Stand: 02.08.2026, 08:00 Uhr
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15 Kinder lernen in der Bürgerhalle, wie man Würstchen im Brezelteig und Pizza-Chips zubereitet. Sechs Betreuer passen auf, dass niemand sich an Messern oder heißen Herdplatten verletzt.
Eppertshausen – „Die Veranstaltung war schon eine Stunde nach Bekanntgabe ausgebucht”, sagt Eppertshausens Jugendpflegerin Stephanie Groh über den „Kochkurs für Kinder” bei der Ferienfreizeit. Kein Wunder: Das Angebot von Hobbykoch Roland Groh ist ein Klassiker, dazu gelten jene Termine, bei denen die Ergebnisse durch den Magen gehen, seit geraumer Zeit als Renner. 15 Kinder, davon fünf Jungs, hatten dieses Mal das Glück, dabei zu sein.

In der Küche der Bürgerhalle wurden zunächst die verwendeten Gewürze wie Salbei, Thymian und Rosmarin vorgestellt. „Ein Teil unserer Gewürze kommt von ganz weit weg und wurde früher durch die Seefahrer nach Europa transportiert. Einige waren so wertvoll, dass sie in Gold aufgewogen wurden”, erklärte Groh. So hätten nur die reichen Herrschaften etwas davon gehabt.
Gucken oder hören die Kinder nur zu, schalten sie irgendwann ab.
Auf dem Speisezettel standen Würstchen im Brezelteig, überbackene Kartoffel-Hälften, Pizza-Chips, herzhafte Blätterteigstangen, Laugenstangen-Fingerfood und Früchte-Männchen. „Da heute in der Gesellschaft alles ruckzuck gehen muss, liegt bei uns der Schwerpunkt ebenfalls auf schnellen und trotzdem leckeren Gerichten”, sagt Groh. Außerdem verfolge man das Ziel, dass die Kinder das Servierte anhand der ausgegebenen Rezepte zu Hause leicht nachmachen können und im Fall der Fälle nicht auf Fertiggerichte angewiesen sind.
Wie das Betreuerteam berichtete, waren von den 15 Kindern im Kurs drei stark übergewichtig. „Das sind 20 Prozent. Die Zahl ist eigentlich zu hoch“, lautete die Feststellung. Mit sieben Sorten Obst für die Früchte-Männchen sowie Tomaten, Paprika, Salat und Radieschen für die weiteren Gerichte wurde ein weiterer Schwerpunkt auf gesunde Ernährung gelegt.
Die erstaunliche Zahl von sechs Betreuern, darunter viele Bekannte aus Eppertshäuser Vereinen, konnte sich sehen lassen. Letztlich kam ein Helfer auf zwei bis drei Kinder. Dieser Schlüssel war bewusst so hoch gewählt, weil die kleine Küchenschlacht diverse Gefahren birgt. Schließlich hantieren die Kinder mit Messern oder an heißen Herdplatten.
Bei der Zubereitung ist angedacht, dass die Mädchen und Jungen möglichst viel selbst machen. „Gucken oder hören sie nur zu, schalten sie irgendwann ab”, sagt Helfer Michael May. Er selbst hat diesbezüglich schon weniger gute Erfahrungen gemacht: „300 Euro hat mich einmal ein Kochkurs bei Alfons Schuhbeck gekostet. Da man dem Promi lediglich über die Schulter schauen durfte, war‘s eigentlich für die Katz.”
Um 12 Uhr sind alle Gerichte gezaubert, und es wird gemeinsam gegessen. Beim Nachwuchs hinterlässt dieses Angebot der Ferienfreizeit erneut Eindruck, der in einer Pause noch mit Eis versüßt wird. „Der Kurs hat Spaß gemacht”, bilanziert der 9-jährige Matvii. Zu Hause hat er sich schon öfter beim Backen versucht und dabei Kekse oder einen Kuchen kreiert. Mit Blick auf seinen späteren Beruf kann er sich durchaus vorstellen, Bäcker oder Koch zu werden.
Viele tolle Gerichte von der Oma gehen leider verloren.
Der Kurs endete erst um 15 Uhr, was nach dem Essen noch reichlich Zeit eröffnete. „Die kriegen wir auf alle Fälle rum. Schließlich muss noch aufgeräumt werden und über das Essen lässt sich so viel erzählen”, weiß Groh. Etwa, dass die gemeinsame Mahlzeit Menschen und Kulturen verbindet und dass Familien bei den Mahlzeiten unbedingt gemeinsam am Tisch sitzen sollten.
Und noch einen Hinweis gab der Experte weiter: „Viele tolle Gerichte von der Oma gehen leider verloren.” Das könnten auch die Enkel verhindern und sich das eine oder andere Rezept geben lassen, das bei der Großmutter besonders gut schmeckt. Laut Groh ist es dabei ganz besonders wichtig, nach der „geheimen Zutat” zu fragen. Denn ob Oma oder Spitzenkoch: „Jeder, der gut kochen kann, weiß um den kleinen, oft geheimen Kniff, der einem Gericht den unverwechselbaren Geschmack verleiht.”