Stand: 20.08.2026, 14:00 Uhr
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Am Karlsfelder See haben im Juli fast 1000 Autofahrer die Parkgebühr nicht bezahlt. Anwohner klagen über zugeparkte Straßen und Müll.
Karlsfeld – Seit Juli gilt am Karlsfelder See ein digitales Parksystem mit Kennzeichenerfassung. Wie Merkur-Reporterin Nikola Obermeier berichtet, drücken sich offenbar zahlreiche Badegäste vor der Gebühr – und in den umliegenden Wohnstraßen eskaliert die Lage. Der Unmut über die Kosten, die Verkehrssituation und mangelnde Sauberkeit rund um den beliebten Badesee im Landkreis Dachau nimmt spürbar zu.

- Im Juli wurde bei 982 von 7477 Parkvorgängen am Karlsfelder See die Gebühr nicht entrichtet – es drohen jeweils 46 Euro Bußgeld.
- Anwohner beklagen, dass Badegäste ihre Autos massenhaft in Wohnstraßen abstellen, teils im Halteverbot oder auf Gehwegen.
- Neben der Parksituation sorgen überquellende Mülleimer und Rattenbeobachtungen für zusätzlichen Ärger.
Digitales Parksystem am Karlsfelder See – 982 Verstöße allein im Juli
Seit dem 1. Juli erfasst eine automatisierte Anlage am Karlsfelder See jedes einfahrende Kennzeichen. Wer länger als 15 Minuten bleibt, muss vier Euro Tagesgebühr entrichten – ausschließlich bargeldlos. Früher hatten BRK-Mitarbeiter oder ein Sicherheitsdienst die Gebühren kassiert, allerdings nur an besonders besucherstarken Tagen. An allen anderen blieb der Parkplatz praktisch unkontrolliert. Die Neuerung scheint bei vielen noch nicht angekommen zu sein: „Damit haben wir nicht gerechnet", sagt Landratsamts-Sprecherin Sina Török zu den 982 unbezahlten Parkvorgängen. Wer die Zahlung versäumt, kann sie binnen 48 Stunden per Paypal oder Überweisung nachholen – andernfalls werden 46 Euro Bußgeld fällig.
Dass es keine gestaffelte Preisstruktur gibt – etwa günstigere Tickets für einen kurzen Feierabendbesuch –, stößt vielen Besuchern sauer auf. „Die Parkgebühren sind maximal unsozial", sagt eine Leserin der Heimatzeitung. Eine Seniorin, die früher regelmäßig für eine Stunde auf einer Parkbank am See saß, verzichte inzwischen auf diesen Ausflug. Auch Silvia-Christina Mayr fährt nach eigener Aussage lieber zum Stadtweiher: „Und sonnen kann ich mich auch im Garten, da ist es ruhiger." Die rein bargeldlose Bezahlung kritisiert sie ebenfalls: „Ich nehme keine EC-Karte mit an den See. Und jedes Mal nachträglich eine Überweisung zu machen, ist mir zu viel Aufwand." Die Folgen spüren vor allem Anwohner – Karlsfelderin Patricia Melzl beobachtet, dass der offizielle Parkplatz oft halb leer bleibe, während Badegäste ihre Wagen in umliegenden Straßen abstellen, teils im Halteverbot oder vor Einfahrten.
Karlsfeld ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Dachau und liegt unmittelbar nordwestlich von München.
Müllproblem und Ratten am Karlsfelder See – Landratsamt appelliert an Besucher
Neben dem Parkärger belastet auch die Müllsituation die Stimmung. An stark besuchten Tagen seien die Abfallbehälter regelmäßig überfüllt, berichtet Melzl. Ihr Mann beobachte bei seinen morgendlichen Schwimmrunden wiederholt Ratten, die von herumliegenden Essensresten angelockt würden. Das Landratsamt habe bereits mehrfach über Pressemitteilungen und soziale Medien an die Besucher appelliert, zuletzt sogar Taschenaschenbecher verteilt, so Török. Wer an den Parkgebühren etwas ändern wolle, müsse den politischen Weg gehen: „Die Gebühr ist in der Satzung festgelegt, die hat der Kreistag beschlossen." Eine zeitliche Staffelung sei nur über eine Satzungsänderung möglich – Betroffene sollten sich daher an ihre Kreistagsmitglieder wenden.