Mit vereinten Kräften: Ortsteilfeuerwehr Kefenrod wird Teil der Feuerwehr Büdingen Ost

Stand: 05.09.2026, 07:00 Uhr

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Der Zusammenschluss der Feuerwehr Büdingen Ost mit der Ortsteilfeuerwehr Kefenrod ist offiziell: Erste Stadträtin Katja Euler, Bürgermeister Benjamin Harris, Bürgermeister Markus Gerlach und Erster Beigeordneter Mario Kröll unterzeichnen die öffentlich-rechtliche Vereinbarung.

Der Zusammenschluss der Feuerwehr Büdingen Ost mit der Ortsteilfeuerwehr Kefenrod ist offiziell: Erste Stadträtin Katja Euler, Bürgermeister Benjamin Harris, Bürgermeister Markus Gerlach und Erster Beigeordneter Mario Kröll (v. l.) unterzeichnen die öffentlich-rechtliche Vereinbarung. © Paulina Schick

Kefenrod und Büdingen arbeiten beim Brandschutz künftig eng zusammen: Durch den Zusammenschluss spart Büdingen sich die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeugs und Kefenrod einen Neubau.

Wolferborn/Kefenrod – Es ist ein Schritt, der nicht alle Tage gegangen wird. Dementsprechend ist auch von „zukunftsweisend“ und einem „Leuchtturmprojekt“ die Rede.

Zukunft des Feuerwehrhauses und des Vereins

Wenn die Einsatzabteilung Kefenrod zum 1. Oktober nach Wolferborn zieht, wird das Feuerwehrhaus, das in der Hitzkirchener Straße in Nachbarschaft des Rathauses steht, zunächst verwaist sein. Wie Markus Gerlach erklärt, solle die Fahrzeughalle künftig vom Bauhof der Gemeinde genutzt werden. Zudem habe der Feuerwehrverein bereits Bedarf für Vereinsmaterialien angemeldet. Gerlach sagt, er wünsche sich, dass der Verein weiterhin bestehe und aktiv bleibe. Auch bei den Feuerwehrvereinen in Michelau, Rinderbügen und Wolferborn habe das trotz der Zusammenlegung der Einsatzabteilungen geklappt. Wie Erster Beigeordneter Mario Kröll (UWG) anmerkt, sei es jedoch komplizierter, da der Kefenröder Verein nun mit der Feuerwehr Büdingen Ost die Wehr einer anderen Kommune fördern würde.

Dass Feuerwehren zusammengelegt werden, gibt es immer wieder – meist allerdings nicht über die Grenzen von Kommunen hinweg. Die Gemeinde Kefenrod und die Stadt Büdingen machen jetzt genau das, indem die Ortsteilfeuerwehr Kefenrod Teil der Feuerwehr Büdingen Ost wird. Im Wetteraukreis ist es das erste Mal, dass Einsatzabteilungen aus zwei Gemeinden vereint werden.

Mit der Unterzeichnung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung am vergangenen Donnerstag im Brandschutzzentrum in der Orleshäuser Straße ist der Zusammenschluss nun offiziell.

Helme mit beiden Wappen

Organisatorisch funktioniert das so: Die Stadt Büdingen übernimmt die Aufgaben des Brandschutzes sowie der Allgemeinen Hilfe für den Ortsteil Kefenrod. Somit wird die Feuerwehr Büdingen Ost auch für Einsätze im gesamten Gemeindegebiet Kefenrod alarmiert. Die Einsatzabteilung Kefenrod gibt es dann nicht mehr –  zumindest auf dem Papier.

Zum 1. Oktober werden die 13 Feuerwehrleute mit dem Staffellöschfahrzeug (StLF 20) der Gemeinde nach Wolferborn umziehen, wo die Wehren aus Michelau, Rinderbügen und Wolferborn vor einem Jahr ihren neuen, modernen Stützpunkt bezogen und sich zur Feuerwehr Büdingen Ost zusammengeschlossen haben.

Dazu werden die Einsatzkräfte Mitglieder bei der Feuerwehr der Stadt Büdingen. Gleichwohl soll die Kefenröder Wehr in Teilen sichtbar bleiben. Wie Kefenrods Bürgermeister Markus Gerlach (unabhängig) erklärt, solle das Fahrzeug weiterhin das Gemeindewappen tragen. Zudem seien für die Kefenröder bereits Helme mit den Wappen beider Kommunen entworfen worden.

Das Projekt sei ein hartes Stück Arbeit gewesen, auch weil es kaum Vorbilder gebe, erklärte Büdingens Bürgermeister Benjamin Harris (CDU). Er dankte der Gemeinde Kefenrod, die nun ein Stück Sicherheit in fremde Hände gebe. Gerlach sei mit Mut vorangegangen, sagte Harris: „Das muss man sich erst einmal trauen, so etwas im Ort vorzuschlagen.“ Dennoch sei er überzeugt, dass der Zusammenschluss zum Wohle der Bürger beider Gemeinden sei und ein gelungenes Beispiel dafür, wie man Problemen begegnen könne.

Mittelfristig hätte die Personalsituation in der Kefenröder Wehr zu Problemen geführt, erklärte Gerlach. Die Idee sei bereits 2024 diskutiert worden, als er selbst noch Wehrführer in Michelau war.

Zu dieser Zeit hatte man in Kefenrod keine Nachfolge für die Wehrführung gefunden, zudem wäre für das Feuerwehrhaus ein Neubau notwendig gewesen. Gerlach habe die Feuerwehrleute informiert und sie in seiner Abwesenheit abstimmen lassen. Für Büdingen bestätigte Stadtbrandinspektor Riccardo Bortolotti: „Das kam von der Mannschaft aus, nur so kann es funktionieren.“

Büdingen spart Auto, Kefenrod den Neubau

Nun wächst die Zahl der Einsatzkräfte in Wolferborn auf über 40. Zusammen mit der Feuerwehr Bindsachsen und der Feuerwehr Holzwich in Helfersdorf sei auch das Gemeindegebiet so sehr gut aufgestellt, sagte Gerlach, und erklärte: „Das ist ein Klassiker der interkommunalen Zusammenarbeit, da beide enorm profitieren.“ Büdingen spart sich die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeugs für etwa 700 000 Euro und Kefenrod spart etwa vier Millionen Euro für ein neues Feuerwehrhaus.

Gleichzeitig gehe das nur mit der Feuerwehr, sagte Gerlach. Seit vergangenem Jahr wird in Wolferborn gemeinsam geübt. „Die Ausbilder aus Kefenrod bringen sich schon ein, es läuft alles auf Augenhöhe“, freute er sich. Harris lobte Wehrführer Jens Lischke, der „mit großer Kompetenz“ agiere.

Vor allem bürokratisch ist der Zusammenschluss dennoch ein kompliziertes Unterfangen. Man habe sich die Zeit genommen, alles bis ins Detail auszuarbeiten, auch im Hinblick auf Abschreibung und Betriebskosten, sagte Harris. Für Letzteres lägen noch keine konkreten Zahlen vor, da das Haus neu sei, sagte Gerlach. Es gebe jedoch einen Verteilungsschlüssel, der eine faire Kostenverteilung gewährleisten soll.

Büdingen habe bereits mit der Zusammenlegung von drei Stadtteilen die Kosten gesenkt, erklärte Harris: „Die Grenze sind die zehn Minuten Hilfsfrist. In diesem Umkreis können sich Partner finden.“

Blaupause für Feuerwehren

Wie Gerlach sagte, sei es für ihn auch ein Wehmutstropfen, dass es gerade der Feuerwehr im größten Ortsteil an Personal mangele. Gleichwohl erreichten ihn bereits Anrufe und Fragen zu dem interkommunalen Zusammenschluss von außerhalb des Wetteraukreises: „Das Projekt kann eine Blaupause sein. Wenn man in die Einsatzabteilungen schaut, sieht man, dass es nicht besser wird.“