Donald Trump droht Bombardier: Kein Zugang zum US-Markt

Handelskrieg :

Trump droht Bombardier

08.09.2026, 13:28Lesezeit: 2 Min.

Flugzeugbau im Bombardier-Werk in Mississauga, Ontario

Keine Flugzeuge mehr vom kanadischen Nachbarn, fordert der US-Präsident. Er wirkt auch sonst ziemlich aufgebracht.

US-Präsident Donald Trump hat am Tag bevor die Gegenzölle Kanadas auf US-amerikanische Einfuhren in Kraft traten, den Handelskonflikt mit einer neuen Drohung verschärft: Der kanadische Flugzeugproduzent Bombardier soll keine Flugzeuge mehr in den USA verkaufen dürfen, verbreitete Trump mittels seines Sprachrohrs Truth Social. „Wenn sie Zugang zu unserem Markt wollen, müssen sie hier bauen und aufhören, Amerika wie ein ‚Sparschwein‘  zu behandeln.“

Bombardier wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass es Mitarbeiter in 20 amerikanischen Bundesstaaten beschäftigt und Zehntausende Arbeitsplätze bei 2800 Zulieferern aus 47 Bundesstaaten sichere. Bombardier-Flugzeuge verwendeten Triebwerke, Bordelektroniksysteme und zahlreiche andere wichtige Systeme, die von US-Unternehmen geliefert würden. Tragflächen würden in Texas gefertigt, wichtige Komponenten der Flugsteuerung entstünden in einem Bombardier-Werk im Großraum Los Angeles. Das Unternehmen plant zudem einen neuen Standort im Bundesstaat Indiana.

Vorstoß schockiert republikanischen Politiker

Trumps Vorstoß hat den republikanischen Senator Jerry Moran aus Kansas aufgeschreckt, wo Bombardier mehr als 1000 Leute beschäftigt. Er habe sich an die Trump-Regierung gewandt, um sicherzustellen, dass dem Präsidenten die erheblichen Beiträge Bombardiers für Kansas bewusst sind.

Trump behauptete unterdessen, dass Bombardiers Produkte nicht gut genug seien und mehr als 50 Prozent der Einnahmen aus den Vereinigten Staaten stammten. Er gab ferner an, dass Kanada das amerikanische Unternehmen Gulfstream Aerospace daran gehindert habe, in Kanada Geschäfte zu machen. Diese Behauptung ist seit Februar von der Realität überholt: Kanada ließ nach ersten Sicherheitsbedenken die Gulfstream-Modelle zu.

Trump zeigt gegenüber Kanada ungewöhnliche Aggressivität, in die sich Großmachtphantasien mischen. Eine zu Beginn der Woche von ihm gepostete Zeichentrickanimation zeigt Trump, wie er Kanadas Premierminister Mark Carney mit einem Eishockeyschläger verprügelt und als Gouverneur tituliert. Er postete überdies eine Landkarte, die ganz Nordamerika und Grönland in eine US-Flagge gehüllt zeigt. Trump forderte seine Landsleute auf, amerikanische Fluggesellschaften zu nutzen, amerikanische Spirituosen zu trinken und auf dem Lake America zu segeln, wie er den Lake Ontario nennt.