Roboter bauen statt kicken

Stand: 22.09.2026, 18:46 Uhr

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Das neue digitale und kostenlose Lernzentrum Tumo in der Nordweststadt hat seinen Betrieb aufgenommen.

Tumo steht in großen Lettern über dem Ladenlokal im Nordwestzentrum. Eine große Glasfassade, dahinter ein offener Raum in der Anmutung eines Apple-Stores, der sich über zwei Etagen zieht. Überall sitzen Jugendliche an modernen Computerinseln, fläzen sich mit Laptops auf schwarzen Sitzkissen oder rollen auf hölzernen Stühlen mit Notebooks durch die Gänge. Hinter Tumo verbirgt sich ein neues digitales und kostenloses Lernzentrum, das Ende August seinen Betrieb aufgenommen hat.

Platz für tausend 12- bis 18-Jährige

Die ersten 240 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren haben ihre Lernreise angetreten, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei einem Termin vor Ort. Weitere werden nach den Herbstferien folgen. Insgesamt 350 Verträge seien bereits vor dem Start geschlossen worden, was die Stadträtin als gutes Zeichen sieht. Platz gibt es für bis zu 1.000 Heranwachsende.

Ursprünglich sollte es in dem Zentrum, das die VHS betreibt, im Mai losgehen. Doch hätten sich die Bauarbeiten verzögert – hauptsächlich an den gläsernen Konferenzräumen im zweiten Stock. Dort warten auch jetzt Schallschutzelemente darauf verbaut zu werden. Das Zentrum habe dennoch beschlossen loszulegen, sagt Weber. Vorerst ist es an drei Tagen die Woche geöffnet.

„Mit Tumo investieren wir in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen“, sagt Weber. Dort drehe sich alles um selbstbestimmtes Lernen, um tüfteln und kreativ sein. Es gehe darum, eigene Interessen und Fähigkeiten in der Medienproduktion zu entdecken und weiterzuentwickeln. Und das unabhängig von Herkunft, Schulnoten und Geldbeutel, so die Hessische Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU).

In acht Themenfeldern können Jugendliche bei Tumo selbst entscheiden, was sie in ihrer Freizeit lernen möchten. Zweimal je Woche für je zwei Stunden. Animation, 3-D-Modellierung, Film- und Musikproduktion, Spieleentwicklung, Grafikdesign, Programmieren und Robotik stehen zur Wahl. Dabei fallen keinerlei Gebühren an, auch wird keine eigene Hardware benötigt.

Wofür sich die Jugendlichen entscheiden, liegt bei ihnen, sagt Manuel Noe, der Leiter des Frankfurter Zentrums. Derzeit befänden sie sich in der Orientierungsphase. In dieser lernten sie die Einrichtung, die Coaches und die Inhalte kennen. Vier der Themen sollen die Jugendlichen auswählen, mit denen sie sich in den nächsten Monaten beschäftigen.

Justin aus der Geschwister-Scholl-Schule hat sich anfangs für das Entwickeln von Spielen interessiert. Nachdem er die anderen Angebote kennengelernt habe, habe ihm vor allem Grafikdesign Spaß gemacht, so der Achtklässler. Ein eigenes Design für Schuhe habe er entwickelt, „mit vielen Logos“. Viel Zeit habe er damit verbracht, weshalb er nun etwas hinterherhinke.

Kein Problem, sagt Leiter Noe. Das Tempo geben die Jugendlichen selbst vor. Zunächst in der Selbstlernphase, in der sie an interaktiven Aufgaben die Grundlagen kennenlernen. Später dann in den Workshops, die von 20 Profis aus verschiedenen Lernfeldern geleitet werden. Dabei sei das Programm spielerisch aufgebaut, in verschiedenen Levels. „Man kann von Mal zu Mal selbst entscheiden, was man macht.“ Die oberste Maxime sei, dass es Spaß macht.

Unterstützt werden sie von zehn Coaches wie Till, der an der Hochschule Darmstadt Animation and Game studiert. Viele der Jugendlichen lernten dabei die Grundlagen der Medienkompetenz kennen, sagt der 25-Jährige, der sich das Angebot auch für seine Jugend gewünscht hätte. Anders als in der Schule ganz ohne Noten und Prüfungen, freiwillig.

Um auf das Programm aufmerksam zu machen, wurde es in vielen Schulen vorgestellt, sagt Stadträtin Weber. Mit der IGS Eschersheim, der Liebig-, Geschwister-Scholl- und Rackowschule gibt es bereits Kooperationen. Teilweise werde Tumo im Rahmen einer AG genutzt. Weitere könnten sich gerne beteiligen.

Frankfurt. 21.09.2026. TUMO-Lernzentrum im Nordwestzentrum. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei der Vorstellung des neuen kostenlosen Angebots von Selbstlernen, Workshops und Learning Labs fuer Kinder und Jugendliche.TAGESHONORAREinwilligung (nach DS-GVO) liegt nur muendlich vor.Veroeffentlichung nur zur aktuellen Berichterstattung, unter Beachtung des Medienprivilegs.Vereinbarung ueber Abtretung von Persoenlichkeitsrechten der abgebildeten Person(en), Model / Product Release liegt nicht vor. Foto: Renate Hoyer,  60316 Frankfurt.

Figuren am Computer zum Leben erwecken, Designs entwerfen oder an Robotern werkeln – all das können Jugendliche bei Tumo. © Renate Hoyer

Frankfurt. 21.09.2026. TUMO-Lernzentrum im Nordwestzentrum. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei der Vorstellung des neuen kostenlosen Angebots von Selbstlernen, Workshops und Learning Labs fuer Kinder und Jugendliche.TAGESHONORAREinwilligung (nach DS-GVO) liegt nur muendlich vor.Veroeffentlichung nur zur aktuellen Berichterstattung, unter Beachtung des Medienprivilegs.Vereinbarung ueber Abtretung von Persoenlichkeitsrechten der abgebildeten Person(en), Model / Product Release liegt nicht vor. Foto: Renate Hoyer,  60316 Frankfurt.

Auf einer großen Treppe können die 12‑ bis 18-Jährigen sich fläzen – und dabei an Laptops arbeiten © Renate Hoyer

Tumo

Das Lernzentrum Tumo hat seinen Ursprung in Armenien, wo das digitale Bildungskonzept entwickelt und das erste Zentrum 2011 in der Hauptstadt Jerewan eröffnet wurde. Namensgeber ist der armenische Schriftsteller Hovhannes Tumanyan.

In Deutschland wurde 2020 das erste Zentrum in Berlin eröffnet. Seitdem sind sechs weitere Zentren hinzugekommen. Das Frankfurter im Nordwestzentrum, Tituscorso 13, ist das jüngste.

Die VHS betreibt das Zentrum. Finanziert wird es über Spenden, die der Förderverein eintreibt. Die Stadt zahlt den Umbau und die Miete von rund 600.000 Euro im Jahr, das Land Hessen bezuschusst das Projekt für drei Jahre mit 600.000 Euro.

Das kostenlose Angebot richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Eltern müssen dafür einen Vertrag aufsetzen. Am 26. September, 15 Uhr, gibt es ein Info-Event.

Mehr Informationen gibt es unter frankfurt.tumo.de im Internet.