Im Visier Moskaus: Deutscher Rüstungsfirmenchef bangt um sein Leben
Stand: 19.08.2026, 14:11 Uhr
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Rüstungsmanager Stefan Thumann liefert Drohnen an die Ukraine – und lebt deshalb im Verborgenen. Russland soll Nowitschok-Anschlag geplant haben.
Berlin – Stefan Thumann, Geschäftsführer des deutschen Rüstungsunternehmens Donaustahl, lebt seit mehreren Monaten unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen. Auslöser hierfür ist eine Warnung deutscher Behörden vor einem mutmaßlichen Attentatsplan russischer Herkunft. Thumanns Unternehmen produziert und liefert Drohnen an die ukrainischen Streitkräfte. Aus diesem Grund sei er zu einem zentralen Ziel der russischen Staatsführung in Europa geworden, wie er dem Sender RTL mitteilte.
Attentatsplan mit Nervengift
Konkrete Informationen zur Bedrohungssituation wurden kurz vor Weihnachten 2025 bekannt, als die Sicherheitsbehörden den Firmenchef direkt informierten. Wie ProtoThema berichtet, steht der russische Militärgeheimdienst GRU hinter dem Vorhaben und setzte dabei operativ unerfahrene Mittelsmänner zur Überwachung ein. Diese Agenten wurden zwar im März festgenommen, dennoch besteht die Gefährdungslage weiterhin. Die Planung des Anschlags war offenbar bereits weit fortgeschritten und sah unter anderem den Einsatz des Nervengifts Nowitschok vor, wie T-online.de meldet.
Ein Leben im Verborgenen
Thumann steht unter dauerhaftem Personenschutz und wechselt regelmäßig seinen Aufenthaltsort. Trotz der erheblichen Einschränkungen im Alltag führt er die Unternehmensgeschäfte weiterhin fort. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Bedrohung hat der Rüstungsmanager Vorsorge getroffen: Er hat sein Testament aufgesetzt und einen Organspendeausweis ausgefüllt – Schritte, die in seinem Alter ungewöhnlich seien, so Thumann im Gespräch mit RTL.
Der Fall weist Parallelen zu den im vergangenen Jahr aufgedeckten Anschlagsplänen gegen den Rheinmetall-Chef Armin Papperger auf. Damals hatten US-Geheimdienste die Bundesregierung vor bevorstehenden Aktionen gewarnt, wie das Netzwerk CNA berichtet. Diese Vorgänge verdeutlichen, in welchem Ausmaß Akteure der ukrainischen Rüstungsunterstützung ins Zentrum verdeckter Operationen geraten sind: Für Führungskräfte der Branche hat sich die Auseinandersetzung von der geopolitischen Ebene längst zu einer konkreten persönlichen Bedrohung entwickelt. (Redaktion)