Stand: 20.08.2026, 14:00 Uhr
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Ortsbeirat und Anwohner nehmen Problemstellen im Stadtteil unter die Lupe.
Seulberg – Egal ob Baustellenchaos, illegale Müllentsorgung oder Rattenplage: Wo auch immer in den Stadtteilen der Schuh drückt, sind für die Anwohner in der Regel die Ortsbeiräte erster Ansprechpartner. Zwar schlummern die politischen Gremien noch in der Sommerpause. Aber kein Grund, untätig zu sein, dachten sich die Mitglieder des Ortsbeirates Seulberg. Sie sind am Dienstabend im Stadtteil unterwegs, um vor Beginn der neuen Sitzungsrunde einmal selbst ein paar neuralgische Punkte unter die Lupe zu nehmen. Auch einige Anwohner haben dem nass-trüben Wetter getrotzt und sich der Ortsbegehung angeschlossen. Einige mit persönlichen Anliegen an die Mandatsträger, andere hingegen wollen einfach mal die Ortsbeiratsmitglieder kennenlernen.

Erster Punkt auf der Agenda: die Grünpflege „Am Placken“. Es habe Hinweise aus der Bürgerschaft gegeben, erklärt Ortsvorsteher Thomas Kremer (FDP), wonach das Partnerschaftsdenkmal zu Bad Wimsbach-Neydharting zugewuchert sei. „Ich fahre hier häufig mit dem Fahrrad vorbei“, sagt Grünen-Ortsbeirätin Birgit Fiedler. Die Mitarbeiter der Stadt seien hier mindestens einmal im Monat zu Gange. „Die Natur bewegt sich“, fügt CDU-Mann Robert Tschage hinzu. Kremer wickelt das Thema schnell ab: „Ich sehe nicht, dass wir da aktiv werden müssen.“

Anders beim zweiten Thema an diesem Abend: der Parkplatzsituation in Alt-Seulberg. Sogar früher als geplant konnte die Straßensanierung hier fertiggestellt werden. Den Arbeiten sollen dabei jedoch nach Meinung einiger Anwohner Parkplätze zum Opfer gefallen sein. „Es herrscht Parkdruck. Vor allem, wenn man aufs Auto angewiesen ist“, macht ein Seulberger seinem Ärger Luft. Und tatsächlich: An mehreren Stellen sind die silberfarbenen Parkbegrenzungen entfernt worden – am Scheibenwischer eines in Alt-Seulberg abgestellten BMW klemmt bereits ein Knöllchen. Auch weiter oben, vor dem Töpferbrunnen, finden Autofahrer keine Parkbegrenzungen mehr vor. Diese seien entfernt worden, erklärt der Ortsvorsteher, damit der Brunnen nicht mehr von parkenden Autos verdeckt wird. Der Vorschlag, vor den Hausnummern 26 und 28 zwei bis drei neue Parkplätze zu schaffen, wird von Rathausmitarbeiterin Jennifer Kröll im Protokoll vermerkt.
Lieferengpass bei Parkbegrenzern
Vor der Hausnummer 48 legt die Gruppe einen weiteren Zwischenstopp ein. Wo vorher drei Parkplätze waren, finden nunmehr nur noch zwei Fahrzeuge einen Stellplatz. Besonders brisant: Wegen vor dem Haus angelegter Rosenbeete, die zudem mit einem Rankgitter aus Metall versehen sind, verringert sich der Abstand zu den parkenden Autos – ein Durchkommen für Mütter mit Kinderwagen oder Menschen mit Rollator scheint nur schwer möglich. „Wenn wir das so ins Protokoll schreiben“, stellt der Ortsvorsteher klar, „ist der Parkplatz hier auch noch weg.“
Er habe in puncto weggefallene Parkplätze bereits beim zuständigen Amtsleiter Florian Rühl nachgehakt, so Thomas Kremer. Der Amtsleiter habe ihm versichert, dass nach Ende der Bauarbeiten in Alt-Seulberg die Anzahl der Parkplätze gleich geblieben sei. Außerdem erklärt Kremer, gebe es bei den Parkbegrenzern derzeit Lieferschwierigkeiten, weshalb noch nicht alle Parkflächen wieder vollständig ausgewiesen seien. Bürgermeister Lars Keitel (Grüne) bestätigt den Lieferengpass am Mittwochnachmittag auf Nachfrage unserer Zeitung.
„Sicherlich können wir an der ein oder anderen Stelle noch einmal bei der Stadt nachfragen“, sagt Kremer und fügt hinzu: „Damit gewinnen wir vielleicht drei bis vier Stellplätze.“ Das, so lautet der Tenor der Gruppe, würde die Parksituation zumindest wieder auf das Niveau vor Beginn der Straßensanierung heben.

Kurz vor Schluss stoßen die Seulberger Marcel Glapski und Nenad Pejic zur Gruppe hinzu – beide wohnen in der Schäferstraße. Bei Arbeiten der ausführenden Firma, die laut Aussage aus dem Rathaus für Glasfaser Plus im Auftrag der Deutschen Telekom Glasfaser verlegt, seien eine Telefonleitung gekappt und die Hausfassade von Pejic beschädigt worden. „Mit einem Klick waren fünf Stunden Arbeit weg“, bedauert Glapski den Internetausfall. Außerdem monieren beide, dass die Ablaufrinne in der Straße nun kein Gefälle mehr habe.
Auf Nachfrage unserer Zeitung beim Bürgermeister erklärt dieser, dass aus der Schäferstraße bislang noch keine Schäden bei der Stadt gemeldet worden seien. Die beauftragte Firma arbeite schnell, mitunter könne es auch zu Schäden kommen. In jedem Fall, betont Keitel, werde nach Abschluss der Arbeiten eine Abnahme durch die Stadt erfolgen. (Paul Hendrik Fürst)