Stand: 08.08.2026, 19:38 Uhr
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Alle warten auf den großen Regen, der den Rhein rettet und die Schiffe zurückbringt. Doch ein Guss reicht nicht. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Ludwigshafen – Der Rhein liegt am Boden: An der Engstelle bei Kaub sind es nur noch 19 Zentimeter, ein neuer Rekord, der sogar das Dürre-Jahr 2018 unterbietet – und das schon Anfang August. Jetzt hoffen alle auf den einen kräftigen Regen, der das Flussbett wieder füllt und die Frachter zurückbringt. Doch genau hier folgt die Enttäuschung.

Ein einzelnes Sommergewitter bringt dem Strom praktisch nichts. Es fällt punktuell, läuft in den kleinen Bächen schnell wieder ab und verdunstet bei 30 Grad zum Großteil, bevor überhaupt etwas im Rhein ankommt. Damit der Strom wieder voll und normal schiffbar wird, braucht es weit mehr als ein paar nasse Tage.
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Rhein-Tiefstand: So viel Regen müsste jetzt wirklich fallen
Bevor auch nur ein Tropfen den Pegel hebt, kassiert erst einmal der ausgedörrte Boden. Die ersten 50 bis 100 Liter pro Quadratmeter versickern fast vollständig und füllen Bodenfeuchte und Grundwasser auf, statt in den Fluss zu laufen. Erst was danach fällt, wird für den Rhein überhaupt wirksam. Und dann braucht es eine flächige Landregen-Phase über dem gesamten Einzugsgebiet – von den Alpen über den Schwarzwald bis zu Neckar, Main und Mosel. Letztlich läuft das auf 100 bis 150 Liter pro Quadratmeter über zwei bis drei Wochen hinaus, gleichmäßig verteilt. Also ein kompletter, nasser Wetterumschwung, kein einzelner Schauer.
Bis die Schiffe wieder voll beladen fahren, dauert es
Und selbst dann kehrt die normale Schifffahrt nicht über Nacht zurück. Damit die Frachter wieder voll beladen fahren können, muss die Fahrrinne deutlich steigen – und vor allem oben bleiben, nicht nur kurz aufblitzen. Eine wirklich nachhaltige Erholung kommt deshalb fast immer erst im Herbst und Winter, wenn die Verdunstung nachlässt und im Folgejahr die Schneeschmelze aus den Alpen nachliefert. Kurzfristig sieht es düster aus: Die nächsten rund zwei Wochen bleiben trocken und hochsommerlich. Der Rhein wird also weiter fallen – und wer auf schnelle Rückkehr der vollen Schiffe hofft, muss sich in Geduld üben.