Neue Fahrradstraßen in Unterhaching: Radler dürfen nebeneinander fahren

Stand: 04.09.2026, 08:30 Uhr

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Fahrradfahrer haben Vorrang gegenüber Auto- und Motorradfahrern in der Fasanenstraße in Unterhaching.

Fahrradfahrer haben Vorrang gegenüber Auto- und Motorradfahrern in der Fasanenstraße in Unterhaching. © Agenda21

Die Gemeinde Unterhaching hat die Erzbergerstraße und Teile der Fasanenstraße als Fahrradstraße ausgewiesen. Für Autos gilt maximal Tempo 30, bei Bedarf müssen sie noch langsamer fahren.

Unterhaching – Auf dem Weg zur „fahrradfreundlichen Kommune“ mit bevorstehender AGFK-Zertifizierung hat die Gemeinde Unterhaching unter anderem die Erzbergerstraße sowie große Teile der Fasanenstraße als Fahrradstraße ausgewiesen (wir berichteten). In einer Pressemitteilung haben sich der Arbeitskreis Mobilität der Agenda 21 und die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) jetzt freudig zu den Neuerungen geäußert.

„Die Fasanenstraße in eine Fahrradstraße umzuwandeln, um Radfahrerinnen und Radfahrern eine zügige und sichere Radroute nach München anzubieten, gehörte schon 2013 zu den ersten Vorschlägen des Arbeitskreises“, sagt der Sprecher der ADFC-Ortsgruppe, Christian Sprey. „Angetrieben durch das Unterhachinger Mobilitäts- bzw. Radverkehrskonzept und die Bürgerbeteiligung zur Ortsentwicklung konnte dies nun in die Realität umgesetzt werden.“ Weil es im Gemeinderat und auch bei Verkehrsteilnehmern Unklarheiten gegeben hatte, was in einer Fahrradstraße erlaubt ist und was nicht, erläutert Sprey noch einmal die Regeln: „In einer Fahrradstraße steht die gesamte Breite dem Radverkehr zur Verfügung, Radler dürfen nebeneinander fahren. Autos und Motorräder sind hier nur zu Gast, für alle gilt maximal Tempo 30. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr seine Geschwindigkeit weiter verringern.“

Die Sprecher des Agenda21-Arbeitskreises, Alex Hiller und Til Neunhoeffer, hoffen nun, dass zügigere Radler auf ihrem Weg nach und von München künftig die Fasanenstraße nutzen statt des Fuß- und Radwegs entlang der S-Bahn oder der für Räder freigegebenen Fußwege an der Münchner Straße. Davon würden letztlich auch Fußgänger profitieren. „Wenn zudem einige Radfahrende, die bislang auf der Münchner Straße unterwegs waren, auf die Fasanenstraße ausweichen, haben sogar die Kraftfahrzeuge etwas davon“, betonen die Sprecher.

Hiller und Neunhoeffer appellieren an die Radfahrer, die Zebrastreifen und Ampeln auf der Fasanenstraße strikt zu respektieren sowie am südlichen Ende der Fasanenstraße, wo diese eine verkehrsberuhigte Zone ist, das Tempo deutlich zu drosseln, ebenso auf dem schmalen Wegstück zur Bahnhofsunterführung. „So, wie die Radlerinnen und Radler erwarten, dass Autofahrer auf sie Rücksicht nehmen, sollten sie selbst auch auf Fußgänger Rücksicht nehmen“, sagen Hiller und Neunhoeffer.