Naturerlebnisbad Niestetal schwimmt chlorfrei – Auch Fische ziehen ihre Bahnen

Stand: 01.08.2026, 17:04 Uhr

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Hier kann man chlorfrei und naturbelassen schwimmen: im Naturerlebnisbad in Niestetal-Sandershausen.

Hier kann man chlorfrei und naturbelassen schwimmen: im Naturerlebnisbad in Niestetal-Sandershausen. © Arthur Schöneburg

Das Naturerlebnisbad in Niestetal-Sandershausen reinigt sein 2000 Quadratmeter großes Becken ohne Chemie durch einen Pflanzenfilter.

Niestetal – Naturfans aufgepasst. Wer nicht an einen überfüllten See fahren will, ist hier gut aufgehoben: Im Naturerlebnisbad in Niestetal-Sandershausen wird in chlorfreiem Wasser geschwommen. Ob es auch abgesehen von der umliegenden Natur und der Ruhe überzeugt, haben wir uns in unserer Freibadtest-Serie angesehen.

Naturerlebnisbad Niestetal

Er hat den Überblick: Niestetals wachsamer Bademeister Wasselij Schäfer. © Celine Beling

Bahnen und Becken

Wer sportlich seine Bahnen ziehen möchte, ist im Naturerlebnisbad vielleicht falsch aufgehoben. Hier gibt es keine abgetrennten Bahnen wie in herkömmlichen Freibädern. Im Gegensatz zu denen ist das etwa 2000 Quadratmeter große Hauptbecken inklusive Wasserkaskaden nämlich chlorfrei. Der Förderverein kümmert sich um das Naturerlebnisbad und sorgt für den Erhalt. Die Reinigung erfolgt durch eine ökologische Filterung. In einem geschlossenen Kreislauf läuft das Wasser zunächst durch einen Pflanzenfilter, bevor es durch den Regenerationsbereich der Anlage in das Schwimmbecken geleitet wird. Ein Zusatz von chemischen Mitteln ist nicht erforderlich. Das Wasser wird regelmäßig auf seine Qualität durch das Gesundheitsamt geprüft. Die Wassertemperatur ist abhängig von der Lufttemperatur. Am Testtag hatte das Wasser bei einer Lufttemperatur von 33 Grad rund 21 Grad. Frostbeulen sollten sich also lieber für die sonnigen Ecken auf der Wiese entscheiden. Ein Planschbecken für die Kleinen gibt es aber auch. Dieses ist in herkömmlicher Weise gechlort und hat eine Wassertiefe von 20 Zentimetern. Wir vergeben vier von fünf Bällen.

Spaßfaktor

Neben dem Schwimmen können sich Besucher auch andersweitig sportlich betätigen. Das Naturbad bietet ein Beachvolleyballfeld. Der Förderverein sorgt auch für Programm. Es werden evangelische Gottesdienste, Yoga-Sommersessions oder ein Beachvolleyballturnier angeboten. Das nächste findet am Sonntag, 16. August, statt. Für den Extra-Kick kann man auch von dem Sprungfelsen springen. Diejenigen, die einfach nur die umliegende Natur genießen und sich sonnen wollen, können sich auf dem etwa 13.500 Quadratmeter großen Badegelände ausbreiten. Die Sonnendecks aus Holz und die grünen Liegewiesen bieten eine ideale Möglichkeit, sich bei schönem Wetter zu sonnen. Rutschen oder andere actionreiche Aktivitäten hat das Bad allerdings nicht zu bieten. Aufgrund dessen wird ein Punkt abgezogen: vier von fünf Bällen.

Naturerlebnisbad Niestetal

Sylvia Müller nimmt das Eintrittsgeld entgegen und verkauft Eis und Getränke. © Celine Beling

Kinderfreundlichkeit

Um das Hauptbad herum laden die Wasserkaskaden zum Spielen und Beobachten ein. Hier schwimmen nämlich kleine Fische und gelegentlich dreht hier auch mal eine Ente ihre Bahnen. Sandburgen bauen und Löcher graben können Kinder auf dem selbstangelegten Sandabteil beim Hauptbecken. Ansonsten gibt es für Kinder nur das Planschbecken. Daher gibt es nur drei von fünf Bällen.

Kiosk

Die heiß begehrten Schwimmbadpommes bleiben hier leider aus. Im Naturerlebnisbad gibt es nur verschiedene Eissorten am Stiel und Getränke. Mehr gibt es nicht im Angebot. Ein Flutschfinger kostet 1,50 Euro und ein Cornetto 2,50 Euro. In den Anfangszeiten gab es mal einen Wirt, dieser Vertrag ist aber ausgelaufen und der Betrieb habe sich nicht mehr gelohnt, erklärt die Gemeinde. Jedes Jahr wird versucht, einen mobilen Foodtruck anzuschaffen. Das hat laut der Gemeinde auch in den vergangenen Jahren funktioniert und kam dem Betreiber des Bades zugute. In diesem Jahr klappte die Organisation allerdings nicht. Das Angebot ist etwas mager, daher nur zwei von fünf Bällen.

Erreichbarkeit

Der Hauptparkplatz des Naturbads liegt an der Heiligenröder Straße, der Eingang allerdings an der Hugo-Preuß-Straße. Er ist vom Hauptparkplatz aus also nur über eine Treppe zu erreichen, ansonsten muss für mehr Barrierefreiheit an der Hugo-Preuß-Straße geparkt werden. Die Parkplätze sind kostenlos. Auch mit dem Bus kann angereist werden. Die Linien 30 und 200 fahren bis zum Dahlheimer Weg und die Linie 32 bis zum Osterholz. Ab hier muss allerdings in etwa ein Kilometer gelaufen werden. Nach dem Schwitzen kann man sich aber im Wasser abkühlen. Wer es nicht so weit haben will, kann auch die 31 nehmen. Die Linie hält in der Heiligenröder Straße an der Haltestelle Naturerlebnisbad direkt am Hauptparkplatz. Außerhalb der Ferien hat das Bad von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Innerhalb der Ferien von 10 bis 20 Uhr. Wir vergeben drei von fünf Bällen.

Naturerlebnisbad Niestetal

Jonas (12) übt im Naturbad seine besten Posen von den Springtürmen. © Celine Beling

Kosten

Bei den Einzeltickets zahlen Erwachsene und Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr 3,50 Euro. Kinder und Jugendliche von sechs bis 16 Jahren zahlen 2,50 Euro. Außerdem gibt es ab 18 Uhr einen Abendtarif. Hier zahlen Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren zwei Euro und Kinder und Jugendliche von sechs bis 16 Jahren nur einen Euro. Zudem sind Mehrfachkarten für zehn Besuche und Saisonkarten für Einzelpersonen und Familien erhältlich. Mit denselben Preisen stehen auch E-Tickets online zur Verfügung. Hier gibt es volle Punktzahl: fünf von fünf Bällen.

Fazit

Wer Erholung sucht, wird im Naturerlebnisbad fündig. Wer jedoch viel Action haben will, dem ist es zu ruhig. Im Gegensatz zu anderen Freibädern ist das Naturerlebnisbad mal etwas anderes und perfekt für alle, die auch gerne im See schwimmen. Für die heißen Tage ist das Bad eine gute Gelegenheit, sich nach dem Sonnen mit einem Eis oder im Wasser abzukühlen. Zudem ist das Bad gut erreichbar und zeichnet sich auch durch seine E-Tickets aus. Insgesamt ergeben sich aus allen Punkten dreieinhalb von fünf Bällen. (Celine Beling)