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Ortsgeschichte Britten Neuer Band zeigt Britten im Nationalsozialismus – „Die Lebensgeschichten verdienen es, in Erinnerung zu bleiben“
Britten · Der zweite Band „Britten in der Zeit des Nationalsozialismus“ beleuchtet die Jahre 1937 bis 1945. Autor Hans Werner Ewerhardy stützt sich auf eine jahrelange Recherche – und stellt NS-Opfer aus Britten in den Fokus.
11.07.2026 , 14:00 Uhr
Hans Werner Ewerhardy mit dem zweiten Band seiner Dokumentation über die NS-Zeit in Britten im Bürgerarchiv Merzig.
Foto: Ruth Solander/Ruth Solander
Mit dem zweiten Band seiner Dokumentation „Britten in der Zeit des Nationalsozialismus“ setzt Hans Werner Ewerhardy die Aufarbeitung der Ortsgeschichte fort. Nachdem der erste Band die Jahre 1933 bis 1936 behandelte, widmet sich die neue Veröffentlichung den Jahren 1937 bis 1945. Anhand zahlreicher historischer Quellen schildert Ewerhardy, wie sich Krieg und nationalsozialistische Herrschaft auf das Leben im Ort auswirkten.
1937 bis 1945: Alltag unter dem Regime
Grundlage des 452 Seiten umfassenden Buches sind mehr als sechs Jahre intensiver Forschungsarbeit. Der Autor wertete dafür unter anderem Tausende Zeitungsseiten, Archivakten, Kirchenbücher und Standesamtsunterlagen aus.
Zeitgenössische Berichte über Vereinsleben, kirchliche Ereignisse, Landwirtschaft, Unfälle, politische Veranstaltungen und den Alltag zeichnen nach, wie sich das Dorfleben unter den Vorgaben des nationalsozialistischen Regimes veränderte.
Der zweite Band der Dokumentation von Hans Werner Ewerhardy widmet sich den Jahren 1937 bis 1945.
Foto: Ruth Solander/Ruth Solander
Schwerpunkt auf NS-Opfern aus Britten
Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Dokumentation von Menschen aus Britten, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Ewerhardy rekonstruierte ihre Lebenswege durch umfangreiche Recherchen anhand von Archivunterlagen und weiteren Quellen.
Berichte über politisch Verfolgte sowie über Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“ zeigen, dass NS-Unrecht nicht nur in den Zentren der Macht stattfand, sondern auch in einer kleinen Dorfgemeinschaft Spuren hinterließ.
„Mir war wichtig, die Schicksale der Menschen aus Britten zu dokumentieren, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Diesen Teil der Ortsgeschichte wollte ich sichtbar machen, denn die Lebensgeschichten gehören zur Geschichte unseres Dorfes und verdienen es, in Erinnerung zu bleiben“, erklärt Ewerhardy.
Kämpfe um Britten im März 1945
Ein weiteres Kapitel widmet sich den Kämpfen um Britten im März 1945. Anhand militärischer Unterlagen rekonstruiert der Autor die Ereignisse bis zur Einnahme des Ortes durch die US-Armee am 16. März 1945. Zeitzeugenberichte ergänzen die Darstellung der Kriegsjahre.
Nachkriegsjahre: Wiederaufbau und Vermisste
Darüber hinaus bezieht Ewerhardy auch Berichte aus den ersten Nachkriegsjahren ein, etwa zu Wiederaufbau, Munitionsfunden oder zum Schicksal von Gefallenen und Vermissten. Eine Übersicht der Kriegstoten, Vermissten und zivilen Opfer aus Britten rundet die Dokumentation ab.
Beitrag zur Erinnerungskultur
Wie bereits der erste Band versteht sich auch die neue Veröffentlichung als Beitrag zur Erforschung und Bewahrung der Ortsgeschichte. Zahlreiche Personen, Familiennamen und historische Orte ermöglichen vielen Leserinnen und Lesern einen unmittelbaren Bezug zur Geschichte ihrer eigenen Familien und ihres Heimatortes.
„Ich bin sehr froh, dass Hans Werner Ewerhardy die Geschichte von Britten so professionell aufgearbeitet hat. Dadurch hat er einen wertvollen Beitrag für Britten und seine Bewohner geleistet“, sagt Ortsvorsteher Philipp Ludwig. (ten/sm)
Das Buch „Britten in der Zeit des Nationalsozialismus (Teil 2) umfasst 452 Seiten und ist zum Preis von 25 Euro in der Buchhandlung Rote Zora in Losheim sowie direkt beim Autor erhältlich. Weitere Infos und Bestellungen per E-Mail an [email protected]