KI darf nicht einkaufen: Amazon blockiert Metas Muse - Golem.de

Amazon begründet die Muse-Blockade mit Sicherheitsrisiken. Zugleich bedrohen KI-Agenten ein milliardenschweres Werbegeschäft.

Amazon erlaubt keine Einkäufe mit Metas KI-Agent Muse. (Bild: Ina Fassbender/AFP via Getty Images)

Amazon erlaubt keine Einkäufe mit Metas KI-Agent Muse. Bild: Ina Fassbender/AFP via Getty Images

Metas KI-Agent Muse darf nicht bei Amazon einkaufen. Amazon blockiert den Zugriff von Muse auf die Inhalte des Onlinekaufhauses, falls Muse-Nutzer darüber Produkte erwerben wollen.

Vor der Sperre bat Amazon Meta, freiwillig das Einkaufen auf seiner Webseite durch Muse zu unterbinden. Das hatte keinen Erfolg.

Nach Angaben von Amazon wurde das Unternehmen nie von Meta informiert, dass Muse eigenständig Einkäufe bei dem Anbieter durchführen soll. Der KI-Agent weise sich Webseiten gegenüber nicht als solcher aus, hieß es weiter. Amazon sieht Datenschutz- und Sicherheitsrisiken, wenn der KI-Agent auf die Daten der Kunden zugreift.

Nach Angaben von Geekwire(öffnet im neuen Fenster) erhalten Amazon-Kunden einen Warnhinweis, wenn sie versuchen, mit Muse bei dem Onlinekaufhaus einzukaufen.

Amazon im Kampf gegen Meta

"Der fortgesetzte Zugriff durch einen nicht autorisierten KI-Agenten verstößt gegen die Nutzungsbedingungen von Amazon, denen unsere Kunden zugestimmt haben", heißt es in einem Pop-up-Fenster. In einer Stellungnahme konkretisiert der Onlinehändler dies weiter.

"Wir halten es für ziemlich eindeutig, dass Anwendungen von Drittanbietern, die anbieten, im Namen von Kunden bei anderen Unternehmen Einkäufe zu tätigen, offen agieren und die Entscheidungen der Dienstleister darüber respektieren sollten, ob sie daran teilnehmen wollen oder nicht", erklärte ein Amazon-Sprecher Geekwire.

Meta reagierte auf eine Bitte um eine Stellungnahme bisher nicht. Zuvor versicherte das Unternehmen, dass der KI-Agent"keinen Einblick in die Passwörter oder Zahlungsmethoden der Nutzer" erhalten werde. Die von Nutzern weitergegebenen Zugangsdaten würden "in einem sicheren Speicher abgelegt", damit Muse sie zwar verwenden, aber nicht einsehen könne. Laut Amazon gibt es bereits Verhandlungen mit Meta, zu denen keine Details genannt wurden.

Amazon mag keine KI-Agenten

Amazon versuchte im vergangenen Jahr mehrfach, externe KI-Agenten von seinem Onlinemarktplatz fernzuhalten. So wurde Perplexity wegen des Comet-Browsers verklagt und KI-Agenten von Google und OpenAI wurden blockiert.

Amazon und Meta pflegen in anderen Bereichen enge Partnerschaften. Über Facebook und Instagram können Amazon-Produkte direkt verkauft werden und Meta schloss erst dieses Jahr einen Vertrag über mehrere Milliarden US-Dollar ab, damit seine eigenen KI-Agenten Amazons Graviton-Chips nutzen können.

Derzeit gibt es eine Debatte darüber, wer eigentlich den Einkauf und die Kundenbeziehung kontrolliert, wenn KI-Agenten im Auftrag von Kunden einkaufen. Für Amazon geht es um viel Geld: Vergangenes Jahr erzielte der Konzern Werbeeinnahmen in Höhe von mehr als 68 Milliarden US-Dollar. Das setzt voraus, dass Menschen diese Werbung sowie gesponserte Produkte auch sehen.


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