Karriere: Warum wird man als Mutter im Job weniger wert?
Mütter sind resilienter und arbeiten besser unter Druck. Und trotzdem erfahren sie meist Nachteile im Job. Warum eigentlich? Der neue Teil der Kolumne „Rabenmutter“.
Kolumnistin: Mütter erfahren im Job mehr Nachteile als Männer, beobachtet unsere Autorin. Foto: Max Brunnert, Getty [M] Handelsblatt
Eigentlich sind Mütter die perfekten Führungskräfte. Sobald man ein Kind bekommt und in Elternzeit ist, macht man ja nichts anderes, als sein eigenes kleines Familienunternehmen zu führen: Von Prozessmanagement (Haushalt machen) über Fortbildungen organisieren (Krabbelgruppen) bis hin zum Führen von schwierigen Gesprächen (Erziehung) werden eigentlich alle Themen tangiert, die auch sämtliche Chefs regelmäßig beschäftigen.
Insofern wäre es eigentlich nur logisch, wenn Mutterschaft die Karriere boosten würde. Tut sie aber nicht. Zumindest kenne ich kaum einen Fall, in dem der Nachwuchs der Frau einen Vorteil im Job gebracht hätte. Andersherum kenne ich übrigens kein Beispiel, in dem ein Kind seinem Vater einen Nachteil im Beruf gebracht hätte. Aber darum soll es jetzt nicht gehen, das ist nur eine Beobachtung am Rande.
Die Nachteile beginnen mit der Elternzeit
Da ist zum Beispiel die eine Freundin, die nach ihrer Elternzeit von einem Jahr geplant hat, in Teilzeit, also zu 80 Prozent, zurückzukehren. Der Arbeitgeber hat daraufhin versucht, sie zu kündigen, weil er meint, sie würde ihren Aufgaben so nicht mehr gerecht.

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