Kreml-Propaganda per Videoschalte? CNews riskiert nach „Comeback“ von Xenia Fedorova harte Konsequenzen

Putin-Propagandistin zurück auf Sendung? Frankreich droht TV-Station

Stand: 11.09.2026, 13:31 Uhr

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Eklat im französischen TV: CNews plant das Comeback einer ausgewiesenen russischen Journalistin. Paris sieht darin kremlgesteuerte Desinformation.

Paris – „Eine Agentin der Einmischung im Dienste Russlands“: Mit diesen drastischen Worten beschreibt das französische Außenministerium die Journalistin Xenia Fedorova. Obwohl sie im Juli 2026 wegen Gefährdung staatlicher Interessen des Landes verwiesen wurde, kündigte der rechtsgerichtete Sender CNews sie nun per Videoschalte auf dem Bildschirm an. Das Pariser Innenministerium reagiert auf diese Provokation mit einer beispiellosen Warnung.

Xenia Fedorova in einer Aufnahme vom April 2025

Xenia Fedorova in einer Aufnahme vom April 2025 © XAVIER GALIANA/AFP

Fall der Putin-Propagandistin Fedorova: Strafrechtliche Konsequenzen für CNews

Wie die französische Zeitung Le Monde zuerst berichtete, hat Innenminister Laurent Nuñez die Rundfunk-Aufsichtsbehörde ARCOM in einem formellen Schreiben alarmiert. Ein virtueller Auftritt Fedorovas auf CNews würde ihre physische Ausweisung und die Sperrung ihrer Konten faktisch aushebeln. Die Regierung wertet dies als „Erleichterung der Einmischung“.

Bei Zuwiderhandlung drohen dem Sender strafrechtliche Konsequenzen. Eine ausgewiesene Person, argumentiert Nuñez, dürfe die öffentliche Ordnung nicht aus der Ferne weiter stören. Die ukrainische Zeitung Kyiv Post ordnete das behördliche Einschreiten als direkte Antwort auf kremlgesteuerte Desinformationskampagnen ein.

Fall der Putin-Propagandistin Fedorova: Bollorés Sender pocht auf rechtliche Lücken

CNews – Teil des Medienimperiums des rechtsaußen stehenden Milliardärs Vincent Bolloré – ignorierte die Drohung aus Paris. Am 2. September verkündete Moderator Gauthier Le Bret laut den Berichten live im Programm, Fedorova werde künftig wieder in der Sendung „L‘Heure Inter“ auftreten. Die Rechtsabteilung des Senders vertrat die Auffassung, dass das Ausweisungsdekret einem virtuellen Interview nicht im Wege stehe.

Ob das Management Fedorova weiterhin bezahlt, ließ CNews auf Nachfrage von Le Monde unbeantwortet. Kritiker warnen laut der Nachrichtenagentur AFP, dass Bolloré der Journalistin gezielt eine Plattform biete, um die französische Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zu beeinflussen.

Putin-Propagandistin Xenia Fedorova im Profil

Die Personalie Fedorova, deren echter Name Le Monde zufolge Ksenia Borchik lautet, beschäftigt europäische Sicherheitsbehörden schon länger:

  • Netzwerk: Sie leitete das Pariser Büro des russischen Staatssenders RT, bevor die EU den Sender infolge des Ukraine-Kriegs verbot.
  • Regierungs-Vorwürfe: Paris stuft sie offiziell als Relaisstation für russische Desinformationskampagnen zur Destabilisierung der öffentlichen Ordnung ein.
  • Einreiseverbote: Bereits 2024 verweigerte ihr Deutschland wegen ähnlicher Einmischungsversuche die Einreise, bevor Frankreich sie Ende Juli 2026 auswies.

Fall Fedorova: Moskau prangert „politische Verfolgung“ an

Fedorova hat Frankreich inzwischen verlassen und reiste nach eigenen Angaben durch die Schweiz. In einem Interview mit dem pro-russischen Portal Omerta äußerte sie kürzlich den Wunsch, bald wieder im französischen Fernsehen „Russlands Sichtweise“ darzulegen, berichtete Le Monde.

Moskau reagierte auf den Gegenwind aus Paris derweil scharf. Das russische Außenministerium sprach von einer „politischen Verfolgung“ von Medienschaffenden. Der stellvertretende Sprecher Alexej Fadejew kritisierte laut AFP, in Frankreich herrsche eine Meinungszensur, die jede abweichende Haltung pauschal als russische Propaganda diffamiere. (Quellen: Le Monde, Kyiv Post, AFP) (frs)