Ceuta: Migrationskrise oder Angriff auf Spaniens Souveränität?
Spaniens Exklave liegt an einem der Nadelöhre der Weltwirtschaft, Marokko beansprucht das Gebiet. Die EU berät ab Montag über den Ansturm. Auch die Rolle der USA ist plötzlich umstritten.
Migranten überqueren die Grenze von Marokko nach Ceuta: Der Ansturm beschäftigt die EU weiter. Foto: Antonio Sempere/AP/dpa
Barcelona, Brüssel, Düsseldorf. In der Europäischen Union (EU) häufen sich die Stimmen, dass der Ansturm von Zehntausenden Migranten auf Ceuta ein „hybrider Angriff“ auf die Souveränität Spaniens gewesen sei. Der Ansturm der vergangenen Woche sei nicht ohne die Billigung Marokkos möglich gewesen, sagten vier EU-Diplomaten und zwei Beamte dem Handelsblatt.
In einem offenen Brief schreiben 22 EU-Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die EU dürfe eine „Instrumentalisierung von Migration oder andere hybride Bedrohungen“ nicht zulassen.
Innerhalb von 48 Stunden haben nach offiziellen Schätzungen mehr als 50.000 Menschen versucht, in die spanische Exklave zu gelangen. Die meisten von ihnen sind inzwischen wieder nach Marokko zurückgekehrt. Die Zahl der Toten hat sich inzwischen auf 72 erhöht.
Auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Lage in seiner ersten Reaktion als „Angriff, eine Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“ bezeichnet. Gleichzeitig lobte er jedoch die „sehr vernünftige Zusammenarbeit mit den Herkunfts- und Transitländern“. Kritik an Marokko vermied er tunlichst.

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