Esther González wechselt zu Al-Qadsiah – und löscht Familienfotos

Aktualisiert29. August 2026, 13:10

Ab nach Saudi-ArabienLesbische Weltmeisterin wechselt: Fotos von Frau und Kind weg

Erst löst Esther González ihren Vertrag bei Gotham FC auf, nun unterschreibt sie in Saudi-Arabien. Auch gelöschte Familienfotos sorgen für Fragen.

Nils Hänggi

Darum gehts

  • Die spanische Fussball-Weltmeisterin Esther González (34) wechselt von Gotham FC in den USA zu Al-Qadsiah nach Saudi-Arabien.
  • Weil sie ihren Vertrag zuvor aus «persönlichen Gründen» aufgelöst hatte, entgeht Gotham FC eine Ablöse – die Fans reagieren wütend.
  • Zudem hat die offen lesbisch lebende Spielerin Familienfotos mit ihrer Partnerin von Instagram gelöscht, was für weitere Kritik sorgt.

Die spanische Fussball-Weltmeisterin Esther González sorgt mit ihrem nächsten Karriereschritt für grosse Diskussionen. Die 34-jährige Stürmerin wechselt von Gotham FC in den USA zu Al-Qadsiah nach Saudi-Arabien. González unterschrieb einen Vertrag bis 2027.

Der Saudi-Club freut sich über den Transfer der Weltmeisterin. «Dies unterstreicht das Engagement des Clubs, Spielerinnen mit umfangreicher internationaler Erfahrung und bedeutenden Erfolgen zu verpflichten», heisst es in einem Statement von Al-Qadsiah.

Doch weshalb gibt es Diskussionen? Nun – aus unterschiedlichen Gründen.

Gotham FC bekommt keine Ablöse

Der Transfer überrascht etwa, weil González ihren Vertrag bei Gotham Ende Juli aus persönlichen Gründen aufgelöst hatte. Die 33-Jährige wollte sich «vorübergehend aus dem Fussball zurückziehen, um sich in Spanien um persönliche Angelegenheiten zu kümmern».

Die Fans machten sich Sorgen um sie und wünschten ihr alles Gute. Als der Transfer dann nach Saudi-Arabien aber bekannt wurde, war die Überraschung riesig. Bei den Fans und auch bei Gotham FC. Durch den zeitweisen Rücktritt der Spanierin entgeht dem US-Club nämlich eine Ablöse.

«Was für eine Schande. Kann man noch tiefer sinken?»

Während Gotham FC sich noch nicht äusserte, lassen die Fans ihre Wut online raus. Sie kritisieren sowohl den Wechsel nach Saudi-Arabien als auch den raschen Abschied von Gotham. González hatte in New York seit 2023 gespielt und war zuletzt Rekordtorschützin des Clubs.

So heisst es auf Social Media etwa: «Also, Geld ist für dich wichtiger als deine Überzeugungen? Schäm dich.» Ein weiterer Fan meint: «Was für eine Schande. Kann man noch tiefer sinken?»

González lebt offen seit mehreren Jahren mit ihrer Partnerin Estefanía Cruz zusammen.

González lebt offen seit mehreren Jahren mit ihrer Partnerin Estefanía Cruz zusammen.Instagram

Offiziell ist zu den finanziellen Bedingungen nichts bekannt. Wie die spanische Zeitung «El Mundo» berichtet, soll González bei Al-Qadsiah jedoch rund doppelt so viel verdienen wie zuvor in den USA, wo ihr Jahressalär bei 560'000 US-Dollar lag.

Esther González löscht Familienfotos

Die Fan-Kritik bezieht sich aber nicht nur auf den Transfer – sondern auch auf einen anderen Fakt. So wechselt Esther González schliesslich auch in ein Land, in dem homosexuelle Beziehungen strafrechtlich verfolgt werden. Mehr noch: In Saudi-Arabien sind jegliche sexuellen Handlungen ausserhalb einer heterosexuellen Ehe strafbar. Gleichgeschlechtlichen Paaren kann sogar die Todesstrafe drohen.

Das Ding: González lebt offen seit mehreren Jahren mit ihrer Partnerin Estefanía Cruz zusammen, das Paar hat seit Januar eine Tochter. Jetzt sind aber auf ihrem Instagram-Profil laut Medienberichten zahlreiche gemeinsame Familienfotos verschwunden. Eine Erklärung der Fussballerin dazu gibt es bisher nicht.

Die spanische Tageszeitung «El Mundo» kritisiert dies derweil als «Kapitulation vor den von diesem arabischen Land auferlegten Beschränkungen. Ein Zugeständnis an dessen strenge Regeln, selbst wenn diese Grundrechte verletzen.» Es sei eine Kapitulation, nur um einen lukrativen Vertrag zu unterschreiben.

Hast du deine Sexualität auch mal verheimlichen wollen oder müssen? Wie war das für dich und weshalb hast du dich dafür entschieden? Wann hat sich etwas geändert? Erzähl uns davon unten im Formular.

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Hier findest du Hilfe:

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Nils Hänggi

Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredakteur und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.

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