HSV mit historischem Fehlstart: Diese Zahlen schocken

HSV

HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes (r.) musste schon zwölfmal hinter sich greifen.
IMAGO/Picture Point LE

Drei Spiele, null Punkte, 0:12 Tore: Der HSV erlebt einen historischen Fehlstart. Der Vergleich mit Europas Topligen zeigt das Ausmaß.

Die Verantwortlichen im Volkspark versichern, dass sie nicht die Nerven verlieren. Das sollten sie aufgrund der Erfahrungen aus der Vorsaison nicht. Aber auch die HSV-Bosse wissen, was nach drei Spieltagen tabellarisch schwarz auf weiß dasteht. „Zweimal 0:5 ist schon ein Statement“, räumte Claus Costa in Leipzig ein. Die Leistung sei besser gewesen als gegen Mainz, „nichtsdestotrotz streuen wir uns keinen Sand in die Augen“. Ein klarer Blick auf die Zahlen verdeutlicht das Ausmaß des vermasselten Auftakts.

0:12 Tore nach drei Spieltagen – der HSV hat den schlechtesten Saisonstart sämtlicher Klubs aus den europäischen Top‑Fünf-Ligen erwischt. In der spanischen La Liga hatten alle 20 Vereine nach drei Partien mindestens einen Punkt auf dem Konto. In der französischen Ligue 1 blieb lediglich AJ Auxerre zunächst ohne Zähler, traf aber zumindest viermal (Torverhältnis 4:11). In der englischen Premier League setzte es für den FC Fulham (4:7 Tore) und Coventry City (0:5 Tore) zum Auftakt drei Pleiten, ihre Defensiven waren aber nicht so anfällig wie die aus Hamburg.

HSV punktlos wie Gladbach – und torlos wie Paderborn

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In der italienischen Serie A gingen gleich drei Klubs dreimal in Folge als Verlierer vom Platz – aber der FC Venedig (2:7 Tore), der CFC Genua (1:7 Tore) und die AC Florenz (1:9) kassierten nicht ganz so deutliche Pleiten wie der HSV. Und in der Bundesliga selbst? Da hat Borussia Mönchengladbach vor dem vierten Spieltag bereits Trainer Eugen Polanski entlassen. Die „Fohlen“ stehen ebenfalls bei schon zwölf Gegentoren, haben allerdings immerhin selbst dreimal getroffen. Die Null in der Offensive steht ansonsten nur beim SC Paderborn (Platz 14, 0:4 Tore, aber ein Punkt).

Daniel Heuer Fernandes, Merlin Polzin und Yussuf Poulsen nach Leipzigs 5:0 gegen den HSV auf dem Rasen.
Daniel Heuer Fernandes, Merlin Polzin und Yussuf Poulsen (v.l.) bedankten sich nach dem 0:5 in Leipzig beim HSV-Anhang.
Witters

Es ist beim HSV lediglich eine Momentaufnahme, klar. Aber die spricht eine deutliche Sprache. In der Historie des deutschen Fußball-Oberhauses gab es überhaupt erst zwei schlechtere Auftakt-Ausbeuten. Der FC Schalke 04 hatte 2020/21 nach drei Partien noch keinen Zähler und ein Torverhältnis von 1:15 – am Saisonende stand der Abstieg. Fortuna Düsseldorf hatte 1986/87 dasselbe Schicksal ereilt, nachdem es zu Beginn der Spielzeit eine Drei-Spiele-Flaute von null Punkten und 0:13 Treffern gegeben hatte.

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Auch Kapitän Remberg hadert mit den HSV‑Fehlern

Für den HSV setzte es nach dem 0:2 gegen den BVB zwei heftige Klatschen. 0:5 gegen Mainz, 0:5 in Leipzig – zwei Niederlagen in Serie mit fünf Treffern Unterschied hatte es in der Bundesliga-Historie der Hamburger erst einmal gegeben. Im April und Mai 1974 war das, als es nach einem 1:6 in Gladbach auch noch ein 0:5-Heim-Debakel gegen die Bayern gesetzt hatte.

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Die Abwehr bereitet den Fans auch momentan die größten Sorgen. „Wir verstolpern den Ball, hauen uns den selbst rein, das ist Scheiße“, sagte Kapitän Nicolai Remberg zu den individuellen Fehlern am Sonntag. „Das ist zu viel, um etwas mitzunehmen. So ehrlich muss man sein. Daran müssen wir arbeiten.“ Damit nicht noch mehr schlimme Zahlen dazukommen.