Stand: 24.07.2026, 06:00 Uhr
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Die Zahl der Straftaten in der Region ist im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent zurückgegangen. Trotzdem beklagen Bürger fehlende Polizeipräsenz an neuralgischen Punkten.
Hersfeld-Rotenburg – Die Menschen in unserer Region fühlen sich in ihren Gemeinden relativ sicher. Das ist das Ergebnis des HeimatChecks der Hersfelder Zeitung, für den wir Anfang des Jahres mehr als 3000 Leserinnen und Leser in den 14 Gemeinden des HZ-Verbreitungsgebiets befragt haben. Mit einem Wert von 6,78 auf einer Skala von zehn Punkten gehört die Sicherheit zu den „stabilen Stärken der Region“.
Die Ergebnisse des HZ-HeimatChecks
Am sichersten fühlen sich die 3000 befragten HZ-Leser in Friedewald (7,60 Punkte von 10), Haunetal (7,48), Philippsthal (7,29), Hohenroda (7,11) und Schenklengsfeld (7,03). Im Mittelfeld liegen Oberaula (6,97) und Niederaula (6,55). Die unteren Plätze belegen Heringen (6,37), Bad Hersfeld (6,11) und Kirchheim (6,04). Schlusslicht ist Breitenbach/H, eine Bewertung, die sich Bürgermeister Jörg Schäfer nicht erklären kann. Auch die Polizei bestätigt, dass es dort zuletzt keine auffälligen Straftaten gab.
Diese Wahrnehmung deckt sich auch mit den offiziellen Zahlen der Polizeistatistik. Im Bereich der Polizeistation Bad Hersfeld ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent zurückgegangen. Die sogenannte Häufigkeitszahl liegt hier mit rund 3800 Straftaten pro 100.000 Einwohner deutlich unter dem hessischen Durchschnitt von etwa 6000. „Bad Hersfeld und die Umgebung sind weit überdurchschnittlich sicher“, sagt deshalb auch Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) im Interview mit der HZ. „Unabhängig davon bleibt es unser Anspruch, so viele Straftaten wie möglich zu verhindern“, stellt Poseck zudem klar.

Der Innenminister betont, dass die Polizeipräsenz deutlich erhöht wurde, räumt aber ein, dass die Polizei nicht überall gleichzeitig sein kann. „Ich höre von vielen Menschen, dass sie die stärkere Präsenz wahrnehmen“, sagt Poseck. Das sehen allerdings nicht alle Bürger so, wie die teilweise heftigen Kommentare auf der HZ-Facebook-Seite nach Posecks Besuch einer polizeilichen Großkontrolle am Montag in Bad Hersfeld zeigen. Hier beklagen viele Bürger, dass es besonders nachts und an neuralgischen Punkten wie der Breitenstraße und dem Schilde-Park an erkennbarer Polizeipräsenz fehlt.
Auch die Waffenverbotszone, die nach einem Messerangriff am Schilde-Park in der Innenstadt, eingeführt wurde, bezeichnen manche Kommentatoren als Symbolpolitik. Die Polizei indes betont immer wieder, dass gerade die Waffenverbotszone die Möglichkeit zu anlasslosen Kontrollen biete und wertet die Einführung als klaren Erfolg. Die Zahl der Straftaten in dem Bereich sei signifikant gesunken.
Trotzdem wird in Bad Hersfeld über die Einführung einer Videoüberwachung an besonders neuralgischen Punkten diskutiert. Nach HZ-Informationen soll das Thema erneut angegangen werden. Die Entscheidung darüber liegt bei den städtischen Gremien und der örtlichen Polizei, die den damit verbundenen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Bürger abwägen müssen. Innenminister Poseck sagt: „Es gibt mehr Menschen, die über ein Unsicherheitsgefühl klagen, als über zu viel Videoüberwachung.“ Poseck wirbt auch für eine Teilnahme Bad Hersfelds am Präventionsprogramm „Kompass“. Dafür scheint es aber in der Stadtpolitik keine Mehrheit zu geben.