Kroatischer Kapitän warnt vor Urlauber-Kollaps: „So werden wir die Adria zerstören“

Kroatischer Kapitän schüttet sein Herz aus: „So werden wir die Adria zerstören“

Stand: 08.09.2026, 13:28 Uhr

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Ein kroatischer Kapitän warnt: Wer nur Übernachtungsrekorde jagt, zerstört die Adria. Sein Appell geht unter anderem auch deutsche Urlauber an.

Dubrovnik – Ein Mann, der seine Zeit seit über drei Jahrzehnten auf dem Meer verbringt, schlägt Alarm. Milo Miklaušić ist Kapitän auf der Adria sowie beeidigter Sachverständiger für Seerecht und hat einen Appell, der weit über die Grenzen Kroatiens hinausgeht. Seine Nachricht, die er auf dem kroatischen Nachrichtenportal morski.hr veröffentlicht hat, ist klar: „Wenn wir weiterhin Übernachtungen und Rekorde zählen, werden wir die Adria zerstören.“

Menschen laufen an der kroatischen Adriaküste

Ein kroatischer Kapitän warnt: Wer nur Übernachtungsrekorde jagt, zerstört die Adria. Sein Appell geht unter anderem auch deutsche Urlauber an. (Symbolbild) © dpa/Xinhua | Marko Dimic/Pixsell

Der Kapitän sieht den Massentourismus an vielen Adria-Perlen überaus kritisch. Häfen hätten Kapazitäten, Insel begrenzte Wasservorräte – das Ökosystem leide laut des Seemanns zunehmend. Je beliebter ein Reiseziel werde, desto mehr verliere es den ursprünglichen Charme. „Ein Gast, der auf eine Insel reist, um dem Massentourismus zu entfliehen, wird nicht zufrieden sein, wenn er dort dieselben Menschenmassen vorfindet“, sagt er.

Adria-Kapitän plädiert für mehr Qualität statt Quantität

Milo Miklaušić plädiert daher für Qualität statt Quantität. Kroatien brauche keine stets wachsende Zahl an Touristen, sondern ein Erlebnis für die, die kommen. Menschen, die ihren Urlaub vor Ort genössen und zufrieden nach Hause zurückkehren, kämen wieder. Solche, die vor Ort eine Enttäuschung erleben, kämen laut des Kapitäns nie wieder. Eine Enttäuschung hatten Adria-Urlauber unter anderem durch Fäkalien im Wasser erlebt.

Massentourismus in Kroatien: Kapitän richtet Appell an Politik

Sein Appell richtet sich insbesondere an Politiker, Unternehmer und Bürger: Die Adria gehöre nicht nur ihnen. „Was wir heute mit Geld zerstören können, können wir morgen mit keinem Geld der Welt wiederherstellen“, gab er an. Auch deutsche Touristen erreicht er mit seinem Text inzwischen.

Kroatien gilt in Deutschland und Österreich als eines der beliebtesten Reiseziele. Miklaušić sagt, dass auch die Touristen aus beiden Ländern ihren Teil beitragen könnten – sie hätten eine Mitverantwortung für das, was vor Ort geschieht. Alle müssten entscheiden, wohin sie reisen, wann und wie viel sie für das Erlebnis zahlen. Der Kapitän fasst es zusammen: Kroatien muss kein Land der Rekorde sein. Es kann etwas Wertvolleres sein. Ein Land, dem die Menschen vertrauen. Als eine Maßnahme ist zuletzt der Alkohol-Verkauf stark eingeschränkt worden. (Quellen: morski.hr, kroatien-nachrichten.de) (rd)