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FC St. Pauli
„Mir fällt es schwer“: Wie es mit St. Paulis Härtefällen weitergeht
Es mangelt an Punkten beim FC St. Pauli, nicht aber an Auswahl. Trainer Marcel Rapp hat auf mehreren Positionen ein Überangebot.
Einfache Entscheidungen gibt es aktuell nicht beim FC St. Pauli. Vordergründig geht es um die Besetzung der Startformation, die Personalwahl im Abwehrzentrum oder die Fragen, wann Abdoulie Ceesay bereit für die erste Elf ist und wie es mit Joel Chima Fujita weitergeht. Und dann sind da ja noch die hinteren Plätze. Wer sitzt wenigstens auf der Reservebank – und wer muss ganz draußen bleiben? St. Paulis Härtefälle. Und es wird nicht einfacher. Im Gegenteil.
Was nach vier Spieltagen deutlich geworden ist: Marcel Rapp ist ein Trainer, der zwar das Leistungsprinzip betont, aber gleichzeitig auch an seiner Startaufstellung festhält und Spieler auch nach einem schwächeren Auftritt nicht gleich aus der ersten Elf nimmt – siehe Marcus Mathisen. Für den Coach ist das kein Widerspruch, denn obwohl die Kiezkicker immer noch sieglos sind, bewertet er die Leistungen deutlich positiver als die Resultate und setzt darauf, dass Rückendeckung und Vertrauen Spieler stärken. Im Fall von Mathisen hat es funktioniert.
FC St. Pauli: Ricky-Jade Jones und Scott Banks wiederholt nicht im Kader
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Die mangelnde Bewegung in der Startelf und im Spieltagskader ist eine schöne Sache für alle Beteiligten, aber schwierig für die Unbeteiligten. Beim Spiel in Bielefeld fehlten zum zweiten Mal nacheinander die Offensivspieler Ricky-Jade Jones und Scott Banks, für die schon beim Heimspiel gegen Kaiserslautern (1:2) kein Platz gewesen war.
Insbesondere im Sturm herrscht ein Überangebot an Spielern. Die Qual der Wahl, die für einen Trainer grundsätzlich etwas Positives ist, hat auch unangenehme Begleiterscheinungen und macht den Coach zum Überbringer schlechter Nachrichten. Das gehört zum Beruf, zählt aber zu den unangenehmsten Aufgaben.
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Trainer Marcel Rapp: „Das ist das Schwerste an meinem Job“
„Mir fällt es schwer“, sagt Rapp ganz offen. „Ich glaube, es gibt keinen Trainer der Welt, dem es leichtfällt, einem Spieler, der ordentlich trainiert, zu sagen, dass er nicht im Kader ist. Das ist das Schwerste in meinem Job, aber das ist Teil von meinem Job. Das muss man machen.“ Manchmal doppelt. Wie im Fall von Jones und Banks. Der Engländer und der Schotte rutschten nach den ersten beiden Spieltagen aus dem Kader, weil Ceesay nach seiner mehrwöchigen Verletzungspause zurückkehrte und St. Pauli wenige Tage vor Transfer-Deadline noch Youssoupha Niang vom 1. FC Köln per Leihe verpflichtete.
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„Wir haben jetzt zwei Stürmer auf der Bank, deswegen gibt der Kader es her, dass zwei Offensive daheim bleiben müssen“, sagt Rapp, ohne dabei Namen zu nennen. Ein Verdrängungswettbewerb. Es wäre eine Überraschung, wenn es bei der Stürmer-Nominierung für das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag eine Veränderung gibt.
Jones und Banks haben sich „nichts vorzuwerfen“
Der sprintstarke Stürmer Jones war mit viel Motivation und großen Hoffnungen in die Saison gestartet, wie er im MOPO-Interview ausführlich dargelegt hatte. Der dynamische Flügelspieler und Leih-Rückkehrer Banks wiederum rechnete sich Chancen als Rollenspieler und Kandidat für Kurzeinsätze aus. Jetzt sind sie Stürmer Nummer fünf und sechs. Für Jones hatte es laut englischen Medienberichten am Deadline Day noch eine Anfrage von Premier-League-Absteiger Wolverhampton Wanderers gegeben, doch St. Pauli lehnte ab. Aktuell brauchen beide vor allem eine Qualität: Geduld.
„Sie haben sich nicht viel vorzuwerfen“, betont Rapp, sagt aber auch: „Natürlich hatten sie Chancen, zu spielen, noch besser zu spielen, ein Tor zu machen, dann wären sie vielleicht dabei, aber sie machen es ordentlich im Training.“ Die Nominierung sei rein leistungsbezogen. „Ich sehe die anderen einen Tacken vorn, deshalb ist die Entscheidung so gefallen.“
St. Paulis Härtefälle müssen auf Ausfälle hoffen
An dem Sturm-Ranking dürfte sich zeitnah nicht viel verändern, wenn sich nicht gerade einer der anderen vier Stürmer verletzt oder durch Ausfälle anderer Spieler ein Platz im Spieltagskader frei wird. Eine schwierige Perspektive für Jones und Banks, die im Training Gas geben müssen. Aber im Fußball kann es auch schnell wieder in die andere Richtung gehen – und eine Saison ist lang.
Jones und Banks können immerhin schon auf Spielminuten in dieser Saison zurückblicken. Die Defensivkräfte Adam Dzwigala und Lars Ritzka wiederum gehörten zwar bei allen fünf Pflichtspielen zum Kader, sind bislang aber ohne eine Einsatzminute geblieben.
Jansson, Thordarson und Pereira Lage sind ja auch noch da
Eigengewächs Nick Schmidt (18), der dem Profi-Kader angehört, aber in der U23 zum Einsatz kommt, hat es bislang noch gar nicht in den Spieltagskader geschafft. Und wenn die aktuell noch verletzten Rony Jansson, Gisli Thordarson und Mathias Pereira Lage zurückkehren – bei den beiden Letztgenannten wird es wohl noch bis zum Jahreswechsel dauern –, dann wird der Verdrängungswettbewerb noch härter und es wird noch mehr braun-weiße Härtefälle geben. Aber eben auch einen hochwertigen Konkurrenzkampf, der die Mannschaft insgesamt besser machen soll.
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