Publiziert24. Juli 2026, 17:32
«Kein Nerv mehr»Marie Nasemann spricht über mögliche Perimenopause mit 37 Jahren
Marie Nasemann leidet unter starkem PMS und Östrogenmangel. Ihre Symptome könnten nun erste Anzeichen für die Perimenopause sein.

Darum gehts
- Marie Nasemann (37) spricht auf Instagram offen über ihre mögliche Perimenopause.
- Die Autorin und Schauspielerin leidet seit Längerem unter starkem PMS und lässt nun per Blutprobe abklären, ob die Wechseljahre dahinterstecken.
- Weil sie auch ADHS hat, sind hormonelle Schwankungen für sie besonders belastend – sie wird vorerst mit einer Mini-Pille behandelt.
Marie Nasemann spricht auf Instagram offen über ihre mögliche Perimenopause. Seit einiger Zeit hat die 37-jährige Autorin und Schauspielerin mit Östrogenmangel und prämenstruellem Syndrom (PMS) zu kämpfen – eine Reihe körperlicher und psychischer Beschwerden, die vor der Periode auftreten. Genau diese Symptome könnten nun Anzeichen für den Beginn der Menopause sein.
In ihrer Story berichtet Nasemann von ihrem vergangenen Arzttermin und spricht über die aktuelle Behandlung ihrer Beschwerden. Seit Kurzem greift die Schauspielerin bereits auf ein Östrogengel nach dem Eisprung zurück. Dieses verschafft in der Phase vor der Menstruation zwar eine Linderung. Ganz weg ist das PMS aber trotzdem nicht. Daher wurde ihr bei der Frauenärztin jetzt auch noch eine Blutprobe abgenommen, um zu überprüfen, ob ihre Beschwerden nicht durch die Perimenopause verursacht werden.
Die Phasen der Wechseljahre
Prämenopause: Der Körper reduziert die Produktion von Progesteron und Östrogen. Es treten erste Unregelmässigkeiten im Zyklus auf. Die Prämenopause startet laut der österreichischen Apothekerkammer meist ab dem 40. Lebensjahr.
Perimenopause: Die Zeit ein bis zwei Jahre vor und bis zu einem Jahr nach der letzten Periode wird als Perimenopause bezeichnet. In dieser Zeit sehen viele Frauen eine Zunahme der Beschwerden, wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Müdigkeit.
Menopause: Die Menopause bezeichnet die letzte Monatsblutung. Durchschnittlich sind Frauen dabei 51 Jahre alt.
Postmenopause: Ein Jahr nach der letzten Periode startet die Postmenopause. Dabei kommt der Hormonhaushalt wieder zur Ruhe und Beschwerden gehen zurück.
Die Perimenopause kann mit ähnlichen Symptomen wie das PMS einhergehen, darunter zum Beispiel Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und starke Müdigkeit. Nasemanns Östrogenmangel könnte zudem ein klares Anzeichen dafür sein, da während der Wechseljahre der Östrogenspiegel im Körper stark abnimmt, was auch die primäre Ursache der Beschwerden ist.
Wechseljahre vor dem 45. Lebensjahr
Der Start der Menopause mit 37 Jahren ist zwar eher selten, jedoch durchaus möglich. Die meisten Frauen erreichen die Wechseljahre zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr. Bei einem Auftreten vor 40 Jahren spricht man von einer vorzeitigen Menopause. Diese betrifft laut der europäischen endokrinologischen Fachgesellschaft 1,0 bis 3,5 Prozent der Frauen. Von der frühen Menopause, zwischen 40 und 44 Jahren, sind bereits bis zu 12 Prozent betroffen. Die vorzeitige Menopause wird oft erst spät erkannt, weil das Ausbleiben der Periode nicht ernst genommen wird, wie Jens Stepan bereits gegenüber 20 Minuten erklärt hatte. Er ist Oberarzt in der Klinik für Reproduktions-Endokrinologie des Unispitals Zürich.
In der Behandlung empfahl Stepan Hormonersatztherapie. Östrogen kann über die Haut verabreicht werden, zum Beispiel als Pflaster, Gel oder Spray. Dazu kommt Progesteron, das oft über eine Hormonspirale aufgenommen wird. Die Pille ist ebenfalls eine Möglichkeit. Gesunde Ernährung, Verzicht auf Nikotin und Alkohol unterstützen die Behandlung zusätzlich.
Mit Mini-Pille gegen Beschwerden
Ob es bei Nasemann wirklich die Perimenopause ist, weiss sie noch nicht. Zunächst werde sie aber einmal mit einer Mini-Pille starten. Die nimmt man normalerweise ohne Pause ein und verhindert so die Menstruation. Für sie aktuell die passende Lösung, denn von ihren Beschwerden hat sie genug: «Ich habe gerade keinen Bock mehr und keinen Nerv mehr für Zyklus und will eine Ruhe im Kopf haben von dem Thema.»
Besonders Mühe bereiten ihr die Hormonschwankungen auch wegen ihrer Neurodivergenz. Nasemann hat ADHS und Betroffene sind laut Studien meist stärker durch hormonelle Veränderungen belastet. Deshalb wird sie neben der Pille auch weiterhin Östrogen nehmen. So kann sie die hormonellen Veränderungen ihres Körpers neben ihrer Neurodivergenz besser navigieren. Ihre Community werde sie weiterhin auf dem Laufenden halten.
Wie gehst du mit hormonellen Veränderungen wie PMS oder Perimenopause-Symptomen um?
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Das Thema betrifft mich nicht direkt.
Ich wusste nicht, dass die Perimenopause so früh beginnen kann.
Online spricht sie über ihre Beschwerden, weil sie weiss, dass viele die gleichen Themen haben. Die Menopause ist immer noch oft ein Tabuthema und gerade für Frauen, die bereits vor 40 Jahren damit kämpfen, mit viel Scham behaftet. «Holt euch Hilfe», appelliert Nasemann an ihre Followerschaft.

Maxime Alexander (ale) arbeitet seit 2026 bei 20 Minuten und ist Praktikantin im Ressort People.
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