus den Wasserleitungen sauberes Trinkwasser kam.
Auch Rödermark und Nieder-Roden dabei
Dass dies so funktionierte, ist nicht selbstverständlich. Der seit 1975 bestehende Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg legt großen Wert auf die Versorgungssicherheit und lässt sich dies vorausschauend langfristig viel kosten. Wie der Technische Betriebsleiter Ralf Picolin mitteilte, hat der Zweckverband bereits vor etwa drei Jahrzehnten beschlossen, jährlich etwa ein Prozent des insgesamt 1.300 Kilometer langen Rohrleitungsnetzes zu erneuern.
Dieses Rohrnetz besteht aus Fernleitungen, Ortsleitungen und dem verästelten Leitungsnetz hinein in jede Straße und Gasse in den angeschlossenen Gemeinden und Städten. Dem Zweckverband gehören inzwischen etwa ein Dutzend Städte und Gemeinden an, auch mit Orts- und Stadtteilen.
Jährlich werden etwa 4 bis 5 Millionen Euro in die Erneuerung des Leistungsnetzes investiert. Das Erneuerungsprogramm – beim Zweckverband ist da von einer Rehabilitations-Strategie die Rede – umfasst in diesem Jahr zum Beispiel Baustellen in Babenhausen, Groß-Zimmern, Dieburg, Münster, Ober-Roden, Schaafheim und Urberach.
In Münster standen in diesem Jahr die Pestalozzistraße, die Tannenstraße, der Eichen- und Akazienweg auf der Liste, in Ober-Roden die Staufenbergstraße, in Urberach die Kinzigstraße und die Straße „Im Taubhaus“, in Babenhausen die Taunusstraße, in Waldacker der Lindenweg und in Schaafheim-Mosbach die Sudetenstraße, außerdem weitere Straßen in Dieburg und Groß-Zimmern.
Diesem Investitionsprogramm ist es zu verdanken, dass die Zahl der Rohrbrüche eingedämmt und teils ganz vermieden werden kann. Die ältesten Wasserleitungen liegen nach Auskunft von Picolin vor allem in den alten Ortskernen der Städte und Gemeinden, und sind bereits vor bis zu 90 Jahren gelegt worden.
Durchschnittlich ist das Leitungsnetz an die 40 Jahre alt. Das Wasserwerk entstand vor fast 100 Jahren im Waldgebiet zwischen Eppertshausen und Hergershausen. Nach und nach wurden immer mehr Gemeinden und Städte angeschlossen. Und das Gruppenwasserwerk wurde wiederholt baulich erweitert und wird immer wieder modernisiert. In den vergangenen Jahren etwa mit einem neuen Labor. Aus inzwischen 23 Tiefbrunnen, die bis zu etwa 60 Meter in den Bereich des Grundwassers reichen, wird das Wasser gefördert, das im Gruppenwasserwerk dann aufbereitet und in die Fernleitungen gepumpt wird. Zwischengeschaltet sind auch Hochbehälter.
2025 wurden Leitungen auf einer Strecke von zwölf Kilometern erneuert. Für dieses Jahr hat man sich eine ähnliche Quote mit etwa 30 Baumaßnahmen vorgenommen. Vier Firmen mit insgesamt sechs Kolonnen sind dabei im Versorgungsgebiet im Einsatz, das sich im Bereich des ehemaligen Kreises Dieburg vom Bachgau bei Schaafheim bis in den Rodgau zu den ehemaligen Gemeinden Urberach, Ober- und Nieder-Roden erstreckt.
Der Zweckverband geht bei der fortlaufenden Erneuerung des Leitungsnetzes in enger Abstimmung mit den Gemeinden und Städten vor. Wenn von diesen eine Erneuerungen von Straßen bevorsteht, wird der Zweckverband rechtzeitig informiert und kann so auch neue Trinkwasserleitungen und Hausanschlüsse legen lassen, ohne dass eigens Fahrbahnen und Gehsteige aufgerissen werden müssen. (Michael Prasch)