Seit 75 Jahren gibt es Walt Disneys lustige Abenteuer aus Entenhausen
Über 600 Ausgaben der «Mickymausheftli» in Buchform sind bisher erschienen – sie sind legendär.
Manfred Papst27.09.2026, 05.30 Uhr
2 Leseminuten

Micky Maus, Goofy und Donald Duck bevölkern die Kinderzimmer von Generationen.
Disney
Micky Maus und Goofy, Donald, Daisy und Dagobert Duck: Welches Kind liebte sie nicht und wollte mehr von ihnen haben, als in schmalen Heften Platz findet? 1967 kam die erste deutsche Ausgabe von Walt Disneys «Lustigen Taschenbüchern» auf den Markt. Über 600 Ausgaben der meist 256 Seiten starken Bände sind bis heute erschienen. Sie haben die Kinderzimmer von Generationen bevölkert; wer sie sammelte, konnte sich an Bildmotiven freuen, die sich im Regal über alle Buchrücken zogen.
Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen
NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.
Bitte passen Sie die Einstellungen an.

Mit ihrem Taschenbuchformat hatten die zunächst vier- bis fünfmal jährlich, seit 1990 monatlich erscheinenden Publikationen zumindest bei einem Teil der Eltern einen etwas besseren Ruf als die «Mickymausheftli», die es auf Deutsch schon seit 1951 gab. Zudem bot das neue Format die Möglichkeit, längere Geschichten zu erzählen und sie in eine Rahmenhandlung einzubetten. Diese Variante wurde jedoch nur in den ersten 76 Bänden genutzt, seither dominiert wieder das Potpourri.

Die ersten «Lustigen Taschenbücher» kosteten in der Schweiz Fr. 2.80, unterdessen sind sie bei Fr. 14.90 angelangt. Für den Kioskhandel hatten sie den Vorteil, dass nicht wie bei den Heften jede neue Ausgabe die vorhergehende verdrängte, sondern dass das Angebot länger verkäuflich blieb. Von enormer Bedeutung war die Product-Identity: Sie liess die Leserschaft vergessen, dass die Comics aus Entenhausen von den verschiedensten Zeichnern angefertigt wurden. Für den deutschen Markt kamen sie lange hauptsächlich aus Italien.
Man konnte sie einfach als lustige Abenteuer verschlingen; wer wollte, durfte in ihnen aber auch literarische Anspielungen entdecken – von Homer über Shakespeare bis zu Mark Twain und Tolkien. Und so sehr besorgte Erziehungsberechtigte auch wetterten und unkten: Das «Lustige Taschenbuch» etablierte sich rasch im Kanon der komischen Literatur.
Walt Disneys Lustiges Taschenbuch. Egmont Ehapa Media. 13 Ausg. pro Jahr.
Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»
Passend zum Artikel


