Stand: 22.10.2026, 08:17 Uhr
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Fast drei Jahre ist es schon her: Damals ist FC-Bayern-Fan Gerhard F. an der Allianz Arena ausgerutscht. Der Mann musste mehrfach operiert werden, konnte zeitweise nicht arbeiten. Warum dieser Fall jetzt in München vor Gericht ist.
München – Gerhard F. aus Schrobenhausen ist Bayern-Fan – doch derzeit hat er eine Rechnung mit der Stadiongesellschaft, einer 100-prozentigen Tochter des FCB, offen. Gut 18.000 Euro verlangt er. Vor knapp drei Jahren, im Januar 2024, stürzte F. bei Glatteis auf dem Gelände der Allianz Arena. Dort war nicht vernünftig gestreut, meint der 57-Jährige und will Schmerzensgeld. Weil die Gegenseite das anders sieht, landete der Fall vor dem Landgericht München.
Bei Bundesliga-Spiel des FC Bayern: Fan rutscht an der Allianz Arena aus
Damals war F. beim Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen, das die Heimmannschaft mit 0:1 verlor. Auf dem Weg zurück zum Auto passierte es: Am Fuß einer Treppe rutschte F. nach eigenen Angaben auf einer Eisplatte aus. Im Schwabinger Krankenhaus wurde er geröntgt, eingegipst und nach einer Woche zum ersten Mal operiert. Es folgten rund sechs Wochen auf Krücken, dann eine weitere Operation. Sieben Wochen war er arbeitsunfähig. Nach gut einem Jahr wurde er abermals operiert.
Eine gütliche Einigung vor Gericht gab es nicht. Der Anwalt der Gegenseite gab an, fürs Streuen sei eine Fremdfirma zuständig. Es habe an dem Tag allenfalls vereinzelt Glätte gegeben.
Das Verfahren endet wohl nicht vor dem Frühjahr
Darum habe die Allianz Arena als Betreiber nicht ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt, wie es im Juristendeutsch heißt. Das Verfahren wird wohl nicht vor dem nächsten Frühjahr enden.
Gerhard F. ärgert vor allem, dass sich der Streit schon lange zieht. Auf die Schreiben seiner Anwältin habe der Stadionbetreiber nur schleppend reagiert. Das hinterlasse „keinen guten Eindruck“, sagt der Kläger. Immerhin: Vom FC Bayern bekam er eine E-Mail, in der ihm der Verein sein Bedauern aussprach. Im Stadion allerdings war F. seit dem Sturz nicht mehr.