Der frühere Unionsfraktionschef im Bundestag, Jens Spahn, hat nun auch den Parteivorsitz in seiner westfälischen Heimat aufgegeben. Bei einem CDU-Bezirksparteitag in Havixbeck trat der 46-Jährige nicht erneut als Bezirkschef der CDU im Münsterland an.
Als Nachfolgerin gewählt wurde die von Spahn vorgeschlagene NRW-Schulministerin Dorothee Feller. Sie erhielt 106 der 111 abgegebenen Parteitagsstimmen.
Es falle ihm sehr schwer, mit dem Rückzug aus dem Bezirksvorsitz nun nach 30 Jahren kein Amt in der Partei mehr zu haben, sagte Spahn. Er habe Vertrauen enttäuscht, dafür entschuldige er sich erneut ausdrücklich. Die Delegierten reagierten mit lang anhaltendem, kräftigem Applaus. Wortmeldungen in der anschließenden Aussprache gab es nicht mehr.
Ende Juli war der 46-Jährige bereits vom Vorsitz der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag zurückgetreten. Zuvor hatte er publik gemacht, dass er und sein Mann mithilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen haben. Dies wurde öffentlich und besonders in der Union kritisiert, weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und sich Spahns Partei klar gegen eine Legalisierung ausspricht. Er selbst hatte das in der Vergangenheit auch getan.
Fellers wichtigste Aufgabe: die Landtagswahl 2027
Sein Bundestagsmandat behält Spahn. Er arbeitet künftig unter anderem als Mitglied des Haushaltsausschusses. Die 60 Jahre alte, aus Dorsten stammende Juristin Feller war vor ihrem Amtsantritt als NRW-Schulministerin 2022 Regierungspräsidentin in Münster.
Wichtigste Aufgabe für die Zukunft sei eine erfolgreiche Landtagswahl 2027, sagte sie bei ihrer Vorstellungsrede als künftige Bezirkschefin. Es gebe keine Alternative zu einer CDU-geführten Landesregierung in NRW und erst recht keine blaue Alternative. »Wir müssen fragen, wieso der Populismus so erfolgreich ist«, betonte sie. »Jetzt erst recht« müsse die CDU mehr zuhören und Gespräche mit den Bürgern führen.
An die Spitze des CDU-Bezirks Münsterland war Spahn, der aus Ahaus nahe der niederländischen Grenze stammt, vor zwei Jahren gewählt worden. Er löste damit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ab, der den Posten 21 Jahre lang innehatte und nicht mehr angetreten war.