Stand: 15.09.2026, 07:35 Uhr
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Volkswagen steht vor einem tiefgreifenden Umbau, viele Beschäftigte dürften mit Zukunftsangst zu kämpfen haben. Und was bedeutet das für die künftige Personalsuche? Ein Experte äußert Befürchtungen.
Hannover - Nach der Einigung auf einen verschärften Sparkurs bei Volkswagen hat ein Wirtschaftspsychologe vor Auswirkungen auf die Personalgewinnung gewarnt. „Zu erwarten ist nicht unbedingt, dass die Anzahl der Bewerbungen deutlich sinkt, wohl aber die Eignung derjenigen, die sich bewerben“, sagte der Osnabrücker Wirtschaftspsychologe Uwe Kanning der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Verschlechtere sich das Image eines Arbeitgebers, falle es zunehmend schwer, leistungsstarke Menschen für sich zu gewinnen.
Viele Stellen bedroht
Der Aufsichtsrat des Autoherstellers hatte sich nach einer wochenlangen Auseinandersetzung einstimmig auf einen „Zukunftsplan“ geeinigt. Dieser sieht unter anderem vor, dass die Produktion auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr sinken soll. Die operative Umsatzrendite soll zugleich auf neun Prozent steigen. Das Management um Konzernchef Oliver Blume hat demnach ein Mandat, den Konzern umzubauen und Milliarden einzusparen. Weltweit sollen daher in den kommenden Jahren unter anderem 50.000 Stellen wegfallen – zusätzlich zu den bisherigen Abbauprogrammen im Konzern.
Unter Druck stehen die VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie der Standort der Tochter Audi in Neckarsulm. Für sie kann der Vorstand derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung – gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 – gewährleisten.
„Das wird den Selbstwert vieler Menschen angreifen und darüber hinaus noch mehr Betroffenen Angst bereiten“, sagte Kanning der Zeitung. Allerdings wurde eine Schließung der Standorte zunächst nicht vereinbart. Vielmehr soll bis Mitte 2027 ein Konzept für eine wettbewerbsfähige europäische Produktionsstruktur vorliegen. Für die vier bedrohten Standorte werden früheren Angaben zufolge „parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft“.
Experte: Menschen gehen mit Transparenz und Ehrlichkeit besser um
„Die meisten Menschen werden mit Transparenz und Ehrlichkeit besser umgehen können als mit einer Hinhaltetaktik, die immer wieder zu neuen Frustrationen führt“, erklärte der Experte. „Durch ein Hin und Her verliert der Arbeitgeber mehr und mehr an Glaubwürdigkeit.“
„Gerade in renommierten Unternehmen, die über Jahrzehnte hinweg ein hohes Ansehen in der Bevölkerung genossen haben, konnte man einen positiven Selbstwert aufbauen und stolz auf seine Zugehörigkeit sein“, sagte Kanning der Zeitung. „Dies wird gefährdet, wenn die Unternehmen nun vor allem als rückständig dargestellt werden.“ dpa