Stand: 15.09.2026, 22:08 Uhr
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Strom, Gas und Benzin werden immer teurer und belasten die deutschen Haushalte. Diese Maßnahmen helfen jedoch dabei, Ausgaben zu reduzieren und Kosten zu sparen.
Berlin – Preisschock an den Zapfsäulen: Super E10 hat einen neuen Allzeitrekord erreicht, Experten rechnen sogar mit Preisen von bis zu 3 Euro pro Liter. Doch nicht nur beim Tanken müssen sich die deutschen Verbraucher auf höhere Kosten einstellen. Auch Strom und Gas werden teurer. Vor allem mit Blick auf einen möglicherweise kalten Winter könnten die Ausgaben für Energie weiter steigen. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, mit denen Haushalte Kosten sparen können – beim Tanken, Gas und Strom.

„Wir werden uns damit auseinandersetzen müssen, dass wir Spritpreise um drei Euro bekommen“, so TIV-Sprecher Herbert Rabl in der Rheinischen Post. So weit ist es zwar noch nicht. Doch an den Zapfsäulen mussten Verbraucher am Wochenende bereits einen neuen Preisschock verkraften. Die Spritpreise sind erneut gestiegen. Der Automobilclub ADAC verzeichnete am Sonntag, 13. September, beim Super einen Rekordpreis von 2,27 Euro pro Liter.
Strom, Gas, Tanken: Alles teurer – so kann man an der Zapfsäule trotzdem sparen
Wer beim Tanken sparen will, sollte auch auf die Uhrzeit achten. Eine ADAC-Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland aus dem Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr liegen die Preise meist unter dem Tagesdurchschnitt. Zu diesem Zeitpunkt ist Tanken derzeit am günstigsten. Seit einer gesetzlichen Neuregelung dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Deshalb ist nicht mehr der frühe Abend die günstigste Zeit zum Tanken, sondern die Zeit kurz vor Mittag. Danach ziehen die Preise für Benzin und Diesel deutlich an.
Neben einer sparsamen Fahrweise können Autofahrer ihre Tankkosten mit einfachen Maßnahmen senken. Empfohlen wird ein Preisvergleich vor dem Tanken, denn zwischen den deutschen Tankstellen liegen oft bis zu 7 Cent pro Liter Unterschied– an Autobahntankstellen teils noch deutlich mehr. Auch der Griff zu Super E10 kann Geld sparen: Die meisten Benziner ab Baujahr November 2010 können problemlos mit diesem Kraftstoff betankt werden. Gegenüber Super E5 lassen sich im Schnitt 5 bis 6 Cent pro Liter sparen, rechnet der Automobilclub ADAC vor.
Doch nicht nur an den Zapfsäulen steigen die Preise. Mit Blick auf den nahenden Winter könnte es dieses Jahr für die Verbraucher viel teurer werden. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, warnte bereits vor höheren Gaskosten. Die unsichere Lage im Nahen Osten könnte die Gaspreise weiter unter Druck setzen. Eine schnelle Entspannung auf dem Gasmarkt ist derzeit nicht in Sicht.
Steigende Gaskosten im Winter: Darauf müssen sich Verbraucher einstellen
Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu rund 56 Prozent gefüllt. Damit liegen die Füllstände deutlich unter den Werten, die in den vergangenen Jahren zu diesem Zeitpunkt üblich waren. Bis November sollen die Speicher eigentlich auf 70 Prozent kommen. Doch wegen der gestiegenen Gaspreise aufgrund der Iran-Eskalation geht das Auffüllen nur langsam voran. „Wir sehen sehr viel Unsicherheit durch die Sperrung der Straße von Hormus. Das wiederum heißt: Gasverbraucher wie Mieter sollten sich auf höhere Rechnungen einstellen. Das ist nicht zu vermeiden, wenngleich die Preise jetzt bei Weitem nicht so hoch sind wie 2022“, so Müller zu T-Online.
Am Großhandelsmarkt sind die Gaspreise zuletzt deutlich gestiegen. Nach Angaben von 1Komma5° kostet Gas am niederländischen Handelsplatz TTF derzeit rund 82 Euro je Megawattstunde, etwa 148 Prozent mehr als im Vorjahr. Sollte das Preisniveau länger anhalten und von den Versorgern vollständig an die Kunden weitergegeben werden, könnten die Gaspreise auf mehr als 15 Cent pro Kilowattstunde steigen. Für einen Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden würde das nach Berechnungen von 1Komma5° mehr als 1.000 Euro zusätzliche Kosten im Vergleich zum Vorjahr bedeuten.
Wer bei den Gaskosten sparen will, sollte zunächst den eigenen Vertrag prüfen. Wie lange läuft er noch, wie hoch ist der aktuelle Preis und gibt es eine Preisgarantie? Laut der Verbraucherzentrale NRW kann sich ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter lohnen. In der Grundversorgung ist laut ntv eine Kündigung mit einer Frist von zwei Wochen möglich. Aber auch bei einem laufenden Vertrag kann ein Wechsel sinnvoll sein, etwa wenn der Gaspreis hoch ist oder die Preisgarantie bald ausläuft. Verbraucher sollten zudem darauf achten, dass eine Preisgarantie oft nur den reinen Gaspreis abdeckt – Netzentgelte, Steuern und Abgaben können trotzdem steigen. Auch Boni sollten genau geprüft werden, da ein Tarif trotz Prämie später teurer sein kann. Bei Vergleichsportalen empfiehlt es sich, Angebote nach dem Gesamtpreis ohne Boni zu vergleichen.
Hohe Strompreise: Besonders diese Haushalte sind davon betroffen
Auch beim Strom sind die Preise zuletzt deutlich gestiegen. Am gestrigen Abend erreichte der Großhandelspreis 740,01 Euro je Megawattstunde und lag damit nur knapp unter dem bisherigen Jahresrekord von Ende Juni. Der Höchstwert aus dem Vorjahr wurde sogar um rund 27 Prozent übertroffen. Besonders betroffen sind Haushalte mit dynamischen Stromtarifen, bei denen sich die Preise direkt am Börsenmarkt orientieren. Sie sollten bei solchen Preisspitzen ihren Verbrauch möglichst reduzieren und etwa das Laden eines E-Autos verschieben.
Im bisherigen September kostete Strom an der Börse durchschnittlich 147 Euro je Megawattstunde – rund 75 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Einschätzung von 1Komma5° könnten intelligente Speicher und eine bessere digitale Steuerung des Stromnetzes solche Preisspitzen abfedern. „Solche extremen Ausschläge beim Strompreis für wenige Stunden zeigen, warum wir mehr Stromspeicher brauchen“, erklärt Jannik Schall, Mitgründer von 1Komma5°. „Verbraucher mit Batterie und intelligenter Steuerung umgehen diese Preisspitzen problemlos. Netzdienlich eingesetzt könnten Speicher solche Spitzen für das gesamte Netz abfedern und Strom für alle günstiger machen.“
Ein Grund für die hohen Strompreise sei die Entwicklung am Abend: Wenn die Solarstromproduktion deutlich zurückgeht, steigt gleichzeitig der Strombedarf. Um die Nachfrage zu decken, müssen unter anderem Gaskraftwerke einspringen. Weil Gas aufgrund der Blockade der Straße von Hormus und des militärischen Konflikts im Nahen Osten deutlich teurer ist als in den vergangenen Jahren, wirkt sich das auch auf die Strompreise aus. (Quellen: ADAC, Rheinische Post, T-Online, ntv, 1Komma5°) (tsb)