ifo Institut: Exportstimmung in Deutschland auf höchstem Stand seit Februar 2022

Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hellt sich deutlich auf. Die Unternehmen profitieren von hohen KI-Investitionen und dem boomenden Export ins EU-Ausland.

Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP,

tlf

  1. August 2026, 8:30 Uhr

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Ifo Exportwirtschaft Umfrage Unternehmen EU China
Die Stimmung der Exportwirtschaft ist so optimistisch wie zum Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022. © Oliver Berg/​dpa

Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft ist angesichts der steigenden Nachfrage aus Europa so gut wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. Die Erwartungen der Unternehmen stiegen laut einer Umfrage des Münchner ifo Instituts im August auf 9,6 Punkte. Im Vormonat hatte der Wert noch bei minus 2,8 Punkten gelegen. Der August-Wert sei der höchste seit Februar 2022, der Anstieg der stärkste seit Juni 2020, teilte das ifo Institut mit.

Die Gründe für die sich aufhellende Stimmung liegen vor allem in den Exporten in andere EU-Länder. »Insbesondere die Ausfuhr in die EU boomt, während die Exporte nach China weiter schwächeln«, sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. Vor allem Hersteller von elektrischen Ausrüstungen sind laut der Umfrage weiterhin sehr optimistisch. Gleiches gelte für die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen, teilte das Institut mit. Die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft und die hohen Investitionen in KI dürften hier eine Rolle spielen.

Exportwirtschaft heizt Wirtschaftswachstum an

Auch die klassischen Bereiche der deutschen Industrie blicken zuversichtlicher auf ihre Exportaussichten. Sowohl die Automobilbranche als auch die Hersteller von Metallerzeugnissen sind bezüglich der Exporte optimistisch. Mit rückläufigen Exporten rechnen hingegen das Papiergewerbe sowie die Unternehmen in der Metallerzeugung und -bearbeitung.

Die gute Exportstimmung zeigt sich auch in den Kennzahlen der Gesamtwirtschaft. Der Außenhandel stütze das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal. Die Kennzahl legte im Vergleich zum Vorquartal mit 0,3 Prozent stärker zu als erwartet. Das gehe erneut »auf die gute Exportentwicklung zurück«, ⁠sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. ‌Im Frühjahr wurden insgesamt zwei Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als in den ersten drei ‌Monaten.