Katharinenmarkt in Hoya: Regen und Wind treiben Besucher weg

Stand: 21.09.2026, 19:10 Uhr

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Zwei Ritter kämpfen vor Publikum

Die Truppe „The Black Knights“ – die schwarzen Ritter – aus Tschechien präsentiert ihren mittelalterlichen Schaukampf. © Oliver Siedenberg

Der 34. Katharinenmarkt in Hoya lockte Ritter, Gaukler und Barden in den Bürgerpark. Ein Vereinsvertreter erklärt, warum diesmal weniger Besucher kamen als in den Vorjahren.

Hoya – Eine Zeitreise ins 14. Jahrhundert: Was wie eine Filmkulisse klingt, wurde beim 34. Katharinenmarkt in Hoya ein kleines bisschen Wirklichkeit. Mittelalterliche Stände, nahezu authentisch gekleidete Darsteller und mitreißende Live-Auftritte nahmen die Besucher mit in die Vergangenheit und erweckten die Geschichte der Herrschaft Graf Ottos III. für Groß und Klein zu neuem Leben. Wer sich mit den typischen Sitten und Bräuchen bisher nicht so gut auskannte, ließ sich von stimmgewaltigen Barden und furchterregenden Gestalten aufklären.

Mit Musik und einem feierlichen Markteinzug von Graf und Gräfin samt Gefolge hatte das Spektakel im und rund um den historischen Bürgerpark begonnen. Trommeln, Laute, Blockflöte und Tambourin waren schon von Weitem zu hören, als der von Gauklern begleitete Tross mit Erzbischof und Marktvogt, Graf und Gräfin, Braumeister und Seppelfricker über das Gelände zog. Einfache Bauern, Jäger, Edelfräulein in prunkvoller Gewandung, Kleriker in feinstem Ornat und Ritter in voller Montur gaben ein ebenso beeindruckendes wie buntes Bild. Jubel schallte ihnen von den Zelten und Marktständen entgegen, an denen sie vorbeizogen, bevor sie vor der Bühne Halt machten. „Lasst euch für Stunden von vergangenen Zeiten verzaubern und habt Dank für die Gastfreundschaft, die ihr uns hier gewährt. Der Markt ist eröffnet“, tönte sinngemäß eine Stimme aus der Schar, die damit an beiden Tagen das offizielle Startzeichen für den Katharinenmarkt gab.

Zwischen Leinenzelten, Handwerksvorführungen, Ritterlager und Ritterspielen konnten die Besucher in eine vollkommen andere Welt eintauchen, denn die Zeitreise hielt allerhand bereit: spannende Turniere, mittelalterliche Klänge, historische Spiele oder die Möglichkeit, sich selbst in Kalligrafie zu üben. Auch die Fertigkeiten der Handwerker machten den Bürgerpark zum Erlebnisort. Für die kleinen Besucher gab es vielfältige Unterhaltungsmöglichkeiten: vom Holzschnitzen über Märchenzelt und Glücksrad bis hin zum Hüpfen auf Stroh.

menschen in mittelalterlichen Köstümen

Die Gaukler ziehen in den Bürgerpark von Hoya ein. © Christel Niemann

Claudia Duensing aus Nienburg war von der Atmosphäre des Katharinenmarktes ganz begeistert. Sie lobte, wie detailgetreu alle Stände ausgesehen hätten. Auch von der Sprache der Budenbesitzer war sie fasziniert: „Schaut, hier könnt ihr euch verköstigen“ oder „Die Musik geht in zehn Augenblicken weiter“ und „dass mir keiner in die Weser pisse. Morgen wird aus dem Weserwasser Bier gebraut.“

Einzig Pech war, dass es in diesem Jahr mehrere Regenschauer gab und der Wind an beiden Veranstaltungstagen kräftig blies. Die Gassen rund um die Stände wirkten daher teils verwaist, und Chris Heusmann vom Katharinenmarktverein sprach von weniger Besuchern als in den Vorjahren. „Das Geld sitzt bei den Leuten nicht mehr so locker. In den Vorjahren hatte der Katharinenmarkt ein Einzugsgebiet von bis zu 300 Kilometern. Ich denke, dass sich bei den aktuellen Preisen von Benzin und Diesel so mancher einen Marktbesuch verkniffen hat.“

Doch trotz der Widrigkeiten hat der Katharinenmarkt seinen historischen Charme erneut entfaltet. Die zweitägige Zeitreise ins Mittelalter ist geglückt, und alle an der Marktorganisation Beteiligten haben sich ein kräftiges „Handgeklapper“ verdient.