Nils Politt gewinnt Hammer City Night – mit einem Trick gegen den Regen: „Hat wieder extrem viel Spaß gemacht“

Stand: 30.08.2026, 13:52 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Hammer City Night 2026 29.09.2026  Siegerehrung

Das Siegertreppchen des Profirennens: Nils Politt gewann vor Tobias Müller (links) und Phil Bauhaus. © Robert Szkudlarek

Radsport-Profi Nils Politt vom UAE Team Emirates setzte sich bei der zweiten Hammer City Night gegen die Konkurrenz durch. Dabei trotzte der 32-Jährige im Flutlicht-Finale dem Regen.

Hamm – Es war ein ungewohntes Geräusch. Aber es war ein stetiger Begleiter beim Rennen der Profis am späten Samstagabend bei der zweiten Aufgabe der wiederbelebten City Night in der Hammer Innenstadt. Vor jeder Kurve, wenn die Profis in ihre Bremsen griffen, um auf dem durch Regen rutschig gewordenen Straßenbelag kontrolliert und sicher über die Strecke zu kommen, war dieses laute Knarzen zu hören. Der Grund: Wenn Regen oder Spritzwasser bei einem Fahrrad zwischen den Bremsbelag und die Bremsscheibe kommt, dann verändert dies die Reibung und führt zu Schwingungen, die ein lautes Quietschen verursachen. „Der Wettergott war leider nicht auf unserer Seite. Trotzdem waren viele Leute da. Und es hat wieder extrem viel Spaß gemacht, hier zu fahren“, sagte ein durchnässter, aber trotz des schlechten Wetters am späten Abend strahlender Nils Politt. Denn der 32 Jahre alte Profi vom UCI World-Tour-Team UAE Team Emirates hatte nach seinem zweiten Platz im vergangenen Jahr dieses Mal den Spieß umgedreht und als Erster die Ziellinie überquert.

Radsport-Profi Nils Politt gewinnt Hammer City Night

Hammer City Night 2026 29.09.2026  Profirennen und Dernyrennen Siegerehrung

Beim Derny-Rennen ließ Phil Bauhaus die Konkurrenz hinter sich. © Robert Szkudlarek

Es war ein überaus spannendes Rennen, das die laut Organisator Marius Prünte rund 8000 Zuschauer auf dem 800 m langen Rundkurs im Schatten der Pauluskirche zu sehen bekamen. Immer wieder gab es Ausreißversuche und wechselnde Führungen, ehe sich Politt, der Edelhelfer von Tadej Pogačar bei dessen fünftem Sieg bei der Tour de France in diesem Sommer, am Ende vom Feld absetzte und der Konkurrenz keine Chance ließ. Angesichts des Regens hatte der gebürtige Kölner dabei in die Trickkiste gegriffen, wie er später verriet. „Ich habe den Reifendruck ein bisschen runtergetan. Das war eine ganz gute Option, um ein bisschen schneller um die Kurven zu fahren“, sagte er. „Ich musste mich am Anfang erstmal so ein bisschen mit den Kurven einfinden, ein bisschen rantasten, an welches Level man gehen kann.“

Und letztlich war es ein beeindruckendes Level, das Politt auf den von vielen Fans gesäumten Rundkurs zauberte, so dass sich Nachwuchshoffnung Tobias Müller mit Rang zwei und Titelverteidiger Phil Bauhaus gar nur mit Platz drei zufrieden geben mussten. Doch auch die Unterlegenen zeigten sich begeistert von der Stimmung, die trotz des Regens auf der Strecke herrschte. „Die Wetterbedingungen kann man nicht beeinflussen, man muss das Beste daraus machen. Es ist technisch anspruchsvoller als im Trockenen – und dann ja auch noch im Dunkeln“, meinte Müller. „Aber dass so viele Zuschauer trotzdem da waren, das ist halt mega. Die Stimmung war klasse. Dann kann man als Sportler auch nichts anderes machen, als abzuliefern.“

Phil Bauhaus kündigt Rückkehr nach Hamm an

Und so war es trotz des schlechten Wetters ein rundum gelungener Renntag mit den Nachwuchskonkurrenzen am Nachmittag bis hin zum Derny-Rennen als krönendem Abschluss am späten Abend. So waren sich Politt, Müller und auch Bauhaus einig, dass sie nur zu gerne auch im kommenden Jahr wieder zur City Night kommen würden. „Es hat super Spaß gemacht letztes Jahr – und dieses Jahr auch wieder. Von daher spricht aus meiner Sicht auch nichts gegen einen drittes Mal im kommenden Jahr“, sagte Bauhaus, der sich im Derny-Rennen für seine erlittene Niederlage im Hauptrennen revanchierte und sich von seinem Schrittmacher vor Politt, Moritz Augenstein und Müller zum Sieg ziehen ließ. „Das Wetter war natürlich ein bisschen schade für die Zuschauer, aber es ist trotzdem eine super Veranstaltung, die Marius hier auf die Beine stellt“, fügte Bauhaus hinzu.

Nur sollte dann, so hoffen alle Beteiligten, das Wetter gerne wieder besser sein. Damit die Rennfahrer mit noch mehr Tempo über die Strecke jagen können, noch mehr Zuschauer dabei sein werden und sich niemand mehr das laute und nervige Quietschen vor jeder Kurve anhören muss. „Nächstes Jahr wieder bei Sunshine“, meinte Politt.