Kriegsschauplatz Weltraum? Trump-Regierung bestätigt Waffen im All - China verurteilt „Militarisierung“

Stand: 15.09.2026, 22:04 Uhr

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Aus Science-Fiction-Ideen könnte Realität geworden sein: Die USA bestätigen, Waffen im Erdorbit zum Schutz der eigenen Streitkräfte positioniert zu haben.

Washington, D.C. – Sicherheitsexperten warnen seit Jahren davor: Der Erdorbit könnte zu einem Kriegsschauplatz werden, auch wegen der Abhängigkeit moderner Streitkräfte von den Fähigkeiten, die Satelliten bereitstellen. Ein ranghoher US-Regierungsvertreter hat nun erstmals bestätigt, dass die USA entsprechende Waffensysteme im All stationiert haben.

Troy Meink, Secretary of the US Air Force, attends an event where US President Donald Trump address the media making an announcement in the Oval Office of the White House in Washington, DC on Tuesday, Sept. 2, 2025. Trump is set to announce that he s basing US Space Command in Huntsville, Alabama, undoing former President Joe Biden s decision to put the headquarters in Colorado. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY WAX20250902804 AlxDrago

Luftwaffen-Staatssekretär Troy Meink hat bestätigt, dass die USA Waffensysteme im Erdorbit positioniert haben. (Archivfoto) © IMAGO/Al Drago/IMAGO/UPI Photo

Die Äußerung von Luftwaffen-Staatssekretär Troy Meink sei als Warnung an China und Russland zu verstehen, wie die DPA mitteilt. Demnach seien die Waffen notwendig, um auf neue Bedrohungen reagieren zu können, sagte Meink auf der „Air, Space and Cyber Conference“ im US-Bundesstaat Maryland am Montag (14. September).

Troy Meink: USA stellen sich Bedrohungen

„Heute stellen wir sicher, dass wir bereit sind, uns den Herausforderungen sich wandelnder Bedrohungen zu stellen, wo auch immer diese auftreten“, so Meink weiter. „Aus diesem Grund verfügen die Vereinigten Staaten nun über im Orbit stationierte Waffen zur Weltraumkontrolle, die die Streitkräfte vor feindseligen Handlungen von Gegnern verteidigen können.“

Meink nannte keine Details zu den Waffen oder zu dem Zeitpunkt ihrer Stationierung. Aber er betonte die Bedeutung der Stationierung für die „Abschreckung“. Die DPA zitiert einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter, dass das US-Militär unter anderem jetzt die Fähigkeit habe, feindliche Satelliten zu zerstören, falls diese US-Truppen oder Satelliten ins Visier nehmen. Dr. Bleddyn Bowen vom Royal United Services Institute meinte gegenüber der BBC, dass sich die USA auf „eine Art Plattform für elektronische Kriegsführung oder Funkstörsender“ bezogen haben könnten. Eine solche Waffe würde die Funkkommunikation stören. Eine Waffe, die Satelliten physisch zerstört, halte er für unwahrscheinlich, da viele Trümmer entstehen würden.

Space Force nennt Russland und China als Bedrohungen

Meink ist nach Angaben der DPA der oberste zivile Chef der U.S. „Space Force“, die 2019 in der ersten Amtszeit von US-Präsident Trump als eigene Truppengattung gegründet wurde und nun ins Zentrum der Öffentlichkeit rückt. Das Ziel der Raumfahrtabteilung der US-Streitkräfte ist der Schutz amerikanischer Interessen im Weltall, der als bedeutsam für die nationale Sicherheit des Landes gilt.

Die Space Force nennt explizit China und Russland als Bedrohung, die ihre militärische Schlagkraft im All ausbauen. Russland würde davon ausgehen, dass „die Vorherrschaft im Weltraum ein entscheidender Faktor in zukünftigen Konflikten sein wird“. China entwickele und betreibe dagegen „Weltraum- und Weltraumabwehrfähigkeiten als Teil einer Strategie zur Modernisierung des Militärs“, wie die Space Force mitteilt.

China lehnt Militarisierung des Weltraums ab

Am Dienstag (15. September) forderte das chinesische Außenministerium die USA laut DPA auf, das Aufrüsten im All nicht weiterzuverfolgen. Sprecher Guo Jiakun sagte in Peking, dass sich China konsequent für die friedliche Nutzung und die Wahrung der Sicherheit im Weltraum einsetze. Außerdem lehne China die Militarisierung des Weltraums ab. Sicherheitsexperten warnten bereits seit Jahrzehnten, dass der Erdorbit einmal Kriegsschauplatz werden könnte. Moderne Streitkräfte bräuchten Satelliten, etwa für Navigation, Kommunikation und Aufklärung. Angriffe könnten aber auch die zivile Kommunikation und andere Systeme stören, die für die Weltwirtschaft entscheidend sind.

Die USA könnten auch auf Satelliten stationierte konventionelle Waffen im Orbit positioniert haben, da dies der Weltraumvertrag nicht erfasst. Eine Stationierung von Atomwaffen im Weltraum verbietet dieser 1967 unterzeichnete Vertrag, wie die Welt schreibt. Ihm gehören unter anderem die USA, Russland und China an. Die Erforschung des Alls soll friedlichen Zwecken dienen. Dennoch loten etwa die USA, China und Indien Möglichkeiten außerhalb des Vertrages aus, wie sie Angriffe auf die für die militärische Kommunikation, Überwachung und Navigation wichtigen Satelliten der Rivalen durchführen können. (Quellen: DPA, spaceforce.mil, welt.de, bbc.com) (jws)