Mit dem Rad zu den Heessener Auswärtsspielen: SVE-Fan Detlef Plewinski schrecken auch 162 Kilometer nicht ab

Stand: 08.08.2026, 07:00 Uhr

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Detlef „Schlitzer“ Plewinski, leidenschaftlicher Radfahrer, SVE Heessen

Wenn der SVE Heessen auf Reisen geht, dann schwingt sich Detlef „Schlitzer“ Plewinski auf seinen Sattel und fährt dem Landesligisten hinterher. Erster Halt: Emsdetten. © Detlef Plewinski

Detlef Plewinski besucht die Auswärtsspiele des SVE Heessen mit dem E-Bike. Seine längste Tour umfasste bislang 162 Kilometer.

Hamm – Während die Fußballer des SVE Heessen am Sonntagmorgen um 9 Uhr den letzten Bissen von ihrem Frühstücksbrot nehmen, hat Detlef „Schlitzer“ Plewinski längst die Reifen aufgepumpt, den Akku aufgeladen und sich auf den Sattel geschwungen. Sein Ziel: das Walter-Steinkühler-Stadion in Emsdetten, etwas mehr als 70 Kilometer entfernt von seiner Haustür am Dasbecker Weg.

Der 65-jährige Plewinski besucht seit der vergangenen Saison möglichst viele Auswärtsspiele des SVE. Aber nicht auf vier Rädern, sondern mit dem eigenen Drahtesel, alleine. „Ich habe mein Fahrrad zwei Jahre und es hat jetzt schon über 12 000 Kilometer auf dem Tacho“, startet Plewinski an Spieltagen in der Fremde, wann immer möglich, den Motor seines E-Bikes. „Was soll ich mit dem Auto fahren? Auf dem Fahrrad ist die Landschaft viel angenehmer, ich bin an der frischen Luft, und das ist gut für die Gesundheit“, will er auf sein Hobby nicht mehr verzichten.

Detlef Plewinski und die Leidenschaft fürs Radfahren

Mittlerweile gehört für ihn der Helm genauso dazu wie für die SVE-Schützlinge die Stollenschuhe und Schienbeinschoner. Seine Leidenschaft für das Fahrradfahren entdeckte Plewinski aber erst nach seinem Renteneintritt vor zwei Jahren, als er sich den Fahrradfreunden Hamm anschloss, sonntags Touren unternahm und die Wege der Region kennenlernte. „Ich habe für mich dann aber festgestellt, dass ich lieber alleine fahren möchte“, sagt der Fan von Borussia Dortmund. Warum also nicht mit dem Fahrrad zum Sportplatz? Zu den Heimpartien im Marienstadion gehe er in der Regel zu Fuß. Auswärts, erinnerte sich Plewinski, war er schon beim SC Eintracht Hamm dabei, allerdings noch mit dem motorisierten Kraftfahrzeug.

Nun fuhr er der Mannschaft von Trainer Kevin Schulzki in der letztjährigen Meistersaison mit dem Lenker in der Hand hinterher. Egal, ob nach Beckum, Oelde oder Cappeln. „Unterwegs lernt man immer Leute kennen, wenn man Pausen macht. Die meisten glauben gar nicht, dass ich zu einem Auswärtsspiel fahre. Die meinen, ich mache einen Ausflug irgendwohin.“ Doch für Plewinski, der sich über den Routenplaner Komoot oder Google Maps ans Ziel navigieren lässt, ist es Erholung, dorthin zu radeln, wo der Geruch von frisch gemähtem Rasen und Bratwürstchen in der Luft liegt und der Kugel nachgejagt wird. „Alle meinen zu mir, ich bin verrückt. Aber mir macht das Spaß. Durch das Fahrradfahren kommt man auf ganz andere Gedanken und sieht viel mehr, was man im Auto gar nicht sehen würde“, berichtet der Heessener.

Detlef Plewinski könnte den Rekord knacken

Seine bislang längste Tour mit dem Velo habe 162 Kilometer umfasst. Durch die längeren Fahrten, die mit dem Aufstieg des SVE in die Landesliga einhergehen, könnte Plewinski den eigenen Rekord knacken: „Ich habe noch einen zweiten Akku, das ist kein Problem.“ Trotzdem steigt er mit dem Respekt eines Liganneulings auf seinen Sattel. „Die Begegnungen mit dem Fahrrad zu besuchen, ist auch für mich eine Herausforderung – wie für die Mannschaft die Landesliga.“

Dem Team traue er einen Platz im Mittelfeld zu. Am Sonntag hofft er beim SV Borussia Emsdetten zum Auftakt auf einen Zähler. „Dann lässt es sich leichter zurückradeln“, meint Plewinski lachend. Und bei einem Sieg? „Da fährt es sich wie von allein.“ Nicht verkehrt bei 70 Kilometern, die er auch wieder zurücklegen muss. Dann, wenn sich die Akteure des SVE schon wieder das Abendessen schmecken lassen.