MT Melsungen kehrt heute an den Ort des größten Triumphs zurück

Stand: 03.08.2026, 06:25 Uhr

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Ruben Marchan MT Melsungen celebrates with the Supporters during the handball final of the Winamax EHF Finals 2026 between THW Kiel and MT Melsungen at Barclays Arena on May 31, 2026 in Hamburg, Germany. - *** Ruben Marchan MT Melsungen celebrates with the Supporters during the handball final of the Winamax EHF Finals 2026 between THW Kiel and MT Melsungen at Barclays Arena on May 31, 2026 in Hamburg, Germany

Das war die Zeit für Erinnerungsfotos: Ruben Marchan (rechts) steht nach dem Europapokal-Triumph für Selfies bereits. Vorn links: der MT-Fanbeauftragte Manuel Dietrich. © IMAGO/DeFodi.de/IMAGO/DeFodi Images

Neun Wochen nach dem Gewinn der European League spielen die Melsunger Handballer beim HSV Hamburg. Das Trainingsspiel findet im Sportzentrum neben der Arena statt, in der die MT Europapokalsieger wurde.

Kassel/Hamburg – Der Hellgrundweg ist die Straße, über die die Handballer der MT Melsungen vor exakt neun Wochen die Barclays Arena in Hamburg zunächst erreichten und dann auch wieder verließen. Es war das Wochenende, an das jeder Spieler, jeder Vereinsverantwortliche und vor allem auch jeder Fan des Bundesligisten noch lange zurückdenken wird. Am 30. und 31. Mai schrieben die MT-Profis mit dem Gewinn der European League Klub-Geschichte. Nach Siegen gegen die SG Flensburg-Handewitt und den THW Kiel durfte das Team von Trainer Roberto Garcia Parrondo erstmals eine Trophäe in die Höhe recken. Der Kniefall des Spaniers vor seiner Mannschaft war eines der Bilder des Abends.

Acht Golla-Tore

Ohne etliche Stammspieler lagen die Melsunger Bundesliga-Handballer im Test beim Zweitligisten VfL Eintracht Hagen in der zweiten Halbzeit 16:22 zurück (33.), konnten die Partie aber noch drehen und 38:33 gewinnen. Da der MT kein etatmäßiger Linksaußen zur Verfügung stand, rückte der Jugendliche Luca Witzel kurzfristig in den Kader. „Wir haben die Belastung gut verteilt“, sagte Trainer Roberto Garcia Parrondo. Der junge Leander Altena erhielt viel Spielpraxis. „Das Spiel war etwas härter als die vorangegangenen. Das Gute ist, dass wir eine Reaktion gezeigt haben, als wir zurücklagen, und das Spiel noch gewonnen haben“, befand Kreisläufer Ruben Marchan. Die MT-Tore verteilten sich wie folgt: Golla 8, Stefansson 6, Kristopans 4, Ignatow 4/1, Marchan 3, Sigrist 3/1, Duketis 3, Sipos 2, Schefvert 2, Palasics 1, Altena 1, Dujshebaev 1.

„Es kann schon sein, dass sich der eine oder andere am Montag daran erinnern wird“, sagt Rückraumschütze Aaron Mensing breit grinsend. Am heutigen Montag kehren er und seine Mitstreiter an den Ort des größten Triumphs zurück. Zumindest fast: Denn das Trainingsspiel beim Erstliga-Rivalen HSV Hamburg wird nebenan im HSV-Sportzentrum stattfinden. Die Einfahrt zum Gelände führt worüber? Genau, über den Hellgrundweg. Statt zum Gebäude mit der Hausnummer 44 hält der Mannschaftsbus nun vor Nummer 50. Zuschauer sind bei diesem inoffiziellen Test nicht erlaubt.

Es ist die vierte Prüfung der Melsunger seit Beginn der Vorbereitung. Am Samstag hatten sie mit dem 38:33 (15:19) beim Zweitligisten VfL Eintracht Hagen den dritten Erfolg errungen (siehe Hintergrund). Deutlich anspruchsvoller wird die heutige Aufgabe. „Wir hatten vor zwei Monaten in Hamburg besondere Momente, aber das ist die Vergangenheit. Nun haben wir die kommende Serie im Kopf. Und wir müssen so schnell wie möglich die Neuzugänge dazu bringen, dass sie unser System verinnerlichen“, erklärt Kreisläufer Ruben Marchan.

Die personelle Situation ist nicht optimal. Timo Kastening, Erik Balenciaga und Nikolaj Enderleit, der schon das Final Four in Hamburg verpasst hatte, fallen weiter aus. Zudem hat die MT drei angeschlagene Akteure: Florian Drosten (leichte Gehirnerschütterung), Dariel Garcia Rivera und Aaron Mensing (beide leicht verletzt). David Mandic fehlte in Hagen aus privaten Gründen. „Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn du während der Vorbereitung drei, vier Spieler mit muskulären Problemen hast. Ein Problem ist es aber, dass wir ohne drei Akteure in die Vorbereitung gegangen sind“, betont Parrondo. Der Spanier hofft, dass Mensing gegen den HSV dabei sein kann.

„Wir werden in unterschiedlichen Besetzungen spielen. Ich werde nicht auf das Endergebnis schauen, weil es Situationen im Spiel geben wird, in denen wir nicht die besten sieben auf dem Feld haben werden“, stellt Parrondo klar, „es wird eher kleine Matches in einem großen geben. Und dann interessiert mich, wie wir in den jeweiligen 15, 20 Minuten agiert haben.“

Nicht ganz so gute Erinnerungen an das Finalturnier Ende Mai in Hamburg dürften bei Melsungens Neuzugang Johannes Golla wach werden. Er hatte im Halbfinale mit Flensburg gegen Melsungen verloren. Und die Arena über den Hellgrundweg als Drittplatzierter verlassen. (Björn Mahr)