Meinung Pingussonbau: Für einen Abriss ist es noch nicht zu spät!
Meinung | Saarbrücken · Die Landesregierung will den maroden Pingussonbau in Saarbrücken für bis zu 80 Millionen Euro sanieren lassen. Praktische Überlegungen spielen dabei offenbar keine Rolle, findet unser Autor und spricht sich für einen Abriss des umstrittenen Bürohochhauses aus.
04.08.2026 , 08:00 Uhr
Für unseren Autoren Florian Rech ist das Pingusson-Hochhaus in Saarbrücken ein hässlicher Klotz, der nicht für 80 Millionen Euro saniert, sondern gesprengt werden sollte.
Foto: Tobias Keßler
Zumindest mit einer Sache hat Bauminister Reinhold Jost (SPD) recht: Die teure Sanierung des Pingussonbaus ist umstritten. Ich gehöre weiterhin zu denen, die zumindest den hässlichen, unpraktischen Klotz von Bürogebäude am liebsten sprengen würden. Der schmucke Repräsentationstrakt daneben sollte erhalten bleiben.
„Nach einer Sanierung wird es sich um eines der modernsten Bürogebäude der Landesverwaltung handeln“, will uns die Landesregierung weismachen. Unsinn! Kein Architekt, der auf sich hält, würde heute ein Verwaltungsgebäude so planen. Das schmale Handtuch mit seinen nur acht Meter breiten Etagen bleibt für eine Ministerialverwaltung unpraktisch und durch seine riesigen Fassadenflächen energetisch verschwenderisch.
Dass es diverse Landesregierungen in den vergangenen zwölf Jahren unterlassen haben, herauszufinden, was ein moderner Ersatzneubau kostet, zeigt nur eines: Alternativen zur Sanierung des Pingussonbaus waren nie wirklich gewollt. Es ging von Anfang nicht um eine ehrliche Abwägung zwischen Denkmalschutz und den mit ihm verbundenen Interessen einer kleinen, selbst ernannten Kultur-Avantgarde einerseits und den Überlegungen zur tatsächlichen Nutzung des Gebäudes samt davon galoppierender Kosten für die Sanierung auf der anderen Seite. Angeblich ist ein neues Verwaltungsgebäude nicht möglich, weil nach einem Abriss des Pingussonbaus an selber Stelle wegen der Nähe zur Autobahn nicht neu gebaut werden dürfe. Eine Befreiung von der 40-Meter-Abstand-Regel sei unmöglich, sagt Jost. Bald werden wir erfahren, ob das nur eine faule Ausrede ist. Denn auch die IHK will ihr Gebäude abreißen und neu bauen. Direkt neben der Stadtautobahn.
Dass es bei den „höchstens“ 80 Millionen Euro für die Sanierung bleibt, glaubt wohl kein Mensch. Dazu sind hierzulande schon zu viele Bauprojekte eskaliert. Ich wette dagegen. Halten Sie dagegen, Herr Minister Jost?