Stand: 10.08.2026, 05:30 Uhr
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Ratten im Garten oder im Haus – das will wohl niemand. Hamms Rattenbeauftragter kennt die drei Hauptprobleme, bei denen Bürger präventiv handeln können.
Hamm – Ist da nicht gerade etwas zwischen den Mülltonnen umhergehuscht? Etwas Kleines, Graubraunes? Ratten haben in Hamm schon öfter für Aufsehen gesorgt – etwa im Frühjahr in Westtünnen, wo die Schädlinge jetzt aber auf dem Rückzug sind. Trotzdem stellt sich die Frage: Was tun, wenn Ratten vor oder im Haus ihr Unwesen treiben?
![[Foto: © Andreas Rother] --> Hamm: Stadt lädt zu PK zum Thema „Ratten in Hamm“ ein. Anlass: Rattenbefall in BoHö (interessant: das Bsp. Dortmund: https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/ratten-dortmund-jagd-bekaempfung-nrw-stadt-aufruf-gift-tipps-hinweise-bekaempfen-92859272.html).Ordnungsamt (Gustav-Heinemann-Straße 21, Büro Herr Wiesemeier, 3. OGDetmar Disselhoff , Beratung Schädlingsbekämpfung Ordnungsamt Hamm](https://www.wa.de/assets/images/43/605/43605612-foto-andreas-rother-gt-hamm-stadt-laedt-zu-pk-zum-thema-ratten-in-hamm-ein-anlass-rattenbefall-in-bohoe-interessant-das-bsp-dortmund-https-www-wa-de-P6BG.jpg)
In Hamm gibt es für solche Situationen seit über dreieinhalb Jahren Detmar Disselhoff: Der Schädlingsbeauftragte der Stadt berät Bürger, schaut sich die Fälle vor Ort an und arbeitet eng mit den Ämtern zusammen. Diese hatten sich zuvor je nach Zuständigkeitsgebiet um Schädlinge gekümmert – die letzten rund 2100 Fälle, zu 95 Prozent zu Ratten, liefen koordiniert über Disselhoff: „Das, was ich mache, gibt‘s in keiner anderen Stadt“, erklärt er seinen Job. „Hamm ist in Sachen Ratten-Prävention sehr weit.“
Aktiv werden, bevor es zu spät ist
„Prävention“ ist hier das Stichwort – damit es gar nicht erst zu Rattenplagen kommt. Dabei bedeutet die Sichtung eines einzelnen Tieres noch lange nicht, dass das eigene Grundstück befallen ist. Doch wann muss ich meinen Fall der Stadt melden? „Bei mehrfacher Sichtung über mehrere Tage“, so Disselhoff. Meist kommen die Meldungen über das Portal „Sag’s Hamm“ bei ihm an. Er verschafft sich dann vor Ort einen Überblick, entscheidet über die nächsten Schritte, wird selbst aktiv, um das Problem so schnell wie möglich zu bekämpfen. Der normale Bürger kann dies seit Ende April dieses Jahres nicht mehr, seitdem der Verkauf von Rattengift an Privatpersonen verboten wurde. „Entsprechend sind sie auf professionelle Fachfirmen angewiesen“, schlussfolgert Hamms Rattenbeauftragter – was schon mal um die 250 Euro kosten kann. Er empfiehlt, sich vorsorglich gegen Ratten und andere Tiere wie Waschbären, Marder, Wespen und Hornissen im und am Haus zu versichern. Dies liefe in der Regel über die Hausratversicherung.
Dennoch müssen Privatpersonen nicht nur Däumchen drehen, sondern können – Stichwort „Prävention“ – vor dem Befall aktiv werden, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Detmar Disselhoff kennt diesbezüglich die drei größten Baustellen auf privaten Grundstücken.

Der Müll
„Bei Ratten ist das größte Problem der Stadt Hamm und aller Städte weltweit der Müll“, erklärt der Rattenbeauftragte. Die Schädlinge fressen sich besonders gerne quer durch die Wertstofftonne, und der Zustand an Müllabstellplätzen könne Befall begünstigen. Liegen volle Müllbeutel neben der Tonne auf dem Boden, ist dies das perfekte Festmahl für die Tiere.
Auch die Tonne selbst ist ein Ziel: Hier betont Disselhoff, dass der Deckel unbedingt vollständig geschlossen sein muss – zur Not auch abgeschlossen, um etwa falsch sortierten Fremdmüll zu vermeiden. Dazu soll die Tonne nicht zu nah an Hecken und Zäunen stehen, sondern etwa 30 Zentimeter Abstand haben. „Das wäre sonst, als würde man für die Ratten eine Leiter hinstellen.“ Bei großen Containern darf dazu der Ablaufstopfen nicht abhandenkommen, der normalerweise der Reinigung dient: Ansonsten gleicht das entstandene Loch unter dem Behälter einer offenen Tür für Ratten.
Außerdem betont Disselhoff: Essensreste wie auch Bratfett gehören in den Müll und nicht über Waschbecken oder die Toilette in den Abfluss und somit in den Kanal, wo sich die Nager über die Nahrung freuen. Allerdings seien Ratten aus dem Kanal in Hamm selten geworden und auf der Problemliste „nur“ auf Platz vier.
Vögel im Garten füttern
„Das zweitgrößte Problem ist das Füttern von Vögeln in Privatgärten“, erklärt Disselhoff. Komplett verbieten will er dies aber nicht: Es soll beim Füttern nur nichts auf den Boden fallen, damit keine Ratten und anderen Tiere angelockt werden. Dazu rät er etwa von Vogelhäusern auf Holzbeinen ab und empfiehlt am Baum befestigte Futtersäulen aus Metall – da kommen die Ratten nicht dran. Der wichtigste Punkt ist aber der Auffangteller unter der Futterausgabe, der die fallenden Körner aufhält. Und zum Thema Meisenknödel: Auch hier eignen sich Futtersäulen und Auffangteller.

„Zudem sollte das Vogelhaus abends komplett leer sein“, fügt Disselhoff hinzu – nachts fressen dort eh keine Vögel, sondern eher Schädlinge. Und als Aufbewahrungsort für die Körner sowie für Pflanzensamen und Blumenzwiebeln reicht nicht einfach die Verpackung im Schuppenregal: Es braucht einen rattensicheren Behälter wie Tupperdosen oder auch robuste Tonnen für größere Mengen.
Falsche Tierhaltung
Problem Nummer drei ist die Haltung von Hühnern, Tauben, Kaninchen oder Meerschweinchen. Hier fühlen sich Ratten angezogen: „Die sind ja schlaue Tiere“, sagt der Schädlingsbeauftragte. „Da denken die: Hier sind andere Tiere – hier gibt es Futter.“ Wer sich also nicht um einen regelkonformen und rattensicheren Stall kümmert, könnte ungebetene Gäste bekommen. Eine passende Umzäunung, „so engmaschig wie möglich“, und zum Beispiel Futterautomaten können den Besuch verhindern – Prävention halt.
Kontakt zum Rattenbeauftragten
Telefon: 177217
E-Mail: [email protected]
Online: über das Portal „Sag’s Hamm“, www.hamm.de/sags-hamm.