Stand: 06.10.2026, 21:00 Uhr
Kommentare

Die Deutsche Bahn will die Lautsprecheransagen am Bahnhof Berkersheim nachts fast vollständig abschalten. Ob auch bauliche Schutzmaßnahmen folgen, soll eine schalltechnische Untersuchung klären.
Berkersheim – Als drittkleinster Stadtteil ist Berkersheim dörflich geprägt. Hier hört man noch die Vögel zwitschern. Doch es gibt einen Bereich, an dem es nicht ganz so idyllisch und ruhig ist, wie im restlichen Teil von Berkersheim: den Bahnhof, der mehrgleisig gestaltet ist. Zum einen fahren hier Regionalbahnen und ICEs auf den hinteren Gleisen durch, die zum Stadtteil hin durch eine mehrere Meter hohe Lärmschutzwand abgetrennt sind. Zum anderen halten auf den beiden vorderen Gleisen auf Berkersheimer Seite die Züge der Linie S6.
Seitdem die Deutsche Bahn auf der Station vor ein paar Monaten das neue Fahrgastinformationssystem mit insgesamt 44 neuen Lautsprechern in Betrieb genommen hat, hat der Lärm für die Anwohner der Berkersheimer Bahnstraße zugenommen. Das war auch ein Thema in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 10 (Berkersheim, Bonames, Preungesheim, Frankfurter Berg). Ein von der CDU eingebrachter Antrag, in dem der Magistrat unter anderem gebeten wird, das neue Fahrgastinformationssystem durch einen Gutachter überprüfen zu lassen, wurde einstimmig angenommen.
Jetzt gibt es gute Nachrichten: Auf Nachfrage dieser Zeitung antwortet die Deutsche Bahn, dass sie die Situation für die Anwohnenden der Berkersheimer Bahnstraße verbessern werde. So sollen die Lautsprecheransagen am Bahnhof zeitnah angepasst sowie in den Nachtstunden zwischen 0 und 5 Uhr komplett abgeschaltet werden, mit Ausnahme derjenigen für die einfahrenden Züge. Zudem würden die Ansagen zu Umstiegen künftig komplett entfallen. Darüber hinaus sei eine weitere Absenkung der Lautstärke im Zeitraum zwischen 22 und 6 Uhr in der Prüfung.
Schalltechnische Untersuchung
Auf die Frage, ob zur Reduzierung des Lärms weitere bauliche Maßnahmen möglich seien, verweist die Deutsche Bahn auf den Unterschied zwischen Lärmvorsorge und Lärmsanierung. So greife die Lärmvorsorge beim Neubau und bei wesentlichen Veränderungen von Schienenwegen. Dies sei gesetzlich geregelt. Hingegen sei die Lärmsanierung ein freiwilliges Programm des Bundes für den nachträglichen Bau von Schutzmaßnahmen an Bestandsstrecken. Nun seien die Lärmschutzwände an der Strecke der S6 nicht im Rahmen des freiwilligen Lärmsanierungsprogramms des Bundes, sondern als Teil der Lärmvorsorge im Zuge des Gleisausbaus umgesetzt worden.
Der Abschnitt am Bahnhof Berkersheim werde allerdings im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms zukünftig ebenfalls betrachtet. Dabei werde die Deutsche Bahn eine schalltechnische Untersuchung erstellen. Von deren Ergebnis werde es abhängen, ob weitere Schutzmaßnahmen notwendig beziehungsweise förderfähig seien und welche technisch möglich sind. Wann diese Betrachtung starten werde, stehe aber noch nicht fest.
Eine Erhöhung der bestehenden Lärmschutzwände im Rahmen des bundesweiten Lärmsanierungsprogramms sei grundsätzlich nicht vorgesehen. Ob weitere Maßnahmen im konkreten Fall sinnvoll und wirksam seien, könne erst im Zuge der schalltechnischen Untersuchung beurteilt werden. Und auch nach Errichtung von Lärmschutzwänden könnten einzelne Betriebsgeräusche, beispielsweise von Klimaanlagen in den Fahrzeugen, weiterhin wahrnehmbar sein, gibt die Deutsche Bahn zu bedenken.