Insolvenz nach mehr als 70 Jahren: Nächster Traditionsbetrieb geht pleite

Insolvenz nach mehr als 70 Jahren: Traditionsbetrieb für technische Kunststoffteile hart getroffen

Stand: 28.08.2026, 13:37 Uhr

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Ein weiterer Traditionsbetrieb muss den Weg in die Insolvenz gehen. Erneut trifft es einen Automobilzulieferer. Jetzt wird ein Investor gesucht.

Saarburg/Trier – Die Insolvenzwelle in Deutschland reißt nicht ab. Vor allem in der Automobilzulieferindustrie geraten immer mehr Unternehmen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten in eine existenzbedrohende Lage. Nun trifft es auch die TECTRO SMT GmbH aus Saarburg: Der Hersteller technischer Kunststoffteile hat beim Amtsgericht Trier einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Ein Kugelschreiber liegt auf einem Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. (Symbolfoto)

Ein Kugelschreiber liegt auf einem Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. (Symbolfoto) © Jonas Walzberg/dpa

Das Gericht ordnete am 18. August 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Rechtsanwalt Dr. Alexander Lamberty LL.M. von der Kanzlei Professor Schmidt, Grünewald und Partner mbB zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der Geschäftsbetrieb läuft unterdessen uneingeschränkt weiter.

Tectro SMT: Insolvenz des nächsten Traditionsbetriebs

Gemeinsam mit der Geschäftsführung hat die vorläufige Insolvenzverwaltung bereits erste Maßnahmen zur Stabilisierung eingeleitet. Um die Löhne und Gehälter zu sichern, hat der vorläufige Insolvenzverwalter für die Monate August bis Oktober 2026 erfolgreich eine Insolvenzgeldvorfinanzierung beantragt.

„Unser vorrangiges Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb der TECTRO SMT GmbH ohne Unterbrechung fortzuführen und einer Sanierung zuzuführen. Die Produktion läuft und wir nutzen die gewonnene Zeit, um gemeinsam mit der Geschäftsführung tragfähige Sanierungsperspektiven zu entwickeln. Dabei stehen der Erhalt des Standorts und möglichst vieler Arbeitsplätze im Mittelpunkt“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Alexander Lamberty LL.M laut Mitteilung.

Über die Tectro SMT GmbH:

Das Unternehmen mit Sitz in Saarburg fertigt technische Kunststoffteile und liefert weltweit an Kunden. Zum Produktportfolio zählen unter anderem Filtergehäuse für den Maschinenbau, Stecker für das Motorenmanagement, Ventilgehäuse für Lkw-Bremssysteme, Kunststoffprodukte für das Tankmanagement bei PKWs sowie Zahnräder für die Automobilindustrie. Daneben stellt TECTRO Produkte für die Möbelindustrie, Landmaschinen, Luftfahrt und Rüstungsindustrie her. Bei allen Kunden gilt das Unternehmen als A‑Lieferant. Zusätzlich entwickelt und vertreibt TECTRO eigene treibgasfreie Feuerlöscher. Derzeit beschäftigt die Firma 49 Mitarbeiter.

Zusammen mit Geschäftsführer Horst Molitor hat der vorläufige Insolvenzverwalter zudem eine strukturierte Investorensuche gestartet. Begleitet wird der Prozess von der Mentor AG aus Trier. Geschäftsführer Horst Molitor betont: „Die TECTRO verfügt über erfahrene Mitarbeiter, langjährige Kundenbeziehungen und eine wichtige technologische Basis. Wir setzen alles daran, die laufenden Aufträge zuverlässig zu erfüllen und gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter eine nachhaltige Perspektive für den Standort Saarburg zu erarbeiten.“

Die Wurzeln des Traditionsbetriebs reichen bis in das Jahr 1937 zurück – nach mehr als 70 Jahren steht das Unternehmen nun vor einer ungewissen Zukunft. (Verwendete Quellen: Pressemitteilung des Unternehmens) (rjs)