SMART RING
Ein neuer Smart Ring könnte den bekannten Hersteller Oura noch dieses Jahr in Bedrängnis bringen. Der Ring soll sich auf eure Gesundheit konzentrieren und dauerhaft Blutdruck messen.
Keine Manschette, keine Kalibrierung und trotzdem eine Überwachung des Blutdrucks zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das verspricht der Signal Ring. Damit hat sich Tom Moss, Gründer von Vital Signals, eine der schwersten Aufgaben der Wearables-Industrie vorgenommen.
Der Signal Ring soll rund um die Uhr mit einem optischen Sensor überwachen, wie sich bei jedem Herzschlag der Blutfluss verändert. Aus den Werten errechne die Software den oberen und unteren Blutdruckwert, so der Hersteller. Über lange Zeit sollt ihr dann euren Blutdruck im Alltag, unter Belastung und bei Entspannung einsehen können. Der Oura Ring überwacht dagegen Herzfrequenz und Co. um Warnungen zu geben - hat aber vor allem einen Nachteil.
Signal Ring: Lang- und Kurzzeit-Blutdruckmessung ohne Abo, anders als bei Oura
Während Oura ein großes Paket an Funktionen sowie eine App bietet, die per KI Daten interpretiert - was uns im Test gut gefällt - und dafür ein monatliches Abo für 5,99 Euro verlangt, fallen die Features im Signal Ring deutlich schlanker aus. Er misst langfristig sowie auf Nachfrage euren Blutdruck.
Vital Signals verlangt dafür einmalig 399 Dollar, den selben Preis, wie bei Oura, verzichtet aber auf ein Abo. Dafür gibt es im Signal Ring weder Schlaf- und Fitnesstracking noch einen Schrittzähler. Genausowenig wie eine KI, stattdessen könnten Nutzerinnen und Nutzer die Daten einfach exportieren und eine KI ihrer Wahl zur Interpretation zu Rate ziehen, so ein Artikel im US-Magazin Engadget.
Wie gut kann die manschettenlose Messung sein?
Erstmal vorab: Ein Medizinprodukt ist der Ring nicht und er kann keine ärztliche Untersuchung ersetzen. Er kann höchstens Anzeichen lesen und euch dazu bringen, zu eurer Ärztin oder eurem Arzt zu gehen. Zwar gibt der Hersteller an, die Technik in einer Studie mit 451 Personen getestet zu haben, einsehbare Ergebnisse oder eine unabhängige Studie gibt es allerdings nicht.
Auch die FDA, die US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel, hat den Ring noch nicht als Hilfsmittel zugelassen, Blutdruckwerte zu überwachen. Auf der anderen Seite verspricht der Signal Ring bereits mehr, als etwa die Apple Watch kann. Zwar kann die Uhr Anzeichen für chronischen Blutdruck sammeln und davor warnen, konkrete Werte gibt die Watch jedoch nicht aus.
Warum Blutdruck messen? Anhand des Blutdrucks können Ärzte und Ärztinnen Krankheiten im Herz-Kreislauf-System feststellen. Bluthochdruck kann etwa durch Stress, Rauchen, eine Nierenerkrankung oder Hormonstörungen ausgelöst werden. Unbehandelt steigt dann das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle, so das Deutsche Herzzentrum. Eine Früherkennung kann solche Folgen verhindern.
Fazit und Verfügbarkeit
Interessant klingt der Ring allemal und vielleicht kann die Entwicklung andere Ring-Hersteller, etwa vom Samsung Galaxy Ging oder Oura Ring 5, dazu bringen, in diesem Bereich weiter zu forschen. Schließlich kann eine frühe Gesundheitswarnung dazu führen, dass sich Menschen früher untersuchen lassen und Krankheiten schneller gefunden und behandelt werden.
Gleichzeitig braucht es noch unabhängige Forschung bezüglich der Messungen des Signal Rings. Vorerst kann er sowieso nur in den USA vorbestellt werden, bevor er nach Deutschland kommt, müsste er erst strenge Prüfungen überstehen. Wer schon jetzt einen Smart Ring am Finger tragen möchte, findet in unserem Test einen Überblick mit Funktionen, Genauigkeit und Tragekomfort.
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