Hackergruppe veröffentlicht Daten nach Angriff auf Berliner Landesnetz

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Hackergruppe veröffentlicht Daten nach Angriff auf Berliner Landesnetz

Eine Person legt ein Handy vor einem Bildschirm ab (Quelle: imago images/M.Ossowski/S.Simon
Eine Person legt ein Handy vor einem Bildschirm ab (Quelle: imago images/M.Ossowski/S.Simon
  • Nach Hackerangriff auf Berliner Landesnetz sind Daten im Darknet veröffentlicht worden
  • Täter hatten Land Berlin Ultimatum bis Freitag gesetzt, Geld zu zahlen
  • Senat bekäftigte mehrfach, sich nicht erpressen lassen zu wollen
  • Daten werden jetzt untersucht

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Nach Ablauf eines Ultimatums haben mutmaßlich die Hacker, die sich Zugang zum Berliner Landesnetz verschafft hatten, Daten zum Download veröffentlicht. Das gab die Hackergruppe Rhysida am Freitagnachmittag auf ihrer Webseite im Darknet bekannt.

Beschaffenheit der Daten noch unklar

Nach rbb-Informationen wurden rund 1,4 Milllionen Daten in mehreren Paketen zugänglich gemacht. Nachdem der Link zu den Datenpaketen zunächst eine Fehlermeldung generiert hatte, sind nach rbb-Informationen inzwischen zahlreiche Ordner zu sehen. Demnach sollen sich darunter Arbeitszeugnisse, Ausschreibungen, Beurteilungen von Mitarbeitenden und deren Personalakten befinden.

Überprüfen ließen sich die Angaben zunächst allerdings nicht. Ob es sich um die gesamte Menge der Anfang August gestohlenen Daten handelt, ist ebenfalls unklar.

Datenprüfung durch Sicherheitsbehörden

Wie der Berliner Senat mitteilte, führen die Sicherheitsbehörden derzeit "eine intensive Datenprüfung durch". Demnach untersuchen auch IT-Forensiker im Auftrag des Landes Berlin die veröffentlichten Daten.

"Sofern im Rahmen der Analyse einzelne betroffene Personen identifiziert werden, werden diese risikobasiert und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben von den zuständigen Senatsverwaltungen informiert", hieß es weiter. Bürger, die Hinweise darauf hätten, dass ihre Daten veröffentlicht wurden oder für Straftaten genutzt werden, sollten Strafanzeige erstatten.

"Nach dem, was ich jetzt hier sehen kann, haben sie den kompletten Datensatz für alle zur Einsicht live gestellt", sagte der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Joachim Selzer, der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist für die Berliner Verwaltung schon unangenehm. Das sind natürlich sehr viele interne Daten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Ich sehe hier zum Beispiel Personalangelegenheiten, auch Arbeitszeugnisse. Mit solchen Daten können Kriminelle immer irgendetwas anfangen."

In den Daten fänden sich unter anderem Bauangelegenheiten, Notfallpläne, Dokumente zu Bewerbungsverfahren, Stundenzettel, Wiedereingliederungsmaßnahmen von Mitarbeitern oder Betriebsratsunterlagen, sagte Selzer. Aber auch "jede Menge behördlicher Kleinkram". Dies seien häufig "lauter Kleinigkeiten, die für Identitätsdiebstahl interessant sein könnten".

Senatssprecherin: Täter verlangten zwei Millionen Euro

Die Daten waren Mitte August bei einem Angriff auf das Berliner Landesnetz erbeutet worden - also das Netzwerk der Berliner Verwaltung. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bestätigte in der vergangenen Woche, dass Berlin nach dem Datendiebstahl erpresst werde. Wie die Senatskanzlei mitteilte, verlangten die Erpresser 30 Bitcoin, was rund zwei Millionen Euro entspricht.

Vonseiten des Senats wurde mehrfach bekräftigt, dass das Land nicht zahlen wolle. "Es muss davon ausgegangen werden, dass die Daten im Anschluss weiterveräußert oder ganz oder in Teilen veröffentlicht werden", hatte Senatssprecherin Christine Richter der Deutschen Presse-Agentur (DPA) gesagt.

Nach dem Verstreichen der Frist am Freitagnachmittag wurde auf der Webseite der mutmaßlichen Erpresser im Darknet die "Auktion" beendet. "Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen - viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!", hieß es dort.

Nach Wissen des Senats handele es sich bei den Tätern um eine hochprofessionelle Gruppierung, die mit diversen Cyberattacken auf Ziele in Nord- und Südeuropa, Deutschland und den USA in den vergangenen Jahren in Verbindung gebracht werde. "Erkenntnisse über Verbindungen nach Russland oder gar dem russischen Staat liegen nicht vor, können aber auch nicht ausgeschlossen werden."

Sendung: rbb|24, 04.09.2026, 20:45 Uhr
Audio: rbb|24, 04.09.2026, Sebastian Schöbel

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