Klinikum Freising schließt Lymphologie-Abteilung – Krankenhausreform ist schuld

Stand: 26.08.2026, 19:00 Uhr

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Die Schließung der Lymphangiologie ist beschlossene Sache. Sie erfolgt am 31. Dezember 2026. Schuld und Auslöser dieses Schritts, der der Klinikleitung nicht leichtgefallen ist, sei die Krankenhausreform des Bundes, köprt die Klinikumsleitung.

Die Schließung der Lymphangiologie ist beschlossene Sache. Sie erfolgt am 31. Dezember 2026. Schuld und Auslöser dieses Schritts, der der Klinikleitung nicht leichtgefallen ist, sei die Krankenhausreform des Bundes, so die Klinikumsleitung. © Lehmann

Die acht Betten umfassende lymphologische Abteilung am Klinikum Freising wird geschlossen. Grund ist die bundesweite Krankenhausreform, die stationäre Versorgung auf einheitliche Leistungsgruppen umstellt.

Freising – Mit acht Betten ist sie eine kleine, aber feine und für die Patienten wichtige Abteilung: die Lymphologie. Denn die in der Regel zwölf Tage andauernde stationäre Therapie trägt wesentlich dazu bei, Schwellungen zu reduzieren, Beweglichkeit zurückzugewinnen und die Lebensqualität zu verbessern. So schildern es drei Betroffene in einem offenen Brief. Dass sie, wie sie inoffiziell erfahren haben, nun nicht mehr in den Genuss dieser Behandlung kommen sollen, weil die Abteilung geschlossen werden soll, sorgt für Unverständnis, Ratlosigkeit und auch ein gutes Stück Hilflosigkeit.

Denn was passiert mit Patienten, bei denen eine ambulante Behandlung nicht ausreicht? Wohin solle man sich wenden? Die Betroffenen verstehen, dass Wirtschaftlichkeit ein wichtiger Faktor bei der Ausrichtung des Klinikums ist. Er dürfe aber nicht allein entscheidend sein, wenn es um Menschen gehe – zumal um Menschen mit chronischen Erkrankungen. Und so fragen sie Geschäftsführerin Maren Höntzsch, welche konkreten Alternativen angeboten werden und wo künftig stationäre Behandlungen stattfinden, wenn sie medizinisch erforderlich sind. Zudem möchten sie nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sondern würden sich den Dialog mit allen Betroffenen wünschen.

Doch die Angelegenheit ist beschlossene Sache, wie Höntzsch im Interview mit dem Freisinger Tagblatt darlegt. Die Schließung erfolge am 31. Dezember 2026. Schuld und Auslöser dieses Schritts, der der Klinikleitung nicht leichtgefallen sei, sei die Krankenhausreform des Bundes: Darin werde die stationäre Versorgung auf bundesweit einheitliche Leistungsgruppen umgestellt. An diesen Gruppen hänge künftig beides: der Versorgungsauftrag und die Vergütung.

Die „Logik der Reform“, wie es Höntzsch nennt, sei die Konzentration spezialisierter Leistungen an dafür ausgewiesenen Standorten. Für ein kommunales Haus ist ein kleines stationäres Spezialangebot unter diesen Bedingungen dauerhaft nicht darstellbar – anders als für wenige große, überregionale Fachabteilungen und Fachkliniken, die sich ganz auf die Lymphologie spezialisiert haben.

Hinzukomme der gesundheitspolitische Auftrag zur Ambulantisierung. Will heißen: Ein Anspruch auf vollstationäre Behandlung bestehe nur, wenn das Behandlungsziel ambulant nicht erreicht werden kann. Zunehmend mehr Kostenträger würden rein entstauende stationäre Aufenthalte als nicht mehr notwendig ansehen und folglich auch die Kosten dafür nicht übernehmen. Sei eine intensive stationäre Entstauungstherapie medizinisch erforderlich, so Höntzsch weiter, gebe es dafür spezialisierte lymphangiologische Einrichtungen in Bayern.

Das Freisinger Ärzteteam begleitet jeden Übergang individuell. Weil es also der Anspruch des Klinikums sei, den Patienten konkrete Anschlussbehandlungen zu ermöglichen, werde man in den kommenden Wochen ein persönliches Anschreiben mit Informationen zu Anschlussangeboten und einer direkten Ansprechperson verschicken.